Das, was noch übrig ist.

Als ich einen Text fertiglas.

Ich verbringe den Tag damit, vor allem nichts zu tun. Ich betrachte es als eine Art Meditation, eine Übung im Aushalten. Ich lese diese Geschichte zu Ende, die mich vor sechs Jahren eine Nacht gekostet hat. Heute finde ich das alles nicht mehr so schlimm – vermutlich, weil ich bereits wusste, dass es am Ende doch gut ausgeht. Wie merkwürdig sich das anfühlt. Ich kann das nicht erzählen, ich müsste viel zu viel erklären und könnte dennoch nicht vermitteln, warum mir das alles so nahe geht.

Ich vermisse eine Zeit, die ich hasste. Ich kann keine Texte lesen, ich kann mich kaum an mich selbst erinnern, ohne mich unglaublich merkwürdig zu finden. Ich bin immer noch der gleiche Mensch, auch wenn sich meine Zellen seitdem vermutlich zweimal komplett erneuert haben. Würde Teenager-Ich meinem Erwachsenen-Ich trauen? Eine entscheidende Frage, die ich nicht komplett beantworten kann. Eine „entscheidende Frage“ in dem Sinne, dass sich auch durch eine hypothetische Antwort überhaupt nichts ändert.

Alles was mir bleibt ist jenem Teil von mir, der von damals noch übrig ist, mit Krumen zu füttern, von dem, was noch übrig ist.

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