Die Löcher

Als ich im wilden Süden unterwegs war.

Ich gehe weit, trotz der Hitze. Die Schilder, denen ich folge, führen mich zwar nicht im Kreis, aber in seltsamen Kurven zum Ziel. Da ist es wieder, dieses Wort. Ich gehe einfach, und folge halt den Schildern, weil es einfach ist und weniger anstrengend für meinen entscheidungsunfreudigen Kopf. Ich laufe auch nur zwei oder drei Mal ein kurzes Stück falsch, für den Rest bleibe ich auf dem vorgeschlagenen Weg. Ein recht großer Teil der Strecke führt über Felder und ich liebe es einerseits, andererseits macht es mich müde.

Ein Wegweiser steht herum, auf den Feldwegen, auf denen Menschen mit Motorrädern fahren. Auch die Zwei, die mit ihrer Drohne über meinem Kopf gesurrt sind, fahren an mir vorbei, als ich mich in der viel zu prallen Sonne kurz ausraste. Jemand hat auf das Schild geschossen, es sind Löcher drin zu sehen. Ich kenne so etwas nur aus Filmen. Auf einmal wirkt das Land, durch das ich immer öfters stolpere, sehr viel wilder.

Als ich diese Zeilen schreibe, höre ich Musik, die mich so weit zurückwirft, dass ich kaum noch weiß, welche Erinnerungen daran echt sind und welche ich mir im Nachhinein zusammengereimt habe. Ich bin dort, wo ich mit meinen Gedanken den ganzen Tag war: Die Löcher sind nur eine Metapher.

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