Die Ungewissenheitsschritte

Als ich herumfuhr

Ich hetze von Besprechung zu Besprechung und es scheint, dass meine Anwesenheit stets wichtig ist. Es ist ein warmer Sommertag, aber immerhin wird es nicht so heiß, wie sie im Radio angedroht haben. Möglicherweise habe ich mich in meiner Schlaftrunkenheit auch verhört. Es macht auch nichts, ich bin den ganzen Tag unterwegs und das Leben fühlt sich beinahe so an wie vor dieser Pandemie. Natürlich nur beinahe, denn in Wirklichkeit ist alles anders.

So gut wie alle Menschen im Bahnhofsviertel tragen Masken, mich einbegriffen. Das Gefühl, dass alles anders ist, liegt aber überall in der Luft – und sei es nur, weil Plakate auf Maskenpflicht hinweisen. Ich muss das niemanden erzählen, es wissen ohnehin alle, aber ich will es für mich aufschreiben. Falls ich vor März so etwas wie Unbeschwertheit hatte, ist die jetzt verflogen. Jeder Schritt ist Ungewissheit, jede Bewegung ist potenzielle Gefahr.

Ich habe mir angewöhnt, in die Wälder zu gehen und finde sie auf einmal ansprechender als die Städte. Das war nie so, das ist neu und ich bin mir nicht sicher, ob ich es mag. Vielleicht wird ja irgendwann alles nochmal anders.

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