Die Hundsrose

Als ich im Regen stand.

Ein Strauch Hunds-Rose.

Es regnet endlich. Nach dem trügerischen Donner hatte ich schon nicht mehr dran geglaubt, aber dann höre ich ihn doch. Mir bleibt keine andere Option als nach Draußen zu gehen und mich in den strömenden, kalten, sehr nassen Regen zu stellen. Die dicken Tropfen sind etwas unangenehm, aber ich will jetzt im Regen stehen und eine Zigarette rauchen, als würde mich der Regen nichts angehen und ihn dennoch genießen, nachdem es so lange so viel zu heiß war.

Natürlich habe ich nur wenige Stunden zuvor die Tomaten noch gegossen, so wie ich es jeden Abend mache. Seit ein paar Tagen kann ich nicht den Weg gehen, den ich immer gegangen bin, weil die Hunds-Rose einen stachelbewehrten Zweig dorthin gestreckt hat. Ich gehe also einen anderen Weg und frage mich, wie die Sträucher, die wir im Winter gepflanzt haben, wohl schon im nächsten Jahr zu einer dichten Hecke herangewachsen sein werden, ob wir vielleicht sogar Haselnüsse ernten werden.

Mein T-Shirt ist noch feucht, meine Haare ebenso, aber ich bereue nichts, höchstens nicht noch länger im Regen gestanden zu sein. Vielleicht fühlte ich mich für drei Minuten wie ein Charakter aus einem Film; lebendig und stets zu großen Gesten bereit. Ich wollte vor Freude schreien, traute mich aber dann doch nicht.

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