Die Zucchiniernte

Als ich keinen blauen Fleck behielt.

Ich verbringe den Tag vor dem Rechner, zocke, stöbere im Netz, mache nichts produktives und am Abend frage ich mich, ob meine Augen nicht deswegen schmerzen. Ich verschreibe mir etwas Abwechslung und gehe in den Garten und ernte Zucchini. Fünf Stück sind es, sie sind alle so schwer und groß, dass wir lange davon essen werden. Eine ist klein, sie liegt ohne Strunk unter der Pflanze. Ich bringe das Gemüse in den Keller, es ist schwer und zieht an meinen Armen. Als ich die Kellertür öffne, renne ich aus Versehen in die Klinke, die sich zwischen meine Rippen bohrt. Ich muss laut „Aua!“ sagen, so sehr schmerzt es, einen Moment lang.

Auch davon werde ich keinen blauen Fleck behalten.

Die Pandemiezeit dokumentieren, für mich selbst, für die Nachwelt, für „die Kunst“. Merkwürdiger Zufall, dass ich gerade in diesem Jahr jeden Tag einen Text schreibe. Das fällt mir Ende August auf, was für eine lächerliche Epiphanie.

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