Der Mittwoch

Als Zeit verging.

Es ist Mittwoch und ich brauche den halben Tag, bis ich realisiere, dass morgen Donnerstag ist. Mein Zeitempfinden ist so auf dem Kopf, und der Dehydrierungskopfsschmerz, den ich mir selbst zugefügt habe, macht es nur noch schlimmer. Vielleicht ist es auch dieses Jahr.

Ich mag dieses Konzept nicht, von „diesem Jahr“, als wären wir nicht seit Jahrzehnten gefangen in einer ständigen Krisenhaftigkeit der Weltgeschichte. Trotzdem fühlt sich die Zeit seit März gleichzeitig so an, als wär sie gestern gewesen und so, als wäre es ewig her. Viel schlimmer sind nur Erinnerungen an vor einem Jahr, die wirken wie Jahrhunderte entfernt.

Wir springen auf einem Möbusbandakkordeon im Takt, munter auf und ab, bis wir ausgelassen unsere Augenreifen als Springseil benutzen. Am Abendtisch stehen noch zwei Gläser, es wurde viel zu schnell dunkel.

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