Die Druckermelancholie

Als ich zwischen den Goldruten stand.

Es gibt ein klärendes Gespräch zwischen den kanadischen Goldruten, die zwar eine invasive Pflanzenart sind, aus denen man jedoch guten Tee machen kann, wie ich erfahre. Das ist nur ein schwacher Trost dafür, dass ein Teil des Gartens voll mit ihnen ist. Die Globalisierung des Pflanzenreiches macht auch vor diesem Flecken Erde nicht halt. Es ist so faszinierend, wie wir Papageien in Städten einführen, in denen sie nicht heimisch sind und niemanden interessiert es, aber kaum stört uns eine Gans, werden die großen Geschütze aufgefahren.

Ich halte effektvoll inne, nehme meine Brille ab, putze sie mit einem dieser chemisch-zitronigen riechenden Brillenputztücher, die ich vor einer Ewigkeit gekauft habe und nie benutze. Ich bin nicht ganz zufrieden, reibe nochmal herum und verfluche diesen ständigen Kreislauf. Das Linsenputztuch aus Graz, ein Badetuch von einem Brillenputztuch, das wäre es jetzt.

Im Laufe des Tages werde ich an meinen alten Drucker erinnert, den ich immer noch schmerzlich vermisse. Er wurde mir geschenkt und war damals schon uralt, aber er funktionierte. Mit der Zeit lernte ich seine Merkwürdigkeiten kennen und konnte auch erkennen, ob der Toner leer oder irgendetwas verschmutzt ist. Ich ließ ihn zurück, weil er zu sperrig war, aber eigentlich lief er noch, in letzter Zeit sogar über das Netzwerk. Vielleicht sollte ich seine Geschichte einmal aufschreiben, bis dahin bleibt mir nur die Melancholie darüber, wie er auf Französisch grüßte und leise summte, wenn er warm lief.

Alles ist geklärt, und ich mache meinen Frieden mit den Goldruten, sie locken Bienen an.

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