Die Pilgerreise

Als ich keinen Rat wußte.

Ich bin etwas ratlos. Nicht nur in Bezug auf Dinge, die ich bewerten sollte, sondern im Hinblick auf die Welt, vielleicht auch bezüglich meiner Stellung in ihr. Die Art von Ratlosigkeit, die eigentlich von einer zweijährigen Wanderschaft kuriert werden sollte. Oder zumindest mit einer Pilgerreise auf einen Berg, auf dem ein paar Steine übereinander stehen. Dort würde ich dann irgendetwas rituell verbrennen und Antworten bekommen. Leider durchleben wir eine Pandemie, weswegen solche Unternehmungen eher nicht zu empfehlen sind, außerdem war da noch ein anderer Grund, irgendetwas mit „21. Jahrhundert“ oder so.

So bleibe ich in meiner Ratlosigkeit sitzen und starre in den trüben Septemberhimmel, der grau und nass und regnerisch ist. Ich schütte zu viel Milch in meinen Kaffee, er ist immer viel zu kalt, weswegen ich mir gleich noch einen mache. Wenn ich genug davon trinke, werde ich vielleicht irgendwann bevor April 2021 wieder wach werden.

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