Die Dekoration

Als ich alte Postkarten las.

Ich räume mein Zimmer auf, und weil das noch nicht anstrengend genug war, fange ich auch an, die Mappe von den Dingen, die in einem früheren Leben an meiner Wand hingen, zu durchstöbern. Ich finde Fotos, die ich selbst gemacht und entwickelt habe und die alle auf ihre eigene Art und Weise schrecklich aussehen. Die Sache mit dem Fixierer hätte ich wohl ernster nehmen sollen, die mit den Motiven sowieso. Außerdem liegen da jede Menge Postkarten, auf vielen erkenne ich den Absender nur so halb wieder.

Eine vage Erinnerung, wer mir warum und von wo diese Karte geschickt haben könnte. Zu allem Überfluss lege ich eine einzelne jüngere Karte in die Mappe, was mich in Zukunft so unglaublich verwirren wird, ich mag gar nicht daran denken, wie es dem armen Archiv, das meinen Nachlass verwalten wird, gehen wird.

Ich wähle ein paar Fotos und Karten aus, die ich über meinen Bildschirm klebe. Es ist schon viel zu lange viel zu leer dort. Zweimal den See, zweimal die Stadt, einmal den Wald, für den Rest Sprüche. Eine gute Kollage, die das Ich an die Wand projiziert, das ich gerne wäre.

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