Die Repräsentation des weißen Blatts

Als ich Suppe kochte.

Ich starre auf das weiße Blatt. Auf die Repräsentation des weißen Blatts am Bildschirm, der so voller Metaphern und Symbole ist, dass es mir ein Rätsel ist, wie lange wir das noch verstehen werden. Eine Stunde lang starre ich auf die Repräsentation des weißen Blatts. Auf das Licht, das der Monitor ausstrahlt. Es wird von dem Computer irgendwie berechnet, und fällt durch jeweils ein Loch in meinen Augen auf meine Netzhaut. Je mehr ich über diese banalen Prozesse nachdenke, die unbemerkt ablaufen, aber dennoch funktionieren müssen, umso merkwürdiger finde ich das Leben.

Die zusammengerechnet anderthalb Minuten Regen, durch die ich beim Schuhekaufen durchlaufen muss, zerren so sehr an mir, dass ich mir am Abend eine Suppe koche. Sie ist so gut, ich bin heute schon traurig, dass ich nach dem Rest morgen nichts mehr davon essen werden kann. Ich habe eine gute Suppe und neue Hausschuhe, ich sollte der glücklichste Mensch der Welt sein.

Die geht draußen weiter unter, als würde sie meine Suppe nichts angehen.

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