Der Wahlabend

Als ich gen Osten schaute.

Ich schaue Wahlergebnisse, als würden sie mich betreffen. Bestechend finde ich die Berichterstattung, die so nett halbprofessionell von beinahe leerer Parteizentrale zur nächsten beinahe leerer Parteizentrale hin- und herwechselt und Leute befragt, die noch so halb im Wahlkampfmodus sind oder halt noch nichts zu sagen haben, weil die Ergebnisse noch nicht da sind. Ich liebe es, weil der Pathos sich mit der pandemiebedingten Leere überhaupt nicht verträgt.

Alle fallen sich ins Wort, ich will eigentlich wegschalten, aber ich schaffe das nicht. Dadurch, dass es weiter weg und trotzdem ganz bekannt ist, hat es einen sehr bestimmten Reiz für mich. Es geht schon überhaupt nicht mehr um das Thema, um das es eigentlich hätte gehen sollen, aber man muss sich ja irgendwie streiten. Am Ende bin ich dann doch ganz froh, dass es mich nur manchmal interessiert.

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