Die Nebelsuppe

Als ich etwas auslöffeln musste.

Ich finde alles unglaublich anstrengend und zäh. Der Nebel vor meinem Fenster geht den ganzen Tag nicht wirklich weg. Ich sehe mich selbst im Betonhof sitzen und rauchen und der Rauch geht in den Nebel über, als wäre ich es, der die hohe Luftfeuchtigkeit in Bodennähe verursachen würde. Ich kann aber überhaupt nichts dafür, ich bin nur Statist in dieser Aufführung eines zehnten Novembers. Stattdessen koche ich mir eine Suppe, und ich habe das Gefühl, es ist die beste Suppe, die ich jemals gegessen habe. Nach all den Worten und dem Zuhören kann ich mich endlich hinsetzen, meine Suppe auslöffeln und ein Video schauen, bei dem ich zuschauen muss.

Ich muss an das Blatt denken, das ich fotografiert habe, um es herum nur Nebel. Manchmal fühle ich mich so – ich weiß nur nicht, ob ich das Blatt oder der Nebel bin. Immerhin habe ich die Suppe.

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