Das Teekochen

Als es (wieder) kalt wurde.

Ich schreibe so viel in den letzten Tagen, es kommt mir selbst ganz merkwürdig vor. Ich tippe und tippe und die Wörter ergeben Sätze und die Sätze sogar Sinn. Es ist, als habe ich wieder aufgeatmet, obwohl der Berg an Aufgaben und Tätigkeiten nicht kleiner wird. Ich verstehe nicht ganz, wie ich nicht vor alledem einknicken kann, wie ich den Fels jeden Tag auf ein Neues heraufrolle, ohne ständig zu seufzen. Ich höre traurige, ätherische Musik, weil ich mir nicht einmal anderthalb gute Tage gönne. Es wird wieder kälter und habe keine Zuversicht, dass das nicht so bleiben wird. Meine Hände werden wieder rau, ich zahle meinen Blutzoll gegen die Pandemie und ob des Vergessens.

Ich sollte mir öfters Tee kochen, er tröstet mich immer. Und im Gegensatz zu Kaffee kann ich genug davon haben, ich habe nicht diesen unersättlichen Durst, der jeden Schluck zu klein wirken lässt, jede Tasse viel zu schnell leert, selbst wenn ich mir die Zunge verbrenne. Ich versenke einen Löffel Zucker, ich tropfe etwas Hafermilch und ärgere mich über den kleinen Rest Sud, den ich am Ende dann doch halb mittrinke. Es ist, als mache ich mir ein Geschenk, über das ich mich danach ärgern muss, aber nur kurz.

Der Tee umarmt mich nicht zurück.

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