Die Gedankenwurst

Als ich aus dem Wasser stieg.

Ich stehe in der Sonne und rauche und rede am Telefon. Ich versuche, meine Gedankenwurst so zu formen, dass sie am anderen Ende der Leitung Sinn ergeben kann. Möglich, dass mir das gelingt, möglich, dass wir wie zwei parallele Geraden in der Unendlichkeit einander nie berühren können, sondern immer nur aus der Ferne betrachten. Am Ende kennen wir überhaupt keine Menschen, nicht einmal uns selbst. Es ist kalt, es wird immer kälter. Trotzdem trage ich nur ein T-Shirt. In der Sonne ist es beinahe noch aushaltbar, auch wenn die vielen Haare auf meinen Armen anfangen, sich in die Höhe zu stellen, in dem vergeblichen Versuch, so ein Polster aus warmer Luft zwischen meiner Haut und der unbarmherzigen Außenwelt aufzubauen. Sie sind viele, aber nicht genug.

Ich stelle mir vor, wie es ist, aus dem Wasser zu steigen. Die Luft wirkt kälter als die Flüssigkeit, die mich eben noch umgeben hat, obwohl sie das nicht ist. Das Sonnenlicht spiegelt und reflektiert mit Wassertropfen in der Luft, ich habe eine seltsame Erscheinung in meinem Auge. Mein Atmen ist ruhig, ich nehme tiefe Züge von der Luft, während das Wasser von mir herunterrinnt. Ich bin zum ersten Mal auf diesem Planeten, ich wurde gerade in dem Wasser geboren, zwei kleine geflügelte Gestalten halten ein Seidentuch vor meinen Schritt, so dass die Kamera meine Genitalien nicht sehen kann.

Ich sitze an meinem Schreibtisch und tippe einen Text in meine Tastatur, während ständig die gleichen Lieder abgespielt werden. Sie fragt mich, ob ich in ein Leben nach der Liebe glaube und ich kann diese Frage nicht beantworten.

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