Der 2020-Film- und Serienrückblick

Als ich versuchte, mich an alle gesehenen bewegten Bilder zu erinnern.

Letztes Jahr nahm ich mir vor, etwas organisierter an das Festhalten der Filme, die ich gesehen habe, ranzugehen. Der Account bei letterboxd war sicherlich ein Anfang, hätte ich etwas mehr darauf geachtet. Normales Kinogehen fiel dieses Jahr beinahe komplett flach, weshalb ich auch wesentlich weniger Filme gesehen hab. Ein Besuch auf dem Luxembourg City Film Festival 2020 war eine meiner letzten Aktivitäten vor dem letzten Lockdown, bevor es durch diesen je abgebrochen wurde.

2019 habe ich überhaupt nicht über Serien gesprochen; vermutlich, weil ich gar nicht so viele gesehen hab. Das hat sich heuer ein wenig geändert, weshalb ich beschlossen habe, die hier ebenfalls zu besprechen.

Filme

Ema war mein Lieblingsfilm von den beiden, die ich letzten Endes am LuxFilmFest schauen konnte. Ich könnte mein ganzes Review hier zitierten, deswegen belasse ich es bei dem Link und dem Teaser: Als das Familienleben einer jungen Tänzerin aus den Fugen gerät, flüchtet sie sich in Straßentanz, Sex und Brandstiftung. Den Plan, den sie damit verfolgt, versteckt Pablo Larraín in einer eklektischen Bildwelt.

Besonders gut gefiel mit die Darstellung von Bisexualität in dem Film. Ich ärgerte mich zwar gerade kurz, den Film in einer Liste lesbischer Filme zu sehen, aber das Bedürfnis nach Repräsentation ist halt bei uns allen vorhanden.

Atlantis fand ich zwar ganz in Ordnung, aber nicht überragend. Die Beziehungen haben sich überraschend und schnell entwickelt, der Plot wurde aber nicht wirklich vorangebracht. Dafür waren die Bilder sehr schön, oder so schön wie beklemmende Bilder halt sein können. Trotzdem ist Atlantis ein sehenswertes Stück Kino – ein Antikriegsfilm ganz ohne Krieg schrieb ich damals in meiner Rezension für die woxx.

Skin Walker ist eine luxemburgische Horrorfilmproduktion, die mir leider überhaupt nicht gefallen hat. Das lag weder an den Schauspieler*innen, noch an der cinematographischen Umsetzung, die beide wirklich gut waren. Der Plot lässt leider so sehr zu wünschen übrig, dass das alles nichts mehr retten kann.

Mir tut das ein wenig Leid, denn ich hätte durchaus Potenzial gesehen. Immerhin hat der Film die luxemburgischen Kulissen so umgesetzt, dass sie kaum wiederzuerkennen waren und mich daher nicht „störten“, so wie das bereits in anderen luxemburgischen Filmen der Fall war. Hier mein Review.

Tigertail habe ich auf Netflix gesehen, in der vagen Absicht, ihn vielleicht zu rezensieren. Dazu ist es nie gekommen, was vielleicht auch eine gute Sache war. Ich kann mich auf jeden Fall nicht mehr an sehr viel erinnern. Es handelt sich um die Familiengeschichte eines koreanischen USA-Einwanderes, die vor allem in Rückblicken (oder in eine Rahmenhandlung eingebettet) erzählt wird.

Das ist schönes Kino, wenn man sich etwas abseits von Blockbustern ansehen will, ein Must-Seen ist der Film aber auf keinen Fall.

Hillbilly Elegy hat mir nicht gefallen. Ich kopiere der Einfachheit halber meine Rezension in der woxx hier hin, die lief nämlich in der Rubrik Filmtipp/flopp und ist daher eher sehr kurz:

J.D. Vance ist Jurastudent auf der prestigeträchtigen Yale University. Obwohl er wichtige Vorstellungsgespräche für Praktikumsplätze hat, muss er zurück nach Hause, da seine Mutter nach einer Heroinüberdosis im Krankenhaus liegt. Die darauf folgende Konfrontation mit seiner von Armut geprägten Kindheit kommt authentisch rüber, fokussiert sich jedoch starr auf persönliche Leistung. Hillbilly Elegy ist schauspielerisch und kinematografisch spannend, inhaltlich jedoch eher schwach.

Serien

Über meine gesehen Serien habe ich noch viel weniger Buch geführt als über die Filme. Ich kann hier also vor allem durch meine Rezensionen durchgehen und mit meinem Gedächtnis und Netflix zu versuchen, zu rekonstruieren, was ich alles gesehen habe. Und ich werde nicht versuchen, jede Serie kurz zu rezensieren, keine Angst.

Das Jahr hat mit einer neuen Staffel Grace and Frankie angefangen, an die ich mich jedoch kaum noch erinnern kann. Ich fand sie ganz gut, glaube ich.

Dann kam auch schon die letzte Staffel BoJack Horseman. Bisschen nostalgisch, dass die Serie jetzt vorbei ist, viel gelacht, viel geweint. Sehr passendes Ende auch, irgendwie.

Über Tiger King, dem Serienphänomen des ersten Lockdowns, habe ich eine längere Rezension geschrieben. Ich bilde mir ein, dass ich in den Linkempfehlungen auch Artikel darüber verlinkt hatte.

The Midnight Gospel erschien am 20. April auf Netflix und ich weiß immer noch nicht ganz, was ich davon halten soll. Ich finde die Idee, einen Podcast zu ver“filmen“ gleichzeitig genial wie merkwürdig und wünsche mir seitdem, Méi wéi Sex könnte eine ähnliche Serie werden. Zumindest kann man der Serie vorwerfen, sie würde zum Nachdenken anregen und visuell spannend sein. Hier mein Review.

I Am Not Okay With This erinnerte mich ein wenig an Buffy – an die Sachen, die auch heute noch gut an Buffy sind (d.h. nicht die Spezialeffekte). Eine geheimnisvolle Superkraft, Jugendliche und eine Welt, die viel zu groß und kompliziert für sie ist. Aber auch an Daria wurde ich erinnert und musste die Serie, die ja in meinen All-Time-Top-10 ziemlich weit oben steht, nochmal anschauen. Inklusive Archäologie in alten Fandom-Seiten und dem nochmaligen Lesen einer Fanfic, die mir beim ersten Mal ziemlich auf‘s Gemüt geschlagen hat. Folglich schrieb ich ein Review beider Serien.

Über Tuca and Bertie habe ich auch etwas geschrieben. Und ich glaube, ich habe die Serie dieses Jahr zu Ende gesehen.

Buffy habe ich dieses Jahr übrigens endlich abgeschlossen. Ziemlich merkwürdig, sich einerseits so viel Zeit gelassen zu haben, aber auch ein komisches Gefühl der Leere, jetzt, da die Serie auch für mich zuende ist. Na ja, die Comics könnte ich noch lesen. Oder Angel schauen.

Hannah Gadsby: Douglas ist weder Serie noch Film, aber ich denke mal, dass es als Netflix Standup-Special am Besten hierhin passt. Ich habe mehr gelacht als beim ersten Special von Gadsby, dafür aber weniger geweint. Gefällt mir sehr gut.

Tales From the Loop fand ich ziemlich gut, wenn auch nicht mind-blowing. Die Geschichten sind oft dann doch vorhersehbar oder kommen bekannt vor, die Umsetzung ist dennoch sehr gut und visuell einfach sehr ansprechend. Hier meine längere Rezension.

Nach meinem kurzen Aufenthalt mit Star Trek: Lower Decks, das ich lustig, aber nicht sonderlich gut oder empfehlenswert fand, habe ich Star Trek: Discovery noch einmal eine Chance gegeben. Und darüber bin ich sehr froh, denn mittlerweile liebe ich die Serie sehr. Vielleicht, weil mir die Charaktere ans Herz gewachsen sind, vielleicht weil die Serie nicht mehr die ganze Zeit versucht, darker and edgier als andere Star Trek-Serien zu sein.

Nicht einmal, um beim Essen etwas Unterhaltung zu haben taugt mir Alien Worlds wirklich. Ich habe nach zwei Folgen der Mini-Dokuserie wieder aufgegeben. Das Konzept ist zwar nett, aber mit den paar Computeranimationen und evolutionären Gedankenspielchen wird sich nur ein paar Minuten in jeder Folge beschäftigt, der Rest ist mit halbwegs random Doku-Aufnahmen von der Erde gefüllt, in denen physikalische oder biologische Fakten erklärt werden.

Big Mouth habe ich nach langer Zeit endlich weitergeschaut. Gefällt mir mittlerweile besser. Ich hoffe, dass die Zielgruppe sich das auch anschaut und zumindest ein bisschen bessere Sex Ed bekommt als andere vor ihnen.

Die zweite Staffel von Hilda habe ich bisher nur angefangen. So süß. So großartig. Wer Kinder hat, sollte ihnen die Serie auf jeden Fall zeigen, wer keine hat, kann sie trotzdem schauen und wird davon nicht enttäuscht werden.

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