Das Purpur

Als ich rührte.

Ich koche ein Risotto, es ist purpurfarben. Mir fehlt eine Zutat, weshalb ich nicht diesen üblichen leichten Rausch habe, den ich sonst verspüre, wenn ich in dem Reis herumrühre, als ginge es um mein Leben. Die Brühe und der Reis und die Hitze formen eine stärkehaltige Flüssigkeit, durch die ich den Löffel hindurch bewege, wie durch ein rosarotes Labyrinth, in dem nur ich die Wege erkennen kann. Ich freue mich und schütte noch etwas Brühe nach. Beinahe habe ich das Gefühl, ich versuche, den Kochprozess zu verlängern.

Dieser Moment ist alleine für mich. Ich habe keinen Ohrwurm, ich höre keinen Podcast, niemand redet im Hintergrund halblaut über Dinge, die ich nicht kenne oder verstehe. Ich freue mich so über die Farbe, ich muss sie allen zeigen, die auch nur in der Nähe der Küche sind. Niemand freut sich so sehr wie ich. Diese Farbe ist nur für mich.

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