Die Tragik

Als es schmolz.

Der Schnee schmilzt langsam weg. Die Unterschiede sind nur von Tag zu Tag zu sehen. Das Weiß schwindet, darunter kommt wieder der graue Beton zum Vorschein. Unter der Dusche hört jemand Radio, sie sagen die Temperaturen der kommenden Tage an, es klingt fast wie Frühling, obwohl es bis dahin noch lange dauern wird. Sie lügen nicht, aber nichts ist mehr so, wie es einmal war, und das fühlt sich an wie eine Lüge.

Ich denke an die Wege, die der Joghurt zurücklegt, bevor er in meinem Mund kommt. Obwohl ich nur selten Joghurt esse. Eigentlich nie. Die Tragik, mit der wir unseren Planeten bestellen, bleibt mir nicht verborgen, auch wenn ich in einem prominenten Beispiel nur selten teilnehme. Auf der Wiese die Rinder, über der Wiese der Himmel, der Himmel voller Kohlenstoffdioxid. Ich erlebe die neue Normalität als Veränderung.

Der Himmel liegt wie ein hellgrauer Schuhkartondeckel auf der Landschaft. Diesmal fühle ich mich nicht gefangen, sondern lediglich erdrückt.

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