Die Absätze

Als ich Kartoffeln schälte.

Alles ändert sich. Ich realisiere es, als ich die Rollläden herunterlasse und auf den Regen unten auf der Straße sehe. Ich möchte es nicht, mir ist das alles zu viel. Ich denke daran, dass außerdem Pandemie ist und ich so schon schlecht mit dem Lauf der Welt zurechtkomme und mich eigentlich darauf konzentrieren möchte, ein paar gute Absätze zu tippen. Die Rollläden verdunkeln das Zimmer, ich möchte sie nicht wieder hochziehen, bis es nicht wieder hell ist. Nichts ist deprimierender als den Morgen des Nachts zu beginnen.

Es ist viel zu warm für die Jahreszeit, der Regen will gar nicht aufhören. Ich stehe in der Küche und schäle wütend Kartoffeln, ohne zu wissen, warum ich eigentlich wütend bin. Ich würde sie am liebsten nur in Streifen schneiden und alles wegwerfen, ohne genau zu wissen warum. Mir fällt die Herdplatte ein, die ich gestern voller Tomatensaucespritzer gelassen habe und zum Glück kann ich sie selbst saubermachen und muss nur ein mäßig schlechtes Gewissen haben. Es sind die kleinen Dinge im Leben.

Irgendwann werden die Blumen wiederkommen und der Frühling wird sein.

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