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Der Hitzerekord

Als ich fertig war.

Ich bin so fertig, alles ist anstrengend und ich weiß nicht, wohin damit. Es ist so warm, sogar ein Hitzerekord für den Monat, es fühlt sich zwischenzeitlich sogar so an, als gäbe es so etwas wie Hoffnung.

Das Soufflé

Als es nicht reichte.

Manchmal reicht alles nicht, die Unzufriedenheit mit der Welt, das generelle Gefühl der Hoffnungslosigkeit und die leise Ahnung, dass irgendetwas nicht stimmt. Das Leben fühlt sich an wie ein Soufflé, und ich habe etwas im Ofen vergessen.

Der Milchschleier

Als mir der Schlaf geraubt wurde.

Mir wird eine Stunde Schlaf geklaut. Nicht viel, nicht schlimm, in Wirklichkeit habe ich eh ohne Wecker geschlafen, warum sich also ohne den Diebstahl, der nicht so richtig stattgefunden hat, aufregen?

Vor dem Vollmond, den Garten erleuchtend, hat sich ein Schleier aus milchigen Wolken gezogen. Es bleibt viel zu lange hell, oder eher: Der harte Cut bringtt mich ganz durcheinander. Autos sind noch zu hören, die Menschen fahren rechtzeitig zur Ausgangssperre heim. In der Ferne quietschen die Eisenbahnwaggons vor dem Stahlwerk.

Der Mond reflektiert in einem Fenster, als wäre dort noch ein Licht an.

weekend reading 103

Als ich nicht viele Links hatte.

Ich habe diese Woche nicht sehr viele Links für euch, was auch daran liegt, dass sie recht stressig war und ich nicht so viele Artikel gelesen habe. Geschrieben auch nicht. Nur über die Subventionen für Elektroautos, die verlängert werden. Und über Elektronische Kommunikation im Confinement. Empfehlen kann ich dieses Edito über den luxemburgischen Rechtspopulismus und den Podcast über Bioethik. Und das Metal-Interview.

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Die Krisen

Als ich die Kapuze hochzog.

Ich sitze im Dunkeln und ziehe die Kapuze über meinen Kopf, um mich von der Welt abzuschirmen. Irgendetwas tut weh, und sei es nur die Hoffnungslosigkeit, mit der ich der Welt begegnen muss. Muss, weil ch keine andere Wahl habe, weil es mir nicht vergönnt ist, ein anderes Gefühl zu haben, in dieser Pandemie, in diesen Krisen, in dieser Welt, die schon aus den Fugen war, als ich geboren wurde. Die Krise ist Normalität und ich habe nicht einmal mehr einen Strandsessel, in den ich mich zurücklehnen und den Untergang beobachten kann.

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Der wunderschöne Frühlingstag

Als die Osterblumen blühten.

Es ist ein wunderschöner Frühlingstag und ich habe mindestens zwei Dinge, auf die ich mich freuen kann. Die Sonne scheint und ich kann im T-Shirt im Garten stehen, ohne zu frieren. Trotzdem ist alles stressig und ich fühle mich unwohl. Im Flur stehen bedrohliche Schatten, die auch meine Zukunft voraussagen. Ankündigen werden gemacht, und ich kann es kaum glauben.

Die Osterblumen blühen schon, ist es nicht zu früh?

Der kalte Sommertag

Als etwas zerrann.

Ich trage keine Kopfhörer mehr. Ich hatte sie den ganzen Tag auf, irgendwann muss es auch reichen. Ein, zwei Lieder höre ich über die Boxen, bevor ich schlafen gehe. Einfach nur, um das Gefühl zu haben, dass zumindest irgendetwas in der Luft liegt. Will ich eine bekannte Stimme hören? Will ich mich mit einer Person auseinandersetzen, die meine innersten Gedankengänge kennt, noch bevor ich es tue? Wir haben das so lange nicht getan.

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