Das Rohr

Als es wenig überraschend regnete.

Das Rohr der Regenrinne im Hof hat sich gelöst, und statt der Schwerkraft zu trotzen hat es nachgegeben. Zwischen dem Metalrohr, das den Regen sammelt und dem Kunststoffrohr, das es in den Untergrund leitet, sind etwa fünf Zentimeter Luftweg, den das Wasser zurücklegen muss. Es klingt wie ein Didgeridoo, durch das jemand Wasser laufen lässt. Ich drücke das Rohr wieder nach oben. Das Geräusch verschwindet, es bleibt nur das Rauschen.

Ich muss eine Zigarette rauchen, weil mir eine fiktive Situation auf den Magen geschlagen hat. Ich atme ruhig ein und aus, versuche mich zu beruhigen, während es in mir rumort. Immer noch möchte ich in einer verlassenen Stovekirche die Zukunft der elektronischen Tanzmusik erfinden, als Nebenbeschäftigung.

Der Kompostmistkübel steht alleine und stinkend im Betonhof. Es regnet in Strömen, aber das scheint ihn nicht zu beeindrucken. 25,4 Grad Celsius, Schneesturm – beeindruckend, vor allem innerhalb einer Woche, aber Regen im April kommt so unüberraschend wie der faulige Geruch seitens der grünen Biotonne, deren Informationspickerl halb abgeschält und vergilbt wie ein Fetzen an ihr klebt.

Noch hält das Rohr.

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