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Die Wärme auf meiner Haut

Als die Wogen sich glätteten.

Alles ist so chaotisch. Und trotzdem scheinen sich manche Wellen zu glätten, als wäre der Sturm erst einmal vorbei. Ich fühle die Abwesenheit eines Gefühls, und für einen Moment strahle ich tatsächlich, als habe ich gute Laune. Die Sonne scheint und zum ersten Mal seit gefühlt einem Jahr fühlt sich das richtig an, echt, als hätte ich es verdient, auf dem Beton zu stehen und die Wärme auf meiner Haut zu spüren. Vielleicht, denke ich mir, könnte doch noch alles gut werden.

Die Vorhänge

Als etwas hinter meinem Auge saß.

Ich ziehe die Vorhänge zu und höre einen Podcast, weil hinter meinem Auge ein merkwürdiger Schmerz pocht. Ich kann damit nicht so gut umgehen, denn natürlich verpasse ich den Moment, in dem es opportun wäre, eine Schmerztablette zu nehmen, also nehme ich sie zu spät. Irgendwann muss ich dann doch wieder auf deinen Bildschirm schauen und es ist schon nicht mehr so schlimm. In mir zieht sich etwas zusammen, ich versuche es wieder zu entfalten, aber heraus kommt nur ein schlechter Origami-Kranich, den ich nicht einmal jemanden schenken könnte.

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Die Bruchkanten

Als ich über Rettung nachdachte.

Der Tag beginnt so wild, ich kann es kaum glauben. In der Dusche bin ich weniger euphorisch, als ich gehofft hätte, die Anspannung kriecht vom Abfluss in meinen Körper. Sie bleibt nicht lange, ich spreche lange mit Menschen, es sind gute Gespräche, glaube ich zumindest.

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Der Rotstift

Als ich im eine Druckfahne in der Hand hielt.

Ich fahre herum, ich verbringe den Tag nicht zu Hause, es fühlt sich alles so ungewohnt an. Eine Druckfahne ausgedruckt mit Rotstift korrigieren, wie ein altes Ritual, das ich seit Ewigkeiten nicht mehr durchgeführt habe. Ich schließe den Browser auch nur ein einziges Mal, weil ich das @ suche und mich nicht gleich erinnere, dass es an dieser speziellen Tastatur nicht auf dem Q liegt. Ich finde eine gute Zugverbindung, um wieder nach Hause zu kommen, aber es kommt dann doch alles anders.

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Das Ausgespucktwerden

Als ich an das Lied der Zikaden denken musste.

Die Dinge, die sich gestern noch unglaublich schwierig anfühlten, gehen mir auf einmal leicht von der Hand. Ich versuche, mich nicht zu sehr ablenken zu lassen von allem, was ohnehin ständig auf mich niederprasselt, meine Gedanken zu fokussieren und zwischendurch vielleicht noch den einen oder anderen lustigen Tweet zu schreiben. Vielleicht drücken ja mehr Leute auf das Herz, weil die Animation sich verändert hat.

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Das Menschenkostüm

Als ich die Haare aus dem Abfluss anstarren musste.

„Aber was, wenn ich das wirklich suche, obwohl es sich nicht gut anfühlt?“, frage ich, leicht verzweifelt. Meine Stimme zittert, ich kann den Gedanken nicht einmal wirklich aussprechen. „Wie diese merkwürdige Faszination für Haare im Abfluss. Es fühlt sich nicht gut an, es ist eklig, aber trotzdem muss ich immer weiter ziehen und sehen, was da alles herauskommt, an einem Bündel von aufgeweichten Haaren und Seifenresten, die zu einem Klumpen geworden sind, der alles blockiert.“

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Das Dickicht

Als ich mich durch eine dichte Hecke kämpfte.

Ich habe Angst. Mein Atem ist merkwürdig, ich fühle mich ganz esoterisch, weil ich so tief einatme. Ich versuche das Ding mit den Dingen die ich sehen, anfassen, riechen kann, aber es klappt nicht. Bis jemand anderes mit mir dieses Ding macht und ich konzentriert meine Zwiebel, mein Knoblauch und meine Zucchini schneiden kann.

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weekend reading 109

Als ich viel zu spät Links postete.

Eigentlich ist es schon zu spät, deswegen gibt es heute auch nur ein paar Links und nicht ganz so viele wie sonst vielleicht. Ich habe diese Woche über einen Bericht des Umweltobservatoriums geschrieben, der auf den katastrophalen Zustand der Umwelt in Luxemburg hinweist. Und über einen Green Finance-Fonds aus Luxemburg, der gar nicht so nachhaltig ist, wie man auf den ersten Blick glauben könnte.

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