Die Fahrt durch das Wechselbad

Als ich mich ans traurige Tanzen erinnerte.

Ich fahre mit dem Bus, um mit einen vergleichsweise teueren Abdruck des hässlichsten Fotos, das je von mir gemacht wurde, abzuholen. Als ich es in den Händen halte, regnet es in Strömen. Unter der Maske und der beschlagenen Brille sehe ich nichts mehr, aber ich kann mich zum Glück noch gut genug daran erinnern, wie die Entfernungen in dieser Stadt sich anfühlen.

Ich erinnere mich, wie ich trotz all meiner Traurigkeit und meinem Weltschmerz versuchte, auf einer Parade zu tanzen. Ich kann mich nicht mehr an jedes Detail erinnern, irgendwie fehl am Platz und dennoch geborgen in der Masse, von der ich mehr ein Teil sein möchte. Vielleicht hab es Sushi am Heimweg, vielleicht erinnere ich mich falsch.

Auf der Fahrt habe ich das Gefühl, durch ein Wechselbad gefahren zu werden, auf Landstraßen entlang, die so ungewohnt sind. Es geht mir besser, obwohl es einem Teil von mir schwer fällt, genau das zu akzeptieren. Ich versuche nett zu mir zu sein, verständnisvoll. Versuche, mich selbst zu beruhigen. Die Dinge sehen anders aus, sie fühlen sich anders an, und obwohl so viele Sorgen auf mich zukommen, möchte ich so etwas wie Hoffnung fühlen.

Vielleicht wird es einfach nie aufhören zu regnen.

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