weekend reading 120

Als ich nach langer Abwesenheit wieder Links postete.

Da bin ich wieder. Einige Monate und einen Umzug später habe ich meine Tabs der letzten … Wochen aufgeräumt und die Links, die ich jetzt so lange extra für euch aufbewahrt hatte, hier verbloggt. Ich wünsche viel Spaß damit. Demnächst dann wieder regelmäßiger Links an irgendeinem Punkt des Wochenendes.

Bored Apes Yacht Club: Das steckt hinter dem Erfolg der teuersten NFT-Kollektion der Welt. Gute Hintergrundgeschichte, die allerdings wieder einmal einen der Hauptgründe, weswegen NFTs überhaupt existieren bzw. weswegen so stark versucht wird, das zu hypen, auslässt: Die Leute, die viel Kryptowährung haben, kriegen ihr „Vermögen“ nicht ausgezahlt, wenn nicht viele andere ihr Geld in Kryptowährungen umtauschen. Sehr gut erklärt wird das in diesem Youtube-Video mit dem Namen „Line goes up„.

Auch die Washington Post findet das ganze eher nicht so gut und bittet: Musicians, please stop luring your fans into the risky world of NFTs. Und Cory Doctorow schreibt Crypto + Copyright = 🤡💩. Nicht zu unrecht. Es gibt auch noch andere Kritik an den Bored Apes, nämlich: Bored Ape Yacht Club is Racist and Contains Nazi Dog Whistles. Und dieses Interview mit Brian Eno über NFTs und das, was er „Automaticism“ nennt, ist auch sehr spannend.

Katta Spiel: „Es braucht Sichtbarkeit für mehr als zwei Geschlechter“. Gutes Interview über die Wichtigkeit geschlechtergechter Sprache und die Sichtbarkeit von Geschlechtern abseits der altbekannten Binarität.

Women spoke up, men cried conspiracy: inside Axel Springer’s #MeToo moment. Die Financial Times darüber, wie der Axel Springer-Konzern mit dem Fall Reichelt umgegangen ist.

Bundesservice Telekommunikation — enttarnt: Dieser Geheimdienst steckt dahinter. Lilith Wittmann hat einfach mal so eine Außenstelle eines deutschen Nachrichtendienstes enttarnt. Sehr spannend zu lesen, wie „einfach“ solche Recherchen sein können.

Art Spiegelman on Maus and free speech: ‘Who’s the snowflake now?’. Weiß nicht genau, warum das als Interview angekündigt wird, es ist mehr ein Porträt, aber ein spannendes – auch wenn ich sicherlich nicht jede Meinung von Spiegelman teile.

So sehen Sieger aus. Die Jungle World über den als „Drachenlord“ bekannten Youtuber Rainer Winkler, der zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde. Dabei ist er eigentlich das Opfer einer massiven Hasskampagne gegen ihn. Darüber hatte einige Wochen zuvor auch Sascha Lobo im Spiegel geschreiben.

Teen Lives, Interrupted by COVID. Young New Yorkers grapple with the pandemic’s mental toll. What it says on the tin, würd ich mal sagen. Trotzdem sehr beklemmend.

„Der große Lockdown war niemals alternativlos“ ist vermutlich die Schlagezeile, die Telepolis mit diesem Interview am meisten Klicks einbringt, vielleicht aber auch die einzige Aussage des Arztes und Historikers Karl Heinz Roth, der ich nicht unbedingt zustimmen würde. Seine Ausführungen sind auf jeden Fall spannend.

Wer eine Community aufbaut, muss sie auch pflegen schreibt Superlevel zum Fall vom Tabletop Simulator. Der ermöglicht Brettspielfans und -designer*innen, ihrem Hobby auch während Corona treu zu bleiben. Jetzt hat unzureichendes Community-Management die Tür für queerfeindliche Opportunisten geöffnet. Das hätte verhindert werden können.

Something is wrong on the internet ist ein älterer Text, der ganz gut zeigt, wie diese automatisch generierten Kindervideos auf Youtube funktionieren. Ich hielt das ja lange Zeit für einen Mythos, dass es da so viel Bot-Content geben sollte, aber allem Anschein nach gibt es ihn.

Zu Beginn der Covid19-Pandemie waren „Prepper*innen“ ja kurz im Fokus. Es gibt neben den eher rechtslibertären Menschen aus den USA aber auch linke Kollektive, die das tun. So hat die AK ein Interview mit Pär Plüschke von der schwedischen Gruppe Preppa Tillsammans über linke Krisenvorbereitung und Solidarität.

Auch aus der AK: Wer nicht hüpft, ist exkludiert, über gewisse Demosprüche, die immer wieder zeigen, wer alles nicht mitgedacht wird.

Queeringthemap.com ist eine hübsche Karte, auf der Coming-Out-Stories und ähnliche persönliche queere Geschichten und Anekdoten vermerkt werden können. Schade nur, dass sich nicht für die offene Openstreetmap als Untergrund entschieden wurde.

Kleine Geschichte des größten zivilen Nuklearunfalls. 1987 entdeckte in der brasilianischen Stadt Goiânia ein Schrotthändler ein blau leuchtendes Pulver. Was dann geschah, erzählen die Geschichtskolumnisten Hemmer und Meßner von Spektrum.

Ich finde den Titel dieser SZ-Geschichte nicht gut, aber die Feststellung, dass Autos immer größer und schwerer werden, ist hier gut und interaktiv illustriert.

The adorable love story behind Wikipedia’s ‘high five’ photos. Cute. Die Fotos gehen immer mal wieder viral, und das nächste Mal wisst ihr dann, dass die beiden Menschen darauf heute verheiratet sind.

Wie das Vermögen der reichsten Österreicher*innen sich grafisch darstellen lässt, zeigt Moment hier sehr gut. Auch ihr Artikel mit dem etwas reißerischen Titel Mit diesen 11 Powerpoint-Folien hat sogar Boris Johnson die Klimakrise kapiert hat mir gut gefallen. Und zum Thema berühmte Politiker*innen noch: Die Podcast-Reihe Der unwahrscheinliche Weg der Angela M. ist auch einige Monate nach ihrem Abtreten immer noch spannend.

Ältere unter euch erinnern sich vielleicht an den vielbesungenen Y2K-Bug. Jetzt gibt es den Version-100-Bug, möglicherweise. Mozilla und Google bereiten sich darauf vor, dass das Erreichen der Version 100 von Firefox und Chrome (beide noch in diesem Jahr) einige Webseiten kaputtmachen könnte.

Why Does Coffee Make Me Poop? Die NYT geht einer der großen Fragen der Menschheit auf den Grund.

Es wurde auch endlich ein Tausendfüßer mit tausend Füßen entdeckt. A propos Getier: Insektenschwund: Dieser Mann gibt kleinen Tieren eine Stimme. Um die Artenvielfalt in Deutschland steht es schlecht. Käferforscher Thomas Hörren beobachtet und zählt Insekten. Er sorgt dafür, dass die Öffentlichkeit von ihrem Verschwinden erfährt. Noch eine Notiz aus der Tierwelt: In Neuseeland wurde eine ­Fledermaus zum Vogel des Jahres gewählt. Außerdem waren da noch die Wespen in Finnland: Butterflies released in Finland contained parasitic wasps – with more wasps inside.

Gute Frage, allerdings schon von 2018: What Even Was Vajazzling?

Ich habe „Squid Game“ noch nicht gesehen, und weiß nach dieser Rezension auch nicht, ob ich das noch tun werde: Kritische Blutfontänen: Die südkoreanische Streaming-TV-Serie »Squid Game« zeigt den Konkurrenzkampf als plumpe Allegorie – und ­ermöglicht, ohne es zu wollen, einen kritischen Blick auf das Format der gesellschaftskritischen Serie.

Dieser Text über ein episch schlechtes Essen in einem Michelinstern-Restaurant in Lecce ist zwar viel herumgegangen, ich verlinke ihn aber dennoch, denn Zeilen wie „The décor had the of chicness of an underground bunker where one would expect to be interrogated for the disappearance of an ambassador’s child.“ sind wirklich lesenswert. Eine Antwort vom Koch gab es dann auch.

Automatic Dice Roller, eine lustige Maschine, die ich zwar überhaupt nicht brauche, aber sehr hübsch finde. Solche Apparate mit physischen Knöpfen üben eine starke Faszination auf mich aus. Vielleicht kann eins einen Nachmittag in einer Schaltzentrale einer ausrangierten Atomzentrale buchen und einfach ein bisschen auf Knöpfe drücken?

Spannendes Kunstprojekt: Pink Cell Tower.

wikitrivia ist nicht unbedingt ein Anti-Wordle, aber ein gutes Spiel, wenn es darum geht, die eigene Einschätzungsfähigkeit, welche Ereignisse sich wann in der Weltgeschichte abgespielt haben, auf die Probe zu stellen.

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