weekend reading 122

Als ich endlich mal wieder Links für euch hatte.

Eine "Title Card" im Stil der Anime-Serie Neon Genesis Evangelion. Weiße Schrift auf schwarzem Grund. Durch einen Effekt sieht alles ein wenig verwaschen aus, halt wie in der Serie. In großen Serifen-Buchstaben steht da SOUL ZEPPELIN WEEKEND READING EPISODE 122.
Darunter steht Oh boi here it comes.

Ich habe diese Woche etwas über die EU-Taxonomie und über das Spiel A Day of Maintenance geschrieben und kann euch außerdem diesen Artikel meiner Kollegin über Körperbilder und -normen in der queeren Szene ans Herz legen. Ich war auch vor über einem Monat im Radiocamp, da gab es eine Abschlusssendung, die könnt ihr hier hören.

In Deutschland gibt es gerade das 9-Euro-Ticket, was auch heißt, dass eine bestimmte Artikelart boomt: Übermedien ist dem in Die besten Reportagen, die man für 9 Euro kaufen kann auf den Grund gegangen.

Außerdem gab/gibt es in der Bundesrepublik eine Diskussion über angebliche Cancel-Culture, in Verbindung mit viel Transfeindlichkeit, weil es um den vorgeblich wissenschaftlichen Vortrag einer explizit transfeindlichen Meeresbiologin ging. Dazu einige Artikel, die die Causa wie ich finde gut einordnen: „Personen wie Vollbrecht geht es nie um biologische Zweigeschlechtlichkeit“, Neurowissenschaftlerin zur HU: Das ist keine Cancel Culture, sondern Fortschritt, Wie gut finden Sie Zwangssterilisation? (von Sascha Lobo) und für den weiteren Kontext lege ich euch How the far-right is turning feminists into fascists auf die Leseliste. Passend dazu auch dieser Essay zu Zynischem Nonkonformismus, der bei 54books erschien.

Sex, laughs and the snip: an audience with Thailand’s ‘Condom King’. Wie Aufklärung funktionieren kann. Leider werden in dem Artikel zwar die Vasectomy festivals angeteasert, dann jedoch nie erklärt. Wo ich gerade schon beim Guardian bin, wichtig zu wissen: Trans Journalists Pull Out of Guardian Newspaper’s Pride Coverage.

Halbwegs aktuell ist auch Why the Internet Sided With Johnny Depp, dazu kann ich auch die „The Daily“-Episode empfehlen, inder die NYT-Journalist*innen die Gerichtsverhandlung relativ nüchtern nacherzählen und erklären, was das Urteil für die Opfer häuslicher Gewalt bedeutet.

Chernobyl nuclear disaster – in pictures. Das Jubliäum ist jetzt ein wenig her, aber die Bilder sind immer noch spannend. Nochmal Fotos, nochmal ein Disaster: The Secret Pentagon Photos of the First Prisoners at Guantánamo Bay. Es ist immer noch unfassbar, was da vor sich ging und vermutlich immer noch geht. Auch, wie wenig das noch irgendwer interessiert.

Der Krümelzähler der Bundesbank. Wie in Deutschland Geldscheine rekonstruiert werden, die zum Teil zerstört sind und rückerstattet werden sollen. (via diesen Tweet). Hier etwas, was ich ähnlich spannend einordnen würde: Vorortelinie: Als eine Bahnlinie aus dem Dornröschenschlaf erwachte. Eine jahrzehntelang ungenutzte Bahnlinie in den westlichen Wiener Vororten wurde wiederentdeckt. Am 31. Mai feierte die Restaurierung 35-jähriges Jubiläum.
Als aus einem NS-Projekt ein Badesee wurde. Spannender Artikel vom ORF: Die Nationalsozialisten wollten die Donau mit der Oder verbinden und so eine europäische Hauptverkehrsroute für den Schiffsverkehr schaffen. Bis auf wenige Kilometer wurde daraus nichts. Ab 1960 entstanden aus dem ehemaligen NS-Großprojekt mehrere Badeseen.

Wenn ich gerade schon bei Nazis bin: Rolf Kauka: Die braune Gesinnung des Fix und Foxi-Schöpfers. Wußte ich bisher nicht, hat mich ziemlich erschreckt.

The Feature That Almost Sank Disco Elysium. Spannendes Interview zu meinem Lieblingsspiel. Da kann ich dann auch Zwischen Namen – Existenz und Identität in „Disco Elysium“ empfehlen. Und dann auch noch A Year Later, I Still Can‘t Stop Thinking About Disco Elysium, ein sehr fantastischer Essay über das Spiel. Und hier gibt es noch ein Interview: Dream Quests and Desires: An Interview with Disco Elysium’s Justin Keenan. Hier ist noch ein Essay, das ich aber nicht gelesen habe, weil ich Planescape noch spielen möchte.

Wenn wir schon bei Spielen sind: Mein Lieblingsspieleblog Superlevel hat gleich drei Artikel zum Queer Games Bundle 2022 geschrieben, die ihr alle lesen solltet: Queere Entwickler*innen brauchen keine Repräsentation, sondern ein sicheres Einkommen, 16 queere Games, die sich auch ohne Bundle lohnen und Queere Spielemacher*innen leben mehr als nur eine Realität.

NFT zu „Einstein on the Beach“ : Aus Theater wird Krypto-Kunst. Selten so fremdgeschämt beim Lesen eines Textes. Aber gerade deswegen, weil Menschen ohne jede Ahnung von den technischen Grundlagen so verklärende Worte schreiben können, möchte ich das hier festhalten.

The Fatfinger Economy von Cory Doctorow ist der bessere Artikel über Tech. Das Thema wird ja nicht mehr alt: Internet in Berliner Gefängnissen: Monopol hinter Mauern. So wichtig es auch ist, dass in Gefängnissen Internetzugang ist, so schlimm ist es auch, wie da ein Monopol schamlos ausgenutzt wird. A propos schamlos ausnutzen, da fällt mir doch Fynn Kliemanns Maskenbetrug ein: Wie der Influencer und Unternehmer Fynn Kliemann Schutzmasken aus Bangladesch und Vietnam als „fair“, „in Europa produzierte“ Masken verkaufte.

John Scalzi writes science fiction because of a coin toss. Ich mag den ja sehr gerne, und das Interview macht ihn auch nicht unsympathischer.

Fired by Starbucks, Union Organizer Now Wears His Fursuit to Rallies. So geht das.

Pixel Vision 8 is a next generation 8-bit fantasy game console. Don‘t just make games, design your system‘s specs to match actual hardware, or create something new. Ich hab zufällig Pixel-Art dazu gesehen und fands spannend. Die Idee scheint mir sehr cool zu sein.

State Soils zeigt den Staatsboden jedes US-Bundesstaates. Die haben nämlich alle einen State Soil.

Den Link zu craiyon.com haben sicher schon alle gefunden. Was sehr gut klappt, sind Promts nach dem Schema „Person X in $Videospiel“ oder „Trail cam“.

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