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Der kribbelnde Mörtel

Als ich den ganzen Tag nervös war.

Ich bin den ganzen Tag so nervös, ich kann kaum etwas essen. Der viele Kaffee macht es nicht besser, wie auch? Ich verbringe so viele Zeit in Meetings, ich fühle mich beinahe wichtig. Es zerrt an mir, ich muss mich danach erstmal hinlegen, und die Nervosität krabbelt über mich wie ein Schwarm Ameisen.

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Die Regenniederlage

Als ich mich für die Abkürzung entschied.

Ich stehe vor einer Entscheidung. Es regnet in Strömen, es könnte aber gleich wieder besser werden. Der Reißverschluss meiner Jacke will nicht so, wie ich will. Und überhaupt bin ich außer Atem und das ganze Leid der Welt lastet auf meinen Schultern. Ich will das nicht, deswegen nehme ich den Weg zurück, auch wenn es sich nach dem Schuhebinden und Wasserflaschenauffüllen wie eine Niederlage anfühlt.

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Das Piksen

Als ich traurige Musik hörte.

Noch einmal das Lied hören, das ich nicht selbst entdeckt habe und in dem jemand über eine Traurigkeit hört, die nie meine war – eine Lücke in meinem Lebenslauf, die ich niemals schließen werde können. Noch einmal traurig sein, ohne weinen zu können, ehe ich endlich mit der Sache anfange, die ich schon den ganzen Tag tun will. Noch einmal den Schmerz spüren, der nicht meiner ist, mit dem ich mich aber so sehr identifiziere, dass es mir beinahe weh tut. Ich wünschte, all das in mir drin wäre auszudrücken wie ein gigantischer Pickel. Der Eiter spritzte gegen den Spiegel, ich ekelte mich vor mir selbst, würde mich danach aber besser fühlen.

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Die Nichtmehrunumarmtheit (II)

Als sich meine Nackenhaare aufstellten.

Es hat aufgehört zu regnen, allerdings ist es kalt geworden. Die Sonne ist längst untergegangen, auch wenn der Horizont das nicht glauben lassen mag. Das Hintergrundrauschen der Autos ist lauter als sonst, ein Bus ächzt sich den Hügel hoch, bis nichts mehr von ihm zu hören ist. Für ein paar Sekunden ist es still. Ich frage mich, ob sich diese Umarmung je nicht gut anfühlen wird.

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Die Passage

Als ich ein Spiel machen wollte.

Es regnet und ich tippe. Ich sehne mich nach neuer Musik, immer wieder muss ich meinen Schreibfluss unterbrechen, weil ich doch wieder etwas anderes will. Ich stehe vor dem Regen und ärgere mich über Menschen, die sich ob Hitze und gutem Wetter beschweren, irgendwo anders auf diesem Planeten. Ich tippe weiter, mit den Regentropfen, unter der Gräue, zwischen meinen Rauchpausen.

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Das Zetern

Als der Himmel so grell grau war.

Ich bin grundlos traurig. Und suche mir einen Grund, in meinem Abgrund. Das Grau des Himmels wirkt nach einem schönen Tag so unglaublich grell, dass es mich fast blendet. Im Garten zetern die Meisen, ich bin der Feind, der vor dem Grün kniet, um es zu fotografieren.

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Die Nichtmehrunumarmtheit

Als ich umarmt wurde.

Ein Käfer krabbelt kupferfarben und das Licht brechend im Betonhof umher, verirrt sich kurz unter meiner Sandale, bis ich sie hochhebe und er erneut die Freiheit genießen kann. Ungeachtet dessen steht mir immer noch die Person, die wir einst Ruth nannten, gegenüber. Mit ausbreiteten Armen, die nicht so einladend aussehen, wie sie sich anfühlen sollten.

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