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Die Erleuchtung

Als ich keine Erleuchtung, sondern einen Tagtraum hatte

zwei Lichter im dunkeln

Jetzt ist es schon wieder so spät. Ich wollte doch noch so viel machen, aber ich habe den Tag damit verbracht, auf Youtube Videos zu schauen. Und diese Dokumentation über Flathearthers, die gar nicht einmal so schlecht war. Ich muss an Fernbusreisen denken. Ich weiß nicht einmal genau, warum eigentlich. Die zwei Monate, in denen ich regelmäßig, eigentlich fast jede Woche, mit dem Fernbus gefahren bin, wirken so unendlich weit weg. Dabei ist nur so viel passiert, nicht so viel Zeit vergangen.

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Das Warten

Als ich warten musste.

Wieder einmal muss ich warten. Es ist meine eigene Schuld, ich habe nicht genau genug geschaut oder habe vielmehr nicht die Möglichkeit einer Eventualität in Betracht gezogen. Trotzdem ist es kalt und windig und ich würde früher als später unter einem vertrauten Dach ruhen, aber das ist mir heute nicht gewährt.

Nicht nur jeden Ansatz einer Frisur hat die äußerst bewegte Luft weggetragen, sondern auch jeden Willen, mich nicht dem Schicksal zu ergeben. Ich erhebe beide Hände, unbewaffnet und nackt. Ich wünschte, ich könnte eine weiße Fahne schwingen, aber auch sie würde der Wind hinfortblasen.

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Weekend reading 6

Als ich hastig einige Links postete.

Zeitungen

Da ich bis vor kurzem beim Luxembourg City Film Festival war und vor wenigen Minuten aus dem Kino gestolpert bin, wird das jetzt ein eher improvisierter, am Telefon geschriebener Beitrag. Aber zum Glück habe ich schon ein paar Links gesammelt, die ich euch präsentieren kann.

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Nach dem Regen

Als ich aus dem Zugfenster blickte.

Blick aus einem Zugfenster, auf dem Regentropfen zu sehen sind.

Nach dem Regen ist die Aussicht aus dem Zugfenster gewaltig. Der Horizont scheint weiter weg als sonst, in der Ferne türmen sich Wolken auf, das Licht wirkt so anders. In meinen Kopfhörern redet jemand über die Rolle der Gewerkschaften. Ich höre nicht so ganz hin. Ich muss an die Busfahrt denken, die ich fast vollständig im Stau verbracht habe. Und während wir an einem Fastfoodrestaurant vorbei fuhren, schweiften meine Gedanken wieder einmal ins Unangenehme ab. Ich verstehe nicht, warum sie das so oft tun. Ich habe so viele Dinge, über die ich mir Sorgen machen könnte, die ich aushecken könnte, an denen ich weiterspinnen könnte, statt mich ständig an die unangenehmsten Dinge, an die ich zurückdenken kann, zu erinnern.

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Die gewaltige Decke

Als mir kalt war.

eine decke mit punkten

Ich möchte mich zudecken unter einer gewaltigen Decke und lange schlafen. Ich wusste ja, dass der Sonne im Februar nicht zu trauen wäre. Und jetzt ist es März und der Regen beherrscht wieder das Land. In der imaginierten Version Luxemburgs in meinem Kopf regnet es ständig. Aber wenn ich dann wirklich nachschaue und Klimadiagramme vergleiche, regnet es zum Beispiel in Seattle viel mehr. Aber vielleicht ist das auch keine gute Vergleichsgröße. Ich bin nämlich der Meinung, dass es der Regen ist, der mich müde macht. In Wirklichkeit bin ich nämlich ein kaltblütiges Tier, das nur dann wach und munter sein kann, wenn die Sonne scheint und ich nicht in unangepasster Kleidung durch den Regen laufen muss.

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Der Pomodorocast

Als ich schamlos die neuste Episode meines Podcasts promotete

Es ist endlich wieder soweit: Die neuste Episode von „Irgendwas mit Meta“ ist fertig. In mühevoller Kleinstarbeit habe ich die Aufnahme (die wir übrigens letzten Freitag gemacht haben) geschnitten, mit Soundeffekten versehen und letztlich dann exportiert. Es ist wirklich ein wenig erstaunlich, dass die Episoden immer um die 35 Minuten lang werden, völlig unabhängig von der Dauer der Aufnahme.

Am Freitag haben wir nämlich beinahe zwei Stunden aufgenommen, im Endeffekt hat aber dann trotzdem alles in ein bisschen mehr als eine halbe Stunde gepasst. Die Outtakes waren aber allesamt sehr lustig, vielleicht müssen wir die auch mal gesondert veröffentlichen. Aber worum geht‘s eigentlich dieses Mal?

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Was nicht gesagt werden kann

Als ich einen Text über einen Text schrieb, den ich nicht schreiben konnte

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen Text abgebrochen habe, aber heute ist es wieder passiert, weil ich keine Worte finde, die passend wären. Alles was mir einfällt ist die simple Beschreibung der Tatsachen. Oder die Art und Weise, wie ich die Tatsachen sehe und heute wahrnehme, durch die Brille der Melancholie, des Vermissens und der Gewissheit, dass die Dinge nicht wieder so sein werden, wie sie einst waren. Und wieder stehe ich am Herd und koche Erinnerungen in Einmachgläser. Ich mache Konserven für schlechte Zeiten und ahne, dass die schlechten Zeiten eventuell schon heute sind.

Auch diese Annahme muss falsch sein, aber noch vermessener wäre es, zu behaupten, es habe immer nur gute Zeiten gegeben, als wäre ich nicht in der Lage, Menschen zu verletzten oder verletzt zu werden. Immer wenn ich das Gefühl habe, etwas zu verlieren …
Aber das ist Quatsch. Ich habe nichts verloren, nicht in diesem Fall, niemals. Nicht, weil die Dinge anders geworden sind. Ich muss mich selbst vor mir selbst beschützen, wenn ich so etwas denke, denn es stimmt einfach nicht.

Und dann denke ich an all diese Menschen, denen ich nicht oft genug schreibe, dass ich sie mag und sie umarmen möchte. Noch ein Satz weiter und ich muss weinen.

Zurück zum Meer

Als ich über das Schreiben und Stilfragen nachdachte.

Weiße Felsen und azurblaues Meer. An mein Herz, schönes Marseille!

Ich bin immer noch verwundert über den Satz, den ich eben dachte. Irgendwann gab es diesen Punkt in meinem Leben, in dem ich mich dann doch nach morantischer Nähe sehnte. Und nun, da ich eigentlich der Überzeugung bin, dass ich Zusammenkünfte nur mit ganz bestimmten Menschen unter ganz bestimmten Voraussetzungen kann, überrasche ich mich selbst mit dem Wunsch, unter Menschen gewesen zu sein. Es ist ein gutes Zeichen, sich über sich selbst wundern zu können.

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Tausend Inseln

Als ich mich mal wieder an „Poesie“ versuchte.

Satellitenaufnahme des Aaland-Archipels, Finnland.

Ich erinnere mich an den Tag, der damit begann, dass beim Versuch, die Sojamilch in den Kühlschrank besonders cool zurückzustellen
eine Flasche veganes Thousand Islands-Dressing
was für ein poetischer Name, dem das Dressing nicht gerecht wurde
Zu Boden fiel
Aus dem Kühlschrank sprang
Zu meiner völligen Zerknirschtheit
Denn es war eine Glasflasche, die in tausend Stücke zersprang
Und das Thousand Island Dressing in tausend kleine Spritzer am Küchenboden verteilte
Ich erinnere mich genau an das Knirschen der Scherben auf dem Fliesenboden, der eine undefinierbare Farbe irgendwo zwischen grau, ocker, beige und anderen Farbtönen hatte.

Auch ich möchte zu tausend Inseln fahren, obwohl ich gar nicht weiß, was ich dort soll.

Foto: NASA/METI/AIST/Japan Space Systems, and U.S./Japan ASTER Science Team.