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Der Jogginghosentag

Als die ersten Blätter gelb wurden.

Und dann merke ich, dass es vorbei ist. Nicht irgendeine Jahreszeit oder sonst ein gesellschaftliches Konstrukt, das diktitiert, dass ich dem Vergehen von Zeit Bedeutung zumesse – das Gefühl, das meine Hand kribbeln ließ, das ich nicht einordnen konnte, über das ich nicht sprach, weil ich befürchtete, mein Verdacht könnte sich bestätigen.

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weekend reading 32

Als wieder einmal Linktag war.

Ich hatte das Gefühl, ich hätte diese Woche sehr viel geschrieben. Stimmt aber nicht so. Wenn ich mir meinen Output anschaue, finde ich da nur einen Artikel über Borkenkäfer in luxemburgischen Wäldern und diese Notiz zum Schulobst-Fail der luxemburgischen Regierung. Na ja, und den Podcast (auf Luxemburgisch) über sexuelle und affektive Gesundheit habe ich aufgenommen.

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Die Apfelfrage

Als ich von Sebastian Kurz träumte

Ich entdecke irgendetwas im Internet, wodurch ich etwas gegen Sebastian Kurz in der Hand habe. Statt es aber einfach zu leaken, entwickele ich mit anderen eine elaborierte Strategie, die wirklich sehr ausgeklügelt ist. Am Ende kumuliert sie darin, dass ich Sebastian Kurz auf einer Wiese in Österreich mit irgendeinem Satz konfrontiere und er darauf einwilligt, ein privates Gespräch zu führen.

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Die Betonplatte

Als ich den Sonnenschein für trügerisch hielt.

Der Tag ist trügerisch sonnig und warm. Ich hege kurz Hoffnung, fast möchte ich gar glauben, aber eigentlich weiß ich es ja besser. Wir sitzen in der Sonne und trinken Kaffee, denn bald schon wird das kein Option mehr sein, es muss profitiert werden. Das denke ich mir auch, wenn ich die kurze Hose trage, die mir eigentlich zu kurz ist, um damit unter Menschen zu gehen, aber ich habe keine Scham mehr. „D‘Leit sollen denken, wat se wëllen“ wäre mein Leitspruch, wäre ich in der Position, einen Leitspruch festlegen zu können.

Ich fühle mich schon nostalgisch, dabei ist noch gar nichts passiert. Noch scheint die Sonne, noch ist es warm. Ich wünschte, ich wäre eine Katze und würde ohne Sorgen mit geschlossenen Augen auf dem Beton im Innenhof liegen, so lange die Sonne scheint.

Die Kompostierung

Als ich die Welle spürte, die über mich hinwegrollte

Ich lese ein PDF über Kompostklos, um nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft zumindest eine kleine Ahnung zu haben, was ich mit meinen Exkrementen tun kann, die ansonsten nirgendwohin könnten. Vielleicht wird mich das irgendwann retten, vielleicht wird es nur als unnützes Wissen irgendwo in meinen Synapsen verstauben.

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Das Los und die Hoffnung

Als ich mich auf die Zukunft freute.

Manchmal habe ich dann doch Hoffnung, dass ich etwas ändern könnte. Wenn ich mit jungen Menschen rede, wenn ich mir ausmale, wie schön alles sein könnte, wenn wir nur wollen würden. Vielleicht müsste ich auch das aufschreiben, der Utopie ein Gesicht geben, die Möglichkeiten aufzählen. Es fehlt ja eigentlich nicht so viel, nur ein kleiner Schubser, nur ein wenig Überzeugungsarbeit, nur zehntausende Lichtjahre zwischen dem hier und jetzt und der goldglänzenden Zukunft, die sein könnte.

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Der Regenguss

Als der Sommer endete

Es regnet, Weltuntergangswetter. Und alles, was ich mir denken kann, ist die traurige Feststellung, dass der Sommer jetzt vorbei ist. Weil ich meinen Mund nicht halten kann, weil ich das Schicksal nicht akzeptieren will, ohne vielleicht Gegenrede zu hören, spreche ich Vollkoffer diesen Satz auch noch aus. Damit ist es besiegelt, ab morgen beginnt der Herbst, die Dunkelheit und der weitere Abstieg des Joël A.

Wir bleiben dran.

weekend reading 31

Als ich Links postete, weil Freitags war.

Wie immer möchte ich mit jenen Texten beginnen, die ich selbst geschrieben habe. Diese Woche zum Beispiel das Edito, bei dem ich die Forderungen eines Landwirtschaftsverbandes untersuchte und feststellte, dass sich die Weigerung, mehr Biolandbau zu betreiben, auf einen gesamtgesellschaftlichen Konflikt zurückführen lässt: Niemand will Bio?

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