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Die Maus

Als ich einer Maus begegnete

Es gibt Situationen, da ist die eigene Reaktion wenig vorhersehbar. Ich bin in der letzten Nacht einer Maus im Treppenhaus begegnet. Erst dachte ich, es handle sich um ein ausgebüxtes Haustier, aber mir fiel relativ schnell ein, dass in dem Haus keine Mäuse leben. Also, zumindest nicht sanktioniert. Dass ein Exemplar das auch ohne Erlaubnis tat, sah ich ja vor mir. Das Tier war dabei, mir in der Treppe entgegen zu kommen. Die Maus war offensichtlich genauso erschrocken wie ich und lief nicht gleich weg. Ich bewegte meinen Fuß in ihre Richtung, weil sie das ja vielleicht zum Umkehren bewegen würde – in meinem müden Hirn würde ich die Maus so sanft in Richtung Garten bugsieren. Zusätzlich schrie ich den Nager mit „Geh!“ an.

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Die Krypta

Als ich müde und voller Tatendrang war

So viel zu tun, so wenig Zeit, so wenig Kraft, so wenig Stunden. Ich wünschte, es gäbe eine oder mehrere Kopien oder Klone von mir. Sie könnten all das tun, was ich nicht schaffe. Sie könnten einfach alles tun, während ich meiner wahren Bestimmung nachgehe: Dem Nichtstun.

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Der Berg

Als ich über das tägliche Schreiben nachdachte.

Die Spitze eines Berges, im Hintergrund weitere schneebedeckte Gipfel

Wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen. Oder wir müssen uns vorstellen, dass Sisyphos leicht anders heißt und versucht, jeden Tag zu bloggen, auch wenn er sich leergeschrieben hat, wenn er müde ist, wenn er ausnahmsweise mal früh ins Bett wollen würde (als ob das je passieren würde). Das ist keine leichte Vorstellung. Dies ist keine Übung in Sinnlosigkeit, es ist eine Übung in Sturköpfigkeit.

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Die Brandung

Als ein Monat und zehn Jahre vergangen waren.

Luftbildaufnahme von Wellen, die gegen Felsen schlagen

Jetzt dauert es bereits ungefähr einen Monat. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen will, denn ich merke es ja doch nur, wenn ich alleine bin, wenn ich darüber nachdenke, wenn ich meine Gedanken nicht auf anderes lenke. Ich komme mir immer noch unglaublich lächerlich vor damit, ich möchte immer noch jede Menge Ausreden erfinden.
„Es ist auch ein Monat her, dass wir nicht mehr gesprochen haben.“

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Rückblickend

Als ich eine Liste machte

ein sonnenuntergang im rückspiegel eines autos

Dinge, von denen ich rückblickend gerne schon vor 10 jahren gewusst hätte, dass sie großartig bzw. wichtig sind sind:

  • Sojamilch in Ramen!
  • Gepunktete Notizbücher
  • Popmusik kategorisch nicht zu mögen macht niemanden cooler
  • Träume immer aufschreiben
  • Hafermilch im kaffee
  • Kaffee ganz ohne mülch
  • Nicht auf Parties gehen wenn eins keinen Bock hat
  • Regelmäßig mit Menschen die weiter weg sind kommunizieren ist nicht unmöglich und sollte öfters von dir ausgehen
  • Rollenspiele machen so viel Spaß wie du denkst
  • beim Schreiben hilft nur Regelmäßigkeit und Ausdauer

Das Ding

Als es immer noch da war.

Bäume in der Nacht

Es ist immer noch da. Ich kann immer noch nicht darüber sprechen. Das Kribbeln in meiner Hand ist weniger geworden, alles ist entspannter. Aber, wenn ich wirklich objektiv auf die Fakten sehe, existiert dieses jene Unding, über das ich kein Wort verlieren möchte, immer noch.

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Die Brache

Als es einen Stromausfall gab

Mein Blick auf die Welt ist getrübt. Nicht nur, dass meine Brillengläser und das Zugfenster schmutzig sind, ich vernebele ihn mir auch selbst. In der Dämmerung fühle ich mich wohl, die Nacht begrüße ich wie eine alte Bekannte, unter deren Mantel ich mich sicher fühle.

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Internationaler Kampftag der Arbeiter*innenklasse

Als ich am 1. Mai Home-Office machen musste.

Ein sehr blauer Himmel mit vielen Wolken

Eine Musikkapelle, die morgens in meinen traumlosen Schlaf einmarschiert
Der Kaffee, den ich viel zu schnell trinke
Der Käsetoast, den ich zum Frühstück esse
Das Aufraffen, für das ich einen Spezialkran benötige
Der Zettelberg, in dem ich Notizen verstreut habe
Die Tastatur, die sich vertrauter anfühlt als noch vor einem halben Jahr
Forest, das dafür sorgt, dass ich auch tatsächlich arbeite
Der Feierabend, in dem ich mich in die Sonne setze
Die Sonne, die viel zu schnell hinter dem Horizont verschwindet
Der Abend, an dem ich allen Möglichkeiten hinterhertrauere

Prefeiertagreading

Hach, was für eine gute Idee!

Das ist jetzt vielleicht wirklich sehr lazy, aber erstens ist morgen tatsächlich einer der wenigen Feiertage, die es an sehr vielen Orten der Welt gibt und zweitens muss es ja auch möglich sein, mal weniger zu bloggen, ohne sich immer vor sich selbst rechtfertigen zu müssen. Ich habe mir heute einen Lebenstraum erfüllt und Werbespots gegen Bezahlung angeschaut. Also, so ähnlich.

Im TV-Tagebuch EU-Wahlen: Wahlwerbespots hab ich fünf Wahlwerbespots von luxemburgischen Parteien analysiert. Auf eine recht lustige Art und Weise. Ich bin ehrlich gesagt ein wenig schockiert davon, wie unprofessionell die alle sind, aber so ist das wohl mit „Second Order Elections“ und in Luxemburg. Und damit es nicht nur mein Link ist, den ich hier promote: Das IT-Debakel der Stasi klingt sehr lustig, da würde ich doch gerne mal die Originaldokumente lesen.