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Gute Bandnamen (I)

gutebandnamen

Ich habe heute aus Gründen mal nachgeschaut, was ich im Laufe der Jahre auf twitter alles mal als „guten Bandnamen“ bezeichnet habe. Ich bin leider einer jenen Menschen, die sich lieber Bandnamen ausdenken, als Bands zu gründen (wobei ich immer noch davon träume, kryptische Texte zwischen Industrialklängen zu schreien). Es wird also in absehbarer Zeit keine Veröffentlichungen unter diesen Namen geben: Weiterlesen

Zweitausendfünfzehn

eine Straße, eine Kaffeekanne und ein verschneiter Bahnsteig

Zweitausendfünfzehn, du warst eigentlich ganz okay. Jahre, in denen Dinge fortgeführt werden, wirken im Rückblick nie so spektakulär wie jene, in denen Dinge angefangen oder beendet werden. Ich erinnere mich an den Anfang des Jahres, als das Magazinprojekt aufregende neue Perspektiven bot und wir eine neue Person dafür suchten.

Im Februar besuchte ich Bratislava mit eben jener neuen Person. Tage voller Arbeit. Ich stand als Erster auf, duschte mich und kaufte mir einen Kaffee in einer kleinen Bäckerei ums Eck. So ungefähr stelle ich mir Urlaub als Erwachsener vor, frühes Aufstehen, Duschen und dann den Morgen mit einem einzigen langen Kaffee mit viel schaumiger Milch verbringen. Leider war es kein Urlaub, sondern eine Klausur, also verbrachten wir den Tag in der Küche und tippten Entscheidungen in unsere Computer, bis die Nacht uns überraschte und wir benebelt in der Küche saßen. Am Endes des Monats starb Leonard Nimoy, was mich wirklich traurig machte. Das war – glaube ich – das erste Mal, dass mich der Tod einer berühmten Person ernsthaft traurig und betroffen gemacht hat.

Ich wurde etwas wider Willen zum wort.lu-Blogger und erklärte gleich einmal meine Bauchschmerzen bei dem Projekt. Heute ist mein Blog immer ganz unten in der Liste der deutschsprachigen Blogs, wobei die meisten Blogs in der deutschsprachigen Liste mittlerweile auf Englisch geführt werden. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Liste anfangs rotieren würde, aber vielleicht hat sie das auch nie getan. Der Traffic, der von wort.lu kommt, ist jedenfalls wenig atemberaubend. Weiterlesen

Gewohnheiten.

Normalerweise halte ich solche Gedanken ja eher per tweet fest, aber vielleicht ist es, da ich eh bald ins Bett muss und aber nicht Nicht-Bloggen wollte, gang gut, dies mal hier fest zu halten.

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Es ist so merkwürdig, wie manche Gewohnheiten fest in mir stecken, besonders solche, die eigene Vorlieben angeht. Ich mochte sehr lange keine sauren Gurken (oder sonstige eingelegte Gewürzgürkchen). Mittlerweile habe ich mich an den Geschmack gewöhnt, finde ihn nicht mehr eklig und knabbere selten, aber manchmal schon, sogar einfach so eine Gurke aus dem Glas. Es gibt einen Reihe Dinge, mit denen es mir ähnlich geht (schwarzer Kaffee zum Beispiel), aber es geht mir eigentlich um ein anderes Phänomen:

Ich habe mich so sehr daran gewöhnt, diese Dinge nicht zu mögen, dass ich mich immer wieder aktiv daran erinnern muss, dass das jetzt anders ist. Wahrscheinlich ist das einfach so eine Sache des Älterwerdens, dass ich auf einmal zu mir selbst Dinge sagen muss wie: Ich heiße Joël, bin siebenundzwanzig Jahre alt und ich mag jetzt saure Gürkchen, schwarzen Kaffee und übrigens bin ich auch Bachelor of Science.
Immerhin reicht es noch, wenn ich es mir innerlich sage.

Zu anstrengend

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Einer dieser Tage an denen alles zu anstrengend ist, an denen sogar der Ventilator mit seinem routinierten Hin- und Her mir die Nerven raubt. Ich liege rechtwinklig zur Schlafrichtung auf meinem Bett, die Beine auf einem Stuhl, über mir die Dachschräge. Auch das ist anstrengend, denn mit der Zeit rutsche ich in eine unbequeme Position, aber sie zu wechseln wäre noch anstrengender.
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Moosbett.

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Es ist Nacht, aber ich muss mir Kopfhörer aufsetzen, damit ich mir einbilden kann, ich sei die einzige Person im Haus, der Straße, dem Ort, der Welt, die noch wach ist. Ich höre die Stimmen jener, die das gleiche glauben. Würde ich schlafen wollen, ich wäre nicht so angetan, aber ich sollte ja noch bloggen. So merkwürdig es auch ist, gegen den starken Willen, sich nach einem dann doch nicht so kurzen Tag ins Bett zu legen und vielleicht noch ein Kapitel zu lesen, anzukämpfen, gegen alle antrainierte Reflexe, so gut tut es doch, das Ergebnis zu sehen.

Irgendwann landete ich wieder, nachdem der Wind mich mit dem Pulloversegel davongetragen hatte. Ich war über einen tiefgrünen Wald gesegelt, der von oben wie ein grünes, leicht im Wind wogendes Meer ausgesehen hatte. Ich konnte mir nicht erklären, warum mir nichts passiert war, wie ich diese Reise ohne jede Verletzung überstanden hatte. Ich war in einem Bett aus weichem, nicht zu nassen Moos aufgewacht und hatte an eine Geschichte denken müssen, die mir ein Waldläufer einst erzählt hatte, der wohl bei einer kurzen Rast auf einem Moospolster eingeschlafen war. Weiterlesen

Wetterumschwung

wetterumschwung
Es gab einen Wetterumschwung, und mit ihm bin ich nicht mehr synchron mit Wien. Die ersten Tage konnte ich mir noch einbilden, unter dem Dach und mit den gelegentlichen Temperaturspitzen würde ich in etwa so viel leiden wie jene Menschen, die ich in Wien zurückgelassen hatte. Aber nun ist endlich luxemburgischer Sommer: grau, bewölkt und ziemlich viel Regen. „Das ist gut für die Natur“, sagen die Leute. Oder sie sagen: „Das ist gut für den Wein.“ Und der Wein ist wichtig, er steht sogar in der Nationalhymne gleich hinter „dem da oben“, was für ein 98%-Katholik_innenland schon sehr ambigue (ja, das ist ein deutsches Wort!) ist. Ich sage das gar nicht, weil ich das schlimm finde: die Hitze vertrage ich nicht so gut, auch wenn ich es ab einer gewissen hohen Temperatur irgendwie wieder gut finde, weil alles schon so egal ist und die Zeit und der Schweiß und das Denkvermögen fließen. Aber ich mag auch Regenwetter, insgeheim vielleicht noch viel mehr als Hitze. Weiterlesen

Globus.

globus
Ich sitze im Schein des Globus, den ich als Schreibtischlampe benutze, weil mir alle anderen Lampen in diesem Zimmer viel zu helle Birnen haben und überlege, ob ich mir einfach nur den Pazifik ansehen soll, weil er so unverständlich groß ist, eine gigantische Wassermasse, von nur ein paar Inseln gesprenkelt, drei Handbreit auf dem Globus. Ich mag nicht immer an Oppenheimer denken, deswegen brauche ich warmes Licht, das nicht in den Augen schmerzt oder mir das Gefühl gibt, den Raum noch zusätzlich aufzuheizen. Ob es wohl möglich ist, die Glühbirne in dem Globus zu wechseln, ohne ihn komplett zu zerstören? Weiterlesen

Der Steg

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Ich gehe über diesen Steg, eine Brücke in einen anderen Stadtteil, der von Eisenbahnschienen vom Rest der Hauptstadt getrennt wird und denke unsinniges Zeug. Zum Beispiel denke ich „Das letzte Mal, als ich hier gegangen bin, war ich mit S. unterwegs, die mich zu ihr nach Hause mitgenommen hat und mir dort allerlei schöne Dinge zeigte“. Das stimmt natürlich überhaupt nicht, denn zwischen heute und dem Male mit S. war 2007. Weiterlesen

Sommerfrische

sommerfrische

Ich scherze ja manchmal und sage, ich würde gerne im Sommer in die Sommerfrische nach Luxemburg fahren. Im Moment sind die Temperaturen zwar noch in den oberen Zwanzigern, aber derweil ist es in Wien locker mal zehn Grad wärmer. Ich bin also, mit reichlich schlechten Gewissens ob meines Ökoheiligenscheins, gestern nach Luxemburg geflogen. Während dem Flug las ich die ersten Kapitel von „Die vorläufige Chronik des Himmels über Pildau„. Darin geht es unter anderem über ein Tagebuch und die angebliche Wichtigkeit des Tagebuchführens. Ich dachte also kurz darüber nach, mir vorzunehmen, während des Monats, den ich nun in Luxemburg verbringen werde (es sei denn, jemand schenkt mir einen Urlaub am Meer, dann fahre ich auch gerne zwischendurch ans Meer), jeden Tag zu bloggen. Weiterlesen