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Das Umtopfen

Als ich einen ruhigen Tag verbrachte.

Ein Tag zum Ausruhen. Es wirkt schon beinahe ungewohnt ruhig nach der letzten Woche, die so voll mit Menschen war, dass ich mir fast schon zu faul vorkomme. Ich topfe die Pflanzen um, ich fahre einkaufen, ich schaue Serien, während es draußen unablässig regnet. Mir kommen sechs neue Ideen, von denen ich höchstens eine umsetzen werde.

Der Sommertag

Als ich einen freien Tag hatte.

Die Schmerzen sind vorhanden, aber nicht sehr schlimm. Ich verbringe den halben Tag am Küchentisch und genieße es. Der Tag vergeht ohne Druck, ohne das Gefühl, dringend noch etwas erledigen zu müssen. Mein Hinterkopf wirkt aufräumt, wenn auch nur für einen langen Vormittag.

Die Entfernung

Als ich tapfer war.

Es passiert alles viel schneller als ich dachte, ich merke es nicht einmal. Das ist eigentlich kein gutes Zeichen, da könnte ja eigentlich jede*r kommen und so etwas machen. Und auch die Schmerzen sind erträglich, zumindest im Nachhinein. Ich kann die große kulturelle Erfahrung nicht ganz teilen, aber auch nicht komplett ablehnen. Alles wird schon werden, irgendwie.

Die Enjoybarkeit der Postapokalypse

Als ich das Gefühl hatte, ein ruhiges Wochenende gehabt zu haben.

Das Wochenende war ruhig. Das stimmt überhaupt nicht, es waren an allen Tagen eigentlich zu viele Menschen und zu wenig Serien. Ich habe Dinge zu Ende gebracht und Dinge getan, die eigentlich nur ein paar Minuten dauern, die ich aber davor nie erledigt hatte. Das ist gut, das hilft, das fühlt sich produktiv an. Aber es hilft nicht wirklich beim Entspannen. Die Woche, die vor mir liegt, wird kurz und vermutlich alleine deswegen sehr anstrengend und unangenehm. Ich werde mich einfach durchkämpfen, habe ich beschlossen. Beschlossen, als hätte ich irgendeine Option.

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Der halbe Sommer

Als ich nicht das gebacken bekam, was ich wollte.

Es bleibt so wenig vom Tag nur noch, in das ich gerne so viel reingequetscht hätte. Das wird nicht funktionieren, es kann nicht funktionieren, es hat noch nie funktioniert, zumindest nicht so. Ich hatte so viel vor diesen Sommer, aber ich habe noch nicht einmal die Hälfte davon geschafft, und ich weiß nicht, was ich noch alles machen kann.

Das macht aber nichts, denn ich habe zweieinhalb freie Tage vor mir, und immer noch den halben Sommer.

Das Unangenehme

Als ich ein Problem wegprokrastinieren wollte.

Foto aus dem Zug aufgenommen, verschwommenes grünes Gebüsch, dahinter ein paar einzelne Bäume.

Ich treffe eine Entscheidung, recht spontan, weil ich endlich einsehe, dass ich etwas tun muss. Ich hasse mich selbst dafür, sie nicht schon früher getroffen zu haben, nicht schon darüber hinweg zu sein. Ich bin recht gut darin, dem Unangenehmen aus dem Weg zu gehen, bis es mich an den Füßen hält und ich stolpere. Das ist nicht unbedingt eine Qualität. Danach bin ich glücklich, mich immerhin für etwas entschieden zu haben und eine Deadline vor mir zu sehen. Das Problem fühlt sich gleich viel weniger groß an, vielleicht verschwindet es nun einfach von selbst.

Der Urlaubstag

Als ich bunte Wimpel über mir hatte.

Es ist den ganzen Tag regnerisch, ich ziehe das erste Mal seit gefühlten Monaten wieder freiwillig eine lange Hose und eine dünne Regenjacke an. Und merkwürdigerweise fühle ich mich kurz wie im Urlaub, auch wenn an all dem, was ich tue, nichts urlaubmäßig ist.

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Das Tröpfeln

Als ich abgelenkt war.

Ein gelber Gartenschlauch auf Betonuntergrund.

Ich bin abgelenkt, den ganzen Tag, vielleicht weil ich am Weg zur Arbeit so viele Ideen hatte, die ich alle schon wieder verwarf, als ich aus dem Zug gestiegen bin. Das Problem, sich eine Aufgabe zu suchen und die dann umsetzen, statt drei verschiedene anzufangen, diese aber nie zu beenden, scheint manchmal zu groß. Außerdem ist es warm und der Bürohund benimmt sich merkwürdig, ich weiß nicht, was ich drüber denke solle. Es passiert nicht viel, die Stunden tröpfeln so vor sich hin und bevor ich eine Sinnkrise haben kann, fahre ich wieder heim.

Das Krah

Als ich an die Arbeit dachte.

Ich tippe und tippe und arbeite und arbeite, bis mich ein lauter, aufgebrachter Schrei stört. Wenn die Tauben gurren oder liebestoll herumflattern, interessiert mich das kaum noch, weil es viel zu alltäglich ist. Aber wenn eine Krähe mich aus dem Flow bringt, halte ich inne und schaue kurz aus dem Fenster und freue mich. Ich weiß nicht genau warum, aber ich finde Corvidae so sympathisch, ich möchte ihnen immer zuzwinkern und wissend nicken.