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Das Fernheimweh

Als ich mich sehnte.

Es fällt mir so schwer, alles in Worte zu fassen. Einen Sommer habe ich mir noch gewünscht, jetzt ist schon Herbst. Ich weiß noch nicht, wie das alles genau funktionieren wird, aber ich bin mir sicher, dass es gehen muss. Über meinem Schreibtisch hängt dieser Spruch, und seit ich ihn das erste Mal gelesen habe, wusste ich innerlich, wofür er steht. Es gibt kein Meer, aber immerhin einen großen Fluss und ich spüre, wie es mich zurückzieht. Dorthin, wo der Schmetterling sitzt – oder zumindest in seine Nähe.

Das Krähengehege

Als ich an die Krähen denken musste.

„Und da ist das Krähengehege“, sagst du und ich möchte dich einfach nur umarmen, weil mir dieser Blick auf die Welt so gut gefällt. Ich schaue dennoch genauer auf die Rehe, denn die sehe ich nicht so oft.

Das Erwachen

Als etwas anders war, im Guten.

Es ist so merkwürdig, ich kann mich nicht erinnern, mich je so gefreut zu haben, neben einer Person aufgewacht zu sein. Ich bin sicher schon glücklich neben jemanden aufgewacht, aber meistens war ich verwirrt oder fand es merkwürdig, nicht in meinem Bett zu liegen oder jemanden in meinem Bett zu haben, aber diesmal war das anders. Ich weiß nicht, was der Unterschied ist, vielleicht sind es nur ein paar Millimeter auf einer mir unbekannten unsichtbaren Skala.

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Das große Glas Wasser

Als eine Tür aufging.

Diese Tür geht auf, und du stehst auf einmal da. Ich kann es nicht ganz fassen, dass es wirklich und endlich soweit sein soll, aber es passiert tatsächlich. Noch trennt uns diese merkwürdige Absperrung, deren Sinn sich mir nicht völlig erschließt, auch wenn sie sie vermutlich einen Zweck erfüllt. Du wirst mir später sagen, dass ich einfach so durch diese Tür gekommen bin und da war. Wie tröstend, das die Wirklichkeit für uns beide so unwirklich war.

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Die Rückkehr (2)

Als ich zurück war und es nicht sein wollte.

(Ich war etwas mehr als zwei Wochen im Urlaub und habe ganz frech entschieden, in dieser Zeit einmal nicht zu bloggen. Ich bereue es eh ein wenig, aber manchmal ist es halt wirklich ganz gut, die Eindrücke einfach auf sich wirken zu lassen.)

Als das Flugzeug abhebt, wünsche ich mir fast, ich könnte irgendetwas tun, um meinen Aufenthalt doch noch zu verlängern. Dinge, die unvermeidbar passieren werden, nicht zu wollen, hilft nicht so viel, aber es fühlt sich manchmal weniger verzweifelnd an, wenn ich zumindest einen unerfüllbaren Wunsch äußern kann. Ich muss an die Worte denken, die mir gesagt wurden, an mein Grinsen, das ich unter der Maske tragen soll, während ich in den Sonnenuntergang fliege.

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