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Der Regenguss

Als der Sommer endete

Es regnet, Weltuntergangswetter. Und alles, was ich mir denken kann, ist die traurige Feststellung, dass der Sommer jetzt vorbei ist. Weil ich meinen Mund nicht halten kann, weil ich das Schicksal nicht akzeptieren will, ohne vielleicht Gegenrede zu hören, spreche ich Vollkoffer diesen Satz auch noch aus. Damit ist es besiegelt, ab morgen beginnt der Herbst, die Dunkelheit und der weitere Abstieg des Joël A.

Wir bleiben dran.

Der Sommertiefpunkt

Als ich ich an den Herbst dachte.

Nach dem Mittagessen ist der Tiefpunkt erreicht. Mein ganzes Wesen strebt sich gegen die Existenz in diesem Universum, und sieht nicht einmal so aus, als gäbe es Rettung. Ich esse extra ein paar Stücke Schokolade, aber es scheint nicht zu helfen. Ich würde mich am liebsten auf den Boden legen und nichts mehr tun, vor allem als ich erfahre, dass ich die nächsten drei Wochen wieder mehr Verantwortung tragen muss.

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Die Nachthitze

Als ich schwitzte.

Es ist alles so anders gekommen, als ich mir es vorgestellt hatte. Und jetzt ist der Sommer, das Jahr, das Jahrzehnt auch schon wieder vorbei. Ich hätte mir das denken können, ich hätte alles anders planen können, ich hätte weniger Rücksicht nehmen können. Ich hab das aber nicht getan, und jetzt sitze ich schwitzend vor dem Computer, schwitzend in der Bar, schwitzend in der Bahn und vermisse den letzten Sommer, wo ich gefühlt weniger schwitzte.

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Die Textverarbeitung

Als ich über Lesen und Schreiben nachdachte.

Ich verprokrastiniere das Schreiben. Seit ungefähr einer Stunde schaue ich mir alte Memes an, statt die Textverarbeitung zu öffnen. Merkwürdiges Wort. „Textverarbeitung“ setzt voraus, dass da ein Text ist, den ich verarbeiten kann. Ich aber habe keinen Text, ich muss ihn erst erfinden. Ich muss hier sitzen und meine Finger so bewegen, damit wie von Zauberhand Buchstaben auf meinem Bildschirm erscheinen, die dann später auf euren Bildschirmen erscheinen können.

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Die Ankündigung

Als ich herumsaß.

Der Sommer bricht langsam weg. Und ich stehe daneben und schaue zu, ohne eine Handhabe. Vielleicht schaffe ich es diesmal, doch noch ein Buch zu lesen, vielleicht wird auch wieder ein längerer Text fertig, vielleicht verbringe ich einen halben Tag im Bett und fühle mich nicht schlecht. Mir graut es vor kurzen Tagen, vor der Kälte, dem langem Atem, den ich brauchen werde, um das alles durchzustehen.

Ich muss an den Quittenbaum und Einmachgläser denken.

Das Umtopfen

Als ich einen ruhigen Tag verbrachte.

Ein Tag zum Ausruhen. Es wirkt schon beinahe ungewohnt ruhig nach der letzten Woche, die so voll mit Menschen war, dass ich mir fast schon zu faul vorkomme. Ich topfe die Pflanzen um, ich fahre einkaufen, ich schaue Serien, während es draußen unablässig regnet. Mir kommen sechs neue Ideen, von denen ich höchstens eine umsetzen werde.

Der Sommertag

Als ich einen freien Tag hatte.

Die Schmerzen sind vorhanden, aber nicht sehr schlimm. Ich verbringe den halben Tag am Küchentisch und genieße es. Der Tag vergeht ohne Druck, ohne das Gefühl, dringend noch etwas erledigen zu müssen. Mein Hinterkopf wirkt aufräumt, wenn auch nur für einen langen Vormittag.

Die Entfernung

Als ich tapfer war.

Es passiert alles viel schneller als ich dachte, ich merke es nicht einmal. Das ist eigentlich kein gutes Zeichen, da könnte ja eigentlich jede*r kommen und so etwas machen. Und auch die Schmerzen sind erträglich, zumindest im Nachhinein. Ich kann die große kulturelle Erfahrung nicht ganz teilen, aber auch nicht komplett ablehnen. Alles wird schon werden, irgendwie.

Die Enjoybarkeit der Postapokalypse

Als ich das Gefühl hatte, ein ruhiges Wochenende gehabt zu haben.

Das Wochenende war ruhig. Das stimmt überhaupt nicht, es waren an allen Tagen eigentlich zu viele Menschen und zu wenig Serien. Ich habe Dinge zu Ende gebracht und Dinge getan, die eigentlich nur ein paar Minuten dauern, die ich aber davor nie erledigt hatte. Das ist gut, das hilft, das fühlt sich produktiv an. Aber es hilft nicht wirklich beim Entspannen. Die Woche, die vor mir liegt, wird kurz und vermutlich alleine deswegen sehr anstrengend und unangenehm. Ich werde mich einfach durchkämpfen, habe ich beschlossen. Beschlossen, als hätte ich irgendeine Option.

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