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Die Sprachlosigkeit

Als meine Nase lief und mein Hals kratzte.

Fünf Kühltürme eines Stahlwerkes nebeneinander. Nur die Spitzen sind zu sehen, davor steht eine graue Wand, davor ist ein Geländer zu sehen. Im Hintergrund blauer Himmel und einige Wolken.

Ich bin sprachlos. Meine Nase läuft, mein Hals kratzt und es nervt mich. Es hält mich vom Denken ab, lenkt meine Gedanken in Richtungen, in die sie nicht gehen sollten. Dabei hab ich mich heute morgen schon viel besser gefühlt und dann hab ich mir ein großartiges Linsencurry gekocht, das eigentlich alles wegwischte. Aber auch das hielt nicht lange an.

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So wütend.

Als ich über „soziale Netzwerke“ sinnierte.

Ein Bergtal mit einigen bunten Häusern und einem sehr bedrohlichen, düstern Himmel.

Mich macht alles so wütend. Dinge, die mich nicht so reizen sollten, weil es doch eh immer das gleiche ist: Menschen auf „sozialen Netzwerken“ verbreiten Quatsch, oder was ich für solchen halte und ich möchte gleich losschreien. Oder auf Google scholar drei Paper suchen, die sie widerlegen. Was soll das bringen? Ich kann ja nicht einmal Menschen von Dingen überzeugen, die mir wirklich wichtig sind.

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Dinge, die ich gerne lernen würde

Als ich eine Liste schrieb

viele aufgeschlagene Bücher, von oben fotografiert.
  • richtig zu fotografieren, mit einer Spiegelreflex und so
  • Filme und Serien zu analysieren
  • Visualisierungen statistischer Daten zu erstellen
  • überhaupt Grafik und Layout
  • Drehbücher zu schreiben
  • vielleicht doch noch mal ein Instrument?
  • Die Sache mit CSS, aber so richtig
  • irgendeine Programmiersprache, die mir auch etwas nützt
  • doch noch eine Geisteswissenschaft (ich fand den Plan mit „Philosophy of Science“ ja super, ich hätte den vielleicht doch noch durchziehen sollen)
  • Kuchen und Torten backen
  • Brotbacken
  • Videoschnitt
  • eine Sportart, bei der nicht schon der Gedanke an sie mir jede Lust vertreibt
  • Löten
  • mir meine Zeit so einteilen, dass ich abends mehr als nur eine Liste bloggen kann und dafür nicht auch noch ewig lang brauche

Das Warten (2)

Als ich auf Pizza wartete

Eine Pizza im Ofen

Ich warte. Diesmal nicht, wie üblich, auf den Zug oder den Bus oder ein sonstiges Verkehrsmittel, dessen Pünktlichkeit nicht immer zufriedenstellend ist oder das durch Bauarbeiten oder sonstige Störungen ausfällt. Ich warte auf den Teigfladen, den ich aus einer Plastikverpackung gerettet, mit viel zu viel Zeug beladen und dann dem Feuertod im Ofen übergeben habe. Es ist mein Opfer an die Gött*innen, die mich im Gegenzug mit einem vollen Magen und langem Schlaf segnen sollen.

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Traum ohne Inhalt

Als ich nach langer Zeit Mal wieder etwas träumte

Es ist einer jener Träume, wie ich sie oft habe. Nicht mit dem gleichen Inhalt, aber mit dem gleichen Muster. Ich bin irgendwo, es ist ungewohnt, es sind viele Menschen dort und ich suche irgendetwas oder muss etwas finden oder will mit irgendwem reden. Und dann kommt wie immer der Punkt, an dem mir alles zu viel ist und ich „nach Hause“ will, das nur immer merkwürdigerweise in dem gleichen Gebäude ist wie das, wo die Party oder sonstige Menschenansammlung stattfindet.

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Weekend reading 6

Als ich hastig einige Links postete.

Zeitungen

Da ich bis vor kurzem beim Luxembourg City Film Festival war und vor wenigen Minuten aus dem Kino gestolpert bin, wird das jetzt ein eher improvisierter, am Telefon geschriebener Beitrag. Aber zum Glück habe ich schon ein paar Links gesammelt, die ich euch präsentieren kann.

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Zurück zum Meer

Als ich über das Schreiben und Stilfragen nachdachte.

Weiße Felsen und azurblaues Meer. An mein Herz, schönes Marseille!

Ich bin immer noch verwundert über den Satz, den ich eben dachte. Irgendwann gab es diesen Punkt in meinem Leben, in dem ich mich dann doch nach morantischer Nähe sehnte. Und nun, da ich eigentlich der Überzeugung bin, dass ich Zusammenkünfte nur mit ganz bestimmten Menschen unter ganz bestimmten Voraussetzungen kann, überrasche ich mich selbst mit dem Wunsch, unter Menschen gewesen zu sein. Es ist ein gutes Zeichen, sich über sich selbst wundern zu können.

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weekend reading 6

Als ich mal wieder jede Menge Links postete

eine Zeitung

Ich habe gerade mit Erschrecken festgestellt, dass meine Linkliste verschwunden ist. Also der Tiddler in meinem tiddlywiki in dem ich alle Links gesammelt habe, ist weg. Das mag jetzt nicht die beste Werbung für tiddlywiki sein, aber normalerweise funktioniert das sehr reibungslos und über mehrere Geräte bei mir, außerdem benutzte ich sicherlich nur ein Viertel der Funktionen. Wer damit leben kann, eine html-Datei in einer Dropbox zu benutzen, hat sicherlich auch weniger Probleme und kann sein ganz persönliches Wiki bzw. den ganz persönlichen Zettelkasten auch digital führen.

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Merkwürdig

Als mir alles merkwürdig vorkam

rote Ziegelmauer, auf der Graffiti und Streetart ist. Prominent ist ein rundes Streetart-Ding, das einen stilisierten Vogel in einem Dreieck darstellt.

Es ist so merkwürdig, wie sich Dinge, die immer noch relativ neu sind, sich trotzdem schon so bekannt anfühlen.
Es ist so merkwürdig, wie warm ein Tag im Februar sein kann und wie wenig ich mich erinnern kann, wie heiß und sonnig die Februartage letztes Jahr waren oder ob diese unglaublich schlimm kalten zehn Tage vielleicht nicht doch auch im Februar waren? (Ich habe nachgeschaut, der Februar 2018 war in Luxemburg sehr kalt.)
Es ist so merkwürdig, wie ich mich immer noch nicht an den „neuen“ Haarschnitt gewöhnt habe.
Es ist so merkwürdig, dass es nicht mehr so lange dauert, bis ich genauso lange erwachsen bin wie es gedauert hat, bis ich erwachsen wurde.
Es ist so merkwürdig, wie unterschiedlich lange Pakete vom großen bösen Internetversandhandel zu mir brauchen.
Und es ist noch viel merkwürdiger, wie schnell das in dem Land geht, in dem ich mal gewohnt habe.
Es ist so merkwürdig, dass ich mich tatsächlich auch nach einem langen Tag, an dem ich in viel zu kurzer Zeit viel zu viele Zeichen schreiben musste, hinsetzen kann und einen Blogeintrag in die Tastatur tippen kann, auch wenn das Format zugegebenermaßen nicht sehr anspruchsvoll ist.
Es ist so merkwürdig, auf der Welt zu sein und zu atmen und all dies.
Es ist so merkwürdig, dass mir alles so merkwürdig vorkommt.

Das Mahnmal

Als ich ein Mahnmal erschuf

Foto des Monoliths im norwegischen Vigeland Park, der aus ganz vielen menschlichen Körpern besteht.

Es gibt diesen Punkt, bis zu dem sich die Dinge verschlechtern, und dann passiert etwas und die Sonne scheint und alles wirkt wieder viel besser. So ein Tag war heute, auch wenn gestern schon die Sonne schien und eigentlich nichts bemerkenswertes passiert ist. Google Play Music, das ich mehr aus einer Verlegenheitslösung heraus benutze, kann übrigens erstaunlich gute „Zufallsmixe“ produzieren. Wollte ich nur mal irgendwo notiert haben, bevor ich es wieder vergesse.

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