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Das Unbehagen

Als ich dann doch kein so gutes Gefühl hatte.

Es fühlt sich so merkwürdig an, wie in einem Katastrophenfilm, obwohl sich eigentlich nichts geändert hat. Ich warte eine Stunde lang auf eine Pressekonferenz, obwohl ich ohnehin schon ahnen kann, was sie sagen. Das Kratzen in meinem Hals macht mir kurz Sorgen, dann verschwindet es wieder. Vielleicht habe ich nur zu wenig getrunken. Das linke Auge ist sicherlich auch nur trocken, weil ich zu lange in der Heizungsluft saß. Verlegen suche ich die Handcreme, die ich vor einem Jahr einmal kaufte, wieder heraus.

Die Morgenstunde

Als wäre der Tag alleine meiner.

Irgendetwas hat mit den Podcasts nicht funktioniert, also höre ich Musik. Ich sitze im späteren, langsameren Bus, weil der andere viel zu spät gekommen ist. Eigentlich wäre ich gerne ein Mensch, der früher zu Arbeit kommt, aber ich kann es nicht, ich quäle mich stets viel zu langsam aus dem Bett. Vielleicht wäre ich ein glücklicherer Mensch, wäre ich ein Morgenmensch?

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Die fehlende Alternative

Als ich an die restliche Zeit denke.

Ich sitze im Bus und höre Musik, weil ich mich auf einen Podcast ohnehin nicht konzentrieren könnte. Es zieht in meinem rechten Arm. Das Kribbeln ist immer noch da, aber es strahlt bis in in die Arme. Möglicherweise wächst dort doch ein weiteres Auge, manchmal fühlt es sich zumindest so an.

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Die beste aller möglichen Scheißrealitäten

Als es nicht aufhörte.

Wenn ich mich beschäftige, fällt es mir fast nicht auf. Das ist eine Verbesserung angesichts dessen, dass ich gestern noch zwischen Menschen saß und schreien wollte, weil ich es nicht mehr aushielt. Beunruhigende Gedanken krochen in meine Hirnrinde, gleich begrüßt von den wenigen Verteidigungstruppen, die da stehen. Ich entschied mich aus Gründen der sozialen Verträglichkeit dazu, nicht zu schreien.

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Das große Licht

Als es viel zu warm war.

Die warmen Temperaturen um diese Jahreszeit sollten mir mehr Sorgen machen, als sie es eigentlich tun. Ich kann mich aber schlecht im T-Shirt in den Garten stellen und die Sonnenstrahlen nicht genießen, dazu ist der Leidensdruck in dieser düsteren Scheißjahreszeit viel zu hoch. Ich muss mich über die Sonne freuen, denn sonst kann ich mich nicht mehr über die Finsternis aufregen.

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Der Spätwintertag

Als alles passte.

Der Tag fühlt sich an wie Frühling. Wir machen einen Ausflug, auch wenn er nur zu einem Supermarkt führt. Es fühlt sich trotzdem gut an. Wäre es noch ein wenig wärmer, ich hätte Lust, das Fenster runterzukurbeln und meinen Kopf rauszustrecken und mir dabei etwas komisch vorzukommen. Am Parkplatz lernen wir einen älteren Herrn kennen, er streckt mir die Hand aus und sagt „Ich bin ein Revoluzzer.“ Das freut mich, obwohl ich keine passende Antwort habe.

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Die Schlupp

Als ich ein heimliches Lieblingsgericht kochte.

Ich stehe am Ufer, die Gischt der Suppe schlägt mir entgegen. Wenn ich einen Eintopf koche, fühle ich mich erhaben, wie am Meer. Noch schlimmer ist es nur bei Risotto, da wähne ich mich Kapitän eines alkoholdämpfenden Frachters.

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weekend reading 51

Als ich viele Links hatte.

Ich habe diese Woche über Wasserstoff geschrieben und den Artikel Stoff der Träume genannt, als Anspielung auf die vielen Träume, die in Wasserstoff gesteckt werden und hinter denen nicht immer so viel steckt. Am Anfang der Woche schrieb ich eine Glosse über die luxemburgische Monarchie und machte den Vorschlag, den*die Großherzog*in doch zu wählen: Die Lösung für das Monarchie-Problem. Zum gleichen Thema kann ich Enfin responsables ? empfehlen, wo mein Kollege den ganzen Problemkomplex nochmal aufdröselt.

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Keine Demokratie

Als mein Brot schimmelte

Morgens stelle ich fest, dass mein Brot geschimmelt ist. Immerhin muss ich mich so nicht zum Essen zwingen, sondern kann in Ruhe meinen Kaffee trinken, für den mir beinahe zu viel Zeit bleibt. Der Radiomoderator, den ich eigentlich so gerne mag, sagt dass nun Zeit für eine bestimmte Musikrichtung ist. Ich stimme nicht zu, aber Radio ist keine Demokratie.

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