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Der Bremshebel

Als ich über meinen Rhythmus nachdachte.

Sollte ich einfach noch einmal den gleichen Text schreiben, weil ich immer noch genauso müde bin, weil ich mich ohnehin nur auf einen Absatz konzentriert bekomme, weil ich mich so sehr danach sehne, unter meiner Decke zu verschwinden?

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Die Prüfungsphase

Als ich zu viel las.

Ich lese den ganzen Tag und fühle mich, als würde ich mich ein wenig zu spät auf eine Prüfung vorbereiten. Die wird nicht kommen, mein Leben funktioniert nicht mehr so. Was merkwürdig ist, denn jene Institutionen, die mich eigentlich auf dieses „Leben“ vorbereiten sollten, haben nur so funktioniert.

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Der Bezwinger gewaltiger Berge

Als ich den Wecker nicht hörte, weil er nicht klingelte.

Es gibt Tage, die schon viel schlechter anfangen, als sie müssten und dann sich dann so grandios vollgepackt mit einem riesigen Stapel an Aufgaben anfühlen, dass ich kaum das Gefühl habe, sie bewältigen zu können. Aber ich schaffe es dann trotzdem und fühle mich wie der Bezwinger gewaltiger Berge. Von oben sieht es immer leichter aus, die Luft wirkt überhaupt nicht so dünn, und der Abstieg ist wie kurz eine kaputte Rolltreppe benutzen. Ich könnte das auch wissen, aber wenn ich mich motivationslos, mit starkem Harndrang und verschlafen aus dem Bett schäle, kann ich mich selbst an die einfachsten Weisheiten nicht erinnern.

Das Ticken

Als ich die Zeit bemerkte.

Die Dinge sind immer gleich so lange her. Ich weiß noch ganz genau, was ich vor einer Woche getan habe, aber es will nicht in meinen Kopf, dass seitdem schon sieben Tag vergangen sind. Wir sind uns ohnehin alle seit viel zu langer Zeit einig, dass die Zeit zu schnell vergeht.

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Die Zärtlichkeit der Melanzani

Als ich das Loblied der Aubergine sang

Seid zärtlich zu euren Melanzani, euren Auberginen, euren Eierpflanzen. Es ist das unverstandenste aller Gemüse. Das liegt, so vermute ich, vor allem daran, dass sie oft nicht so zubereitet wird, wie es ihr gebühren würde. Sie sieht auch etwas merkwürdig aus, das glänzende, dunkle Lila kommt sonst nicht oft in der Küche vor. Dabei gibt es auch weiße Sorten, und gestreifte – die alle wunderschön sind. Der amerikanische Name „Eggplant“ kommt vermutlich daher, dass die Exemplare des*der Benenner*in weiß und relativ rundlich waren, wie Eier halt.

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Die Einschlafprobleme

Als ich schlafen konnte.

Mein Leben lang hatte ich Probleme, einzuschlafen, vor allem neben Menschen. Es ist so merkwürdig, wie die einfach verschwunden sind, wenn ich neben dem richtigen Menschen liege. Wie all meine komplizierten Rituale und Gewohnheiten auf einmal nicht mehr wichtig sind, weil ich einfach schlafen kann, obwohl – oder gerade weil – da wer liegt. Vielleicht idealisiere ich, aber so fühlt sich das gerade an. Und das macht Mut.

Das Dunkelheitsbekämpfungsgetränk

Als ich seitlich daran vorbei ging.

Überall stehen Weihnachtsmärkte herum, und leider ist es nicht immer möglich, seitlich daran vorbeizugehen und den Zauber dieser Fortbewegungsart zu genießen. Ich verstehe es nicht, möchte aber gleichzeitig einen Glühwein oder – noch besser – einen Punsch trinken und mich danach über meine verbrannte Zunge und den schlechten Nachgeschmack in meinem Mund aufregen.

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Das Olfaktorische

Als ich etwas roch.

Es riecht anders. Vermutlich riecht jede Stadt anders, aber diese erkenne ich immer gleich an ihren eher unangenehmen Gerüchen. Ich weiß nicht ganz warum das so ist, vermutlich ist es jene Art von Vernachlässigung, die von den Bewohner*innen dieser zusammengewachsenen Dörfer als irgendwie schick empfunden wird. Ich habe nichts dagegen, auch wenn ich eine funktionierende Sperrmüllabfuhr für Großstädte als eigentlich unentbehrlich empfinde.

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Die Reisevorbereitungen

Als ich mal wieder herumreiste.

So gerne ich auch reise, so sehr hasse ich auch Reisevorbereitungen. Und es gibt auch irgendwie keine gute Zeit zum Verreisen. Geht es morgens los, stressen mich die Vorbereitungen am Vorabend und ich kann nicht so gut schlafen, wie ich es möchte. Reise ich so wie heute am Abend, bin ich den ganzen Tag über nervös und hab nichts von dem Tag, weil ich ständig die Zeit im Auge haben muss. Immer nur zu Hause rumsitzen ist aber auch keine Alternative. Also muss es halt manchmal stressig sein und ich tippe noch schnell einen hastig geschriebenen Blogeintrag, bevor ich den Laptop im Rucksack verstaue. Auf, auf!