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Virginia Hamilton – Justice and Her Brothers

justiceDie 11-jährige Justice lebt mit ihren Eltern und ihren Zwillingsbrüdern irgendwo auf dem US-amerikanischen Land. Die Kinder haben Sommerferien, während der Vater arbeite, und die Mutter zur Schule (Uni?) fährt und sind so den Tag über auf sich alleine gestellt. Eine Hitzewelle hat das Land erfasst, was die Zwillingsbrüder Levi und Thomas nicht davon abhält, das „great snake race“ zu veranstalten. Justice mag zwar keine Schlangen, trainiert sich den Ekel jedoch ab, weil sie auch mitmachen will. Doch während das Ereignis, an dem alle Jungen des Ortes mitmachen werden, immer näher rückt, bemerkt Justice, dass Thomas und Levi sich immer merkwürdiger benehmen und ersterer seinen scheueren Zwilling zu kontrollieren scheint. Sie bemerkt aber auch, dass sie selbst merkwürdige Kräfte hat, als sie glaubt, sich in einen Stein zu verwandeln. Weiterlesen

Bis in die Nacht

Ich habe eben einen Radiobeitrag über das Projekt HARIKO, wo das rote Kreuz in Luxemburg ein Kunstangebot für Jugendliche vor allem aus nicht-kulturnahen Millieus (Arbeiter_innenklasse, unbegleitete Refugees, usw.) schaffen will. Ich habe mir das am Freitag angesehen und war ziemlich begeistert. Leider habe ich es auf dem Foto nicht geschafft, den Charme des alten SOGEL-Gebäudes wirklich einzufangen: Irgendwo zwischen verlassener Fabrik und altem Bürogebäude. Und gerade sind noch beinahe alle Räume leer, was mir dieses Gefühl eines neuen besetzten Raumes gab, in dem bald was entstehen wird. Und ein bisschen so ist es ja auch, nur dass halt nichts „besetzt“ ist.

bisindienacht

Die Reportage läuft heute, 17. August zwischen 16 und 17 Uhr auf Radio ARA. Bis ich die zusammen hatte, war das allerdings ein kleiner Kampf. Aus irgendeinem Grund mochte Audacity (ein freies Audioschnittprogramm) mich nicht mehr und stürzte alle paar Minuten ab. Es speicherte zwar jede noch so kleine Veränderung, aber ärgerlich ist das dennoch. Als der Rohschnitt fertig war und ich meine Moderation einsprach, war sich das Aufnahmegerät nicht mehr sicher, ob es nun ein Aufnahmegerät oder ein merkwürdig piepsendes Ding sein wollte und brach einige Aufnahmen einfach ab. Ich vermute, dass die Batterien am Ende sind, obwohl die Anzeige zwischen einem und zwei Strichen schwankte und auch keine Meldung im Display zu lesen war. Alles so ein bisschen mühsamer als gewohnt, aber ich denke, das Resultat kann sich hören lassen. So bald der Podcast online ist, werde ich ihn hier verlinken.

(Nur so als Erklärung, warum heute kein anderer Text kam.)

Haruki Murakami – Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

die-pilgerjahre-des-farblosen-herrn-tazaki-079847314Tsukuru Tazaki ist (wie die meisten Protagonisten Murakamis) ein mittelalter alleinstehender Mann, der sich für nichts besonderes hält. Er baut Bahnhöfe und war vor seiner Studienzeit Mitglied einer fünfköpfigen Clique, deren Mitglieder bis auf ihn alle Nachnamen mit Farbbezeichnungen hatten. 16 Jahre vor Beginn des Romans verstoßen ihn die anderen, nun will er herausfinden warum und macht sich, angestoßen von seiner neuen Freundin, auf die Reise und die Suche nach der Wahrheit. Dazwischen gibt es Rückblenden in die Jugend Tazakis, in denen immer wieder das Stück Années de pèlerinage – I. Suisse – 8. Le mal du pays von Franz Liszt eine Rolle spielt. Weiterlesen

Genevieve Cogman – The Invisible Library

the-invisible-library-book-one-978144725623601Ein Fantasyroman, dessen Prämisse eine unsichtbare, im höchsten Maße magische Bibliothek ist, deren Bibliothekar_innen mehr oder weniger Geheimagent_innen mit Superkräften (und/oder magischen Talenten) sind. Die Bibliothek sammelt dabei „wichtige“ Bücher aus den verschiedensten Parallelwelten, die nicht nur unterschiedliche Versionen literarischer Werke beinhalten, sondern vor allem unterschiedlich von Magie, Chaos oder Technik beherrscht werden. Das klingt alles sehr abgefahren und der erste Band der Serie öffnet auch erst ein kleines Türchen in dieses (hoffentlich) großes Multiversum, das viel Potential hat. Warum das Debüt der Statistikerin absolut lesenswert ist. Weiterlesen

Bücher 2014

buecher2011

Ich habe 2014 enorm viel gelesen, was sicherlich zu einem großen Teil dem eReader (ein PocketBook) zu verdanken ist. Die Möglichkeit, jedes Buch innerhalb von wenigen Minuten lesen zu können, ist großartig und sorgt bei mir dafür, dass viele Lesewünsche nicht erst auf die „das sollte ich mal lesen“-Liste landen, sondern dass ich sie tatsächlich lese. Außerdem ist es wirklich befreiend, auf Reisen nicht mehr viele Bücher mitschleppen und/oder sich die Seiten rationieren zu müssen. Ein interessanter Nebeneffekt: Ich lese nun auch Werke wie Fanfictions oder Rollenspielregelwerke, die ich am Monitor bisher immer zu mühsam fand. Und ärgere mich darüber, dass der Großteil meiner Unilektüre nur eingescannt oder in mehrspaltigen PDFs zur Verfügung steht und ich sie ausdrucken muss, wenn ich zum Lesen nicht vor dem PC, sondern in der Sonne vor dem selbstverwalteten Studicafé Tüwi (das habe ich einmal gemacht, im Oktober, als die Temperaturen das noch zuließen. Da habe ich tatsächlich den eReader benutzt) sitzen will.

Ich habe laut goodreads 8909 Seiten gelesen, der bisherige Rekord war 2012 mit 6605 Seiten. Da ich die vielen Fanfictions und wissenschaftlichen Papers nicht auf goodreads eingebe(n kann), ist die reale Zahl wohl noch höher, vielleicht waren es tatsächlich 10.000 Seiten. Meine goodreads-Challenge mit 20 Büchern habe ich so gerade geschafft, wobei ich mit meinem Leseverhalten insgesamt sehr zufrieden bin. Was habe ich denn so gelesen? Weiterlesen

Ann Leckie – Ancillary Justice

Leckie_AncillaryJustice_TP-692x1024Ann Leckie hat mit „Ancillary Justice“ mehere Sci-Fi Buchpreise gewonnen, unter anderem den Sci-Fi Buchpreis, den Hugo Award. Ich habe davon nichts mitbekommen, bis femgeeks darüber bloggte. Ich brauchte nach der „A Song of Fire and Ice“-Serie und ein paar Lovecraft-Kurzgeschichten (ich werde versuchen, darüber zu bloggen, um meinem Vorsatz vom Jänner treu zu bleiben), mit denen ich mich den Sommer über unterhalten habe, sowieso wieder Lesestoff. Bei kobo kostete das eBook 6,50 Euro. Das ist ein fairer Preis, auch wenn eins vor dem Lesen das DRM wegtun muss, weil das sonst ja nur in die Quere kommen würde. Schöne neue Welt des digitalen Lesens: Ich sehe irgendwo ein Buch, das ich haben will, kann es sofort kaufen und auf meinen eReader schubsen, ohne auf ein Paket warten oder mir ein schlechtes Gewissen über alle Menschen, die das Buch vor mir in der Hand hielten, machen zu müssen.

Ancillary Justice spielt irgendwann in einer sehr fernen Zukunft. Die Menschheit hat viele Systeme kolonisiert, an die Erde kann sich keine_r mehr erinnern. Das Radch-Imperium hat tausende Jahre damit verbracht, andere Planeten zu annektieren, um diesen die „Zivilisation“ zu bringen. Die Protagonistin ist für einige dieser Annektionen mitverantwortlich, sie ist nämlich ein Schlachtschiff der Radch. Oder besser gesagt: die AI eines Schlachtschiffes, die neben ihrem Raumschiff-Körper auch noch viele Ancillaries, mit kybernetischen Implantaten aufgerüstete menschlische Körper steuert, die teilweise die Besatzung des Schiffes stellen. Der Roman ist aus ihrer Perspektive geschrieben, was sie gleichzeitig zu einer nahezu allwissenden Erzählerin und meheren „einzelnen“ Figuren macht. (Kleinere Spoiler nach dem Klick.) Weiterlesen

they say to be for sure

dye dye my darlingÜber die 1990er MTV-Animationsserie Daria habe ich hier schon geschrieben und die Serie in höchsten Tönen gelobt. Gerade sehe ich mir die Serie mal wieder an, weil Sommer für mich immer auch Melancholie bedeutet und Nostalgie nach einer Jugend in den 90ern, die ich nie hatte. Gestern kam ich dann zu der letzten Episode der vierten Staffel (Dye! Dye! My Darling). Ich will nicht zu viel spoilern, aber: Daria und ihre beste Freundin haben einen schlimmen Konflikt, der auch am Ende der Folge (und der Staffel) nicht aufgelöst wird.

Das sind die Momente, in denen ich mich wirklich über die Gnade der späten Geburt freue. Die Fans mussten 2000 nämlich fast einen Monat warten, bis sie im Sommerspecial Is It Fall Yet? eine Auflösung der Situation präsentiert bekamen. Ich kann einfach weiter schauen und weiß, wie es ausgeht, dennoch nahm mich die Szene wieder einmal sehr mit, gerade weil der Schluss passend musikalisch unterlegt ist. Die meisten Folgen der DVD-Version sind mit billiger Stock-Musik unterlegt und im Outro ist eine Reprise des Intros zu hören. Bei Dye! Dye! My Darling hat eins sich für einen unbekannten Song entschieden, der ein kleines Mysterium darstellte, da nirgendwo der Name oder die Lyrics zu finden sind. Ich war schon dabei, die ersten Zeilen für diesen Eintrag zu schreiben, da fiel mit ein, dass es ja Dinge wie Shazam gibt und probierte kurz aus, ob es den Titel kennen würde. Weiterlesen

Die Geschichte mit der Tracht

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Gestern geisterte auf twitter das Stichwort „Dirndl“ durch die Timeline. Ich habe die Aufregung nicht gleich verstanden, aber soviel ist nachzulesen: die deutsche Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär (CSU) trug im Parlament ein Dirndl, was grüne Politiker_innen zu Kommentaren zur Tracht verleitete (Nachzulesen hier oder hier). Von Österreich heraus betrachtet ist das eine ziemlich lustige Geschichte, denn hier stört sich keine_r an Trachten im Nationalrat. Es sei denn, sie werden von türkischstämmigen Grünen-Politikerinnen getragen. Ich musste an eine Geschichte denken, die ich damals nicht erzählt habe, obwohl sie mit einigem Leidensdruck verbunden war. Ich habe mich nämlich auch einmal zur Tracht geäußert und gefühlt alle Konservativen meiner Uni verärgert … Weiterlesen

In Treatment

intreatmentVor ein paar Jahren versuchte ich schon einmal, In Treatment zu schauen und nach zwei Episoden wieder aufgegeben, weil ich damals dachte, ich hätte genug Menschen in meinem Leben, die mir von ihren Problemen erzählen und müsste mir nicht auch noch eine Serie anschauen, in der kaum etwas anderes passiert. Nach einem Gespräch über Serien in der progress-Chef_innenredaktion war ich wieder anderer Meinung und versuchte es nochmal.

Die Serie zeigt an jedem Wochentag die Sitzung von Therapeuten Paul Weston und jeweils eine_n andere_n Patient_in, bzw. Freitags seine Supervisionsstunde mit seiner Mentorin Gina. Das Format, in meinen Augen ein Weg, um die Zuschauer_innen an das Medium TV und seine fixen Ausstrahlungszeiten zu binden, stammt nicht aus den USA, sondern aus Israel. 2005 bis 2008 liefen zwei Staffeln von BeTipul, das in über zwölf Ländern lokal adaptiert wurde. Das etwas komplizierte Sendekonzept erklärt die deutschsprachige Wikipedia ganz gut. Weiterlesen

Welcome to Night Vale

Logo Welcome to Night Vale.Ich habe es schon einmal in einer meiner Linkspam-Posts erwähnt: Welcome to Night Vale ist einer der besten Podcasts, die ich kenne. Eine fiktive Community Radio-Sendung des etwas … merkwürdigen Wüstenstädtchen Night Vale, in dem Lovecraft‘sche Alpträume auf mysteriöse und leicht bedrohliche Geheimdienste, Geheimpolizei(en), kapuzenbemantelte Wesen und die GLOW CLOUD treffen ist ja einfach auch ein hübsches Motiv. Dieses wird treffend, fast feinfühlig umgesetzt. Durch den Charakter der Radiosendung mit ihren verschiedenen Rubriken können auch kleinere Ideen leicht erzählt werden, ohne eine Story ganz aus den Augen zu lassen. Weiterlesen