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Der Schoß

Als ich (wieder einmal? Schon wieder? Noch immer?) müde war.

„Du weißt das doch eigentlich.“
Die Stimme klingt tadelnd. Als hätte ich mich über eine Regel hinweggesetzt. Dabei stimmt das nicht, ich habe mich lediglich nicht so sehr ausgeruht, wie ich es hätte können. Aber es ist nicht so, als ob ich mich überanstrengt hätte – es hat nur merkwürdig an meinen Kräften gezerrt, ohne dass ich es bemerkt habe.

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Der Jogginghosentag

Als die ersten Blätter gelb wurden.

Und dann merke ich, dass es vorbei ist. Nicht irgendeine Jahreszeit oder sonst ein gesellschaftliches Konstrukt, das diktitiert, dass ich dem Vergehen von Zeit Bedeutung zumesse – das Gefühl, das meine Hand kribbeln ließ, das ich nicht einordnen konnte, über das ich nicht sprach, weil ich befürchtete, mein Verdacht könnte sich bestätigen.

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Die Apfelfrage

Als ich von Sebastian Kurz träumte

Ich entdecke irgendetwas im Internet, wodurch ich etwas gegen Sebastian Kurz in der Hand habe. Statt es aber einfach zu leaken, entwickele ich mit anderen eine elaborierte Strategie, die wirklich sehr ausgeklügelt ist. Am Ende kumuliert sie darin, dass ich Sebastian Kurz auf einer Wiese in Österreich mit irgendeinem Satz konfrontiere und er darauf einwilligt, ein privates Gespräch zu führen.

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Die Plüschigkeit

Als ich über Begrüßungsfloskeln stolperte.

„Ich vermisse höchstens das Gefühl, das ich damit verbunden habe. Die Welt als neuen, aufregenden Ort, zu dem mir alle Türen offenstehen, auf dem noch Nebel und Raureif klebt wie kühles Geschenkpapier.“
Die Person, die ich einst Ruth nannte, zieht eine Augenbraue hoch. Bewundernswert, dass sie so sehr Kontrolle über ihre Mimik hat, wie ich sie einfach nie haben könnte, so sehr ich mir es auch wünschen würde. Sie mustert mich mit interessiertem Blick, als habe ich etwas komplett abwegiges gesagt.

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Das Loungen

Als ich unkomfortabel gemütlich saß.

„Hallöchen!“
Ich weiß sofort, wer da spricht. Vielleicht, weil es vergleichsweise selten passiert, dass der Raum um mich herum kippt, ich aber sitzen bleibe und nach einer 281 Grad-Drehung nicht zweimal mit dem Rücken auf dem Boden liege. Und dieser stattdessen unangenehm angenehm in eine Chaise-Lounge gedrückt wird, auf der ich nunmehr sitze und diese schreckliche Begrüßung höre.

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Die Perspektive

Als ich über mein Alter nachdachte.

Ich fühle mich kurz wieder wie 16, als wir darüber reden, wie gut es ist, nicht mehr 16 zu sein. Alter ist nichts schlimmes, es sind die vielen coolen jungen Menschen, die mich fertig machen. Ich wurde ruhiger, obwohl ich innerlich immer noch brodele, ich habe Perspektive gewonnen, ohne den Blick zu verlieren.

Zumindest heute, in diesem Sommer, der so magisch wirkt, fühlt es sich so an.

Der rote Tee

Als ich an den Balkon dachte.

komischer rot-cyan-3D-Effekt auf einem Foto von einer Tasse mit rotem Tee. Es steht auf Holzlatten, auf denen auch gelbe Birkenblätter liegen. In der Tasse ist ein Löffel.

Ich werde daran erinnert, dass vor vier Jahren der Monat war, während dem ich einen Monat lang bloggte. Einfach nur, weil ich mir es vorgenommen hatte und es konnte. Ich finde meine Texte von damals natürlich besser als die kargen Skizzen, die ich heute auf dem Klo in mein Handy tippe, aber ich finde ja immer alle Texte, die älter als einen Monat sind, besser als das, was ich gerade produziere.

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