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Sitting (5)

Als Estragon mir seine Sneakersammlung zeigte.

(Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.)

Sogleich antwortete ein Hund irgendwo im Treppenhaus, der Stimme nach ein kleines, aber dafür sehr aufgeregtes Tier. Natürlich hatte mir Estragon nicht gesagt, in welchem Stockwerk er lebte, aber so wie die Verteilung der Klingeln war, wohnte er vermutlich ziemlich weit oben. Ich beschloss, dass es angenehmer sei, den Lift nach oben zu nehmen und mich nach unten an Estragons Wohnung ranzutasten als bei jedem hochgekraxeltem Stockwerk zu hoffen, endlich eine offene Tür zu sehen.

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Nach dem Regen

Als ich beinahe gar nicht nass wurde.

Ich überlege mir, was ich anziehen soll und komme zum Schluss, dass ich einfach das anziehe, wonach mir ist. Ich bin 31 Jahre alt, warum sollte ich mich vor irgendwem rechtfertigen? Das ist seit einigen Monaten mein Motto, ich mag es sehr. Trotzdem hätte ich vielleicht doch eine Jacke anziehen sollen. Das würde die Regengüsse vielleicht nicht weniger unangenehm machen, denn immerhin trage ich nur eine Shorts, aber ich hätte das Gefühl, immerhin unzureichend statt überhaupt nicht vor Wind und Regen geschützt zu sein.

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Die Kroketten

Als ich am Wegesrand saß.

Im Backofen sind die Kroketten dabei, gelbgolden zu werden. Oder welche Farbe sich das Werbetextteam auch immer für die Beschreibung des erfolgreich gegarten Endproduktes ausgedacht haben mag. Ich mag Kroketten seit ich weiß, was Kroketten sind, trotzdem esse ich selten welche, es ist eigentlich ein großes Mysterium.

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Das Knacken

Als ich Eiswürfel im Kaffee hatte.

Die Eiswürfel knacken nicht, oder ich hab sie nicht gehört. Die Entdeckung der Welt begann für mich mit einem Glas Orangensaft, in dem massive Eiswürfel dieses Geräusch von sich gaben und ich eine Erklärung suchte. Ich habe sie vergessen, aber sie existierte, was das wichtigste war. Aber in meinem kalten Kaffee knackten sie nicht, oder ich habe diesen merk- und denkwürdigen Moment verpasst, zu meinem großen Unmut.

Vor dem Fenster ist es wieder sonnig, zwei unangeleinte Hunde beschnüffeln sich neugierig.

Der Himmel über dieser Stadt

Als ich den Himmel über B. betrachtete

Letzte Woche hätte ich gesagt, dass ein paar freie Tage reichen würden, um meinen Kopf wieder klar zu kriegen. Jetzt scheint das Gegenteil der Fall zu sein, ich schwimme immer noch in Melancholie, ohne wirkliche Aussicht auf Linderung. Vielleicht wird alles noch einfacherer, oder komplizierter oder es bleibt einfach wie es ist. Ich sehe hoch zum Himmel und sehe keine Änderung, keine großartige Freiheit, nicht einmal mehr Feinstaub. Ich weiß nicht, was das heißt, aber vielleicht ist das auch ganz in Ordnung.

Immerhin starrt hier niemand wütend auf meine Haare.

Sitting (4)

Als Estragon mir die Tür öffnete.

Ein Briefkasten mit vielen Klingeln

(Teil 1, Teil 2, Teil 3.)

Ich brauchte eine Zeit lang, bevor ich realisierte, dass ich Estragons Nachnamen nicht auf den vielen Klingeln seines Wohngebäudes fand. Ich überprüfte die Messengernachricht, in der er mir seine Adresse geschickt hatte. Ein prüfender Blick auf das Nummernschild verriet mir, dass ich vor dem richtigen Haus stand. Eigentlich hätte Estragon mich auch gleich von der Arbeit aus mitnehmen können, aber er war etwas früher aufgebrochen. Sein müdes Gesicht hatte gegrinst und er gesagt, er müsse noch etwas erledigen.

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