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Unter dem Wellblechdach

Als ich mich entspannte.

Ich wünschte, es würde sich immer alles so anfühlen. Den halben Tag regnet es, in der anderen Hälfte ist es einfach nass. Ich sitze: Am Küchentisch, am Sofa, unter dem Wellblechdach, vor meinem Computer. Menschen kommen und gehen, ich quatsche, erfinde neue Spielshows oder spinne Ideen weiter. Es scheint sich wirklich etwas geändert zu haben, wie ich bereits vermutete. Oder es ist einfach nur Sommer, ich hatte vier Tage hintereinander frei und fange an, so etwas wie entspannt zu sein. Ich sollte es genießen, so lange es hält.

Die Leerstelle

Als ich mich nicht genau erinnern konnte.

Die Welt fühlt sich an, als hätte sich etwas geändert. Nicht abrupt, denn in den wenigsten Situationen gibt es abrupte Änderungen. Kleine Schritte. Kleinste Schritte. Aber es ist definitiv etwas anders, und es ist nicht nur der Sommer oder das Wetter oder die bunten Wimpel über mir.

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Die Enjoybarkeit der Postapokalypse

Als ich das Gefühl hatte, ein ruhiges Wochenende gehabt zu haben.

Das Wochenende war ruhig. Das stimmt überhaupt nicht, es waren an allen Tagen eigentlich zu viele Menschen und zu wenig Serien. Ich habe Dinge zu Ende gebracht und Dinge getan, die eigentlich nur ein paar Minuten dauern, die ich aber davor nie erledigt hatte. Das ist gut, das hilft, das fühlt sich produktiv an. Aber es hilft nicht wirklich beim Entspannen. Die Woche, die vor mir liegt, wird kurz und vermutlich alleine deswegen sehr anstrengend und unangenehm. Ich werde mich einfach durchkämpfen, habe ich beschlossen. Beschlossen, als hätte ich irgendeine Option.

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Die rote Erde

Als ich im Wald war.

Wald, rote Felswand und viele Bäume

Es ist möglich, im Nachhinein alles zu verklären, aber ich möchte das nicht. Ich habe an einer Kurve rumgespielt, bis das Foto so aussah. Ob das noch irgendetwas mit der Wirklichkeit zu tun hat, die der Sensor in meinem Handy aufgefangen hat, weiß ich nicht mehr. Ich habe die Erinnerung an einen Spaziergang, der vor wenigen Stunden stattfand, schon wieder verdrängt.

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Die Gedankenlosigkeit

Als ich Wein verschüttete.

rosenblätter, darüber himmel

Den letzten Wein verschütte ich im Treppenhaus, weil ich lieber tausend Dinge schleppe, statt zweimal zu gehen und dabei natürlich stolpere. Die Brombeeren, die ich mit Zucker aufgekocht habe, muss ich wieder in den Kühlschrank stellen, weil ich sie nicht pur essen kann. Ich weiß nicht, zu was ich sie essen soll, jetzt wo ich kein Eis mehr habe, aber ich werde mir wohl irgendetwas ausdenken. Meine Gedanken sind nicht sonderlich geistreich oder interessant an diesem Abend. Immerhin habe ich eine gute halbe Stunde über Verkehrsplanung gesprochen, worüber ich einfach jeden Tag stundenlang reden könnte, ohne dass es mich langweilen würde.

Es gibt kein Fazit, nicht heute.

Die Sommermelancholie

Als ich mit keinem Flugzeug über das Meer fliegen wollte.

Ein Plastikeimer, gefüllt mit Wasser und ein paar vertrockneten Blättern.

Ich mache eins dieser Videos an, wo jemand einen Mix aus elektronischer Musik gemacht hat und das mit Szenen aus Animes illustriert. Menschen fliegen in altertümlichen Flugzeugen über das Meer. Sofort werde ich melancholisch, auch wenn ich gar nicht mit einem Flugzeug über das Meer fliegen will oder das je getan hätte.

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Die Kanalsucht

Als ich meinen Tag beschrieb

Ich bin produktiver als ich dachte, obwohl ich den ganzen Morgen mit unsinnigen Diskussionen verbrachte, die ich nicht hätte führen sollen. Am Ende gibt es noch zwei Dinge, die ich doch nicht geschafft habe, aber die gehören vermutlich in jeden Tag, zumindest in meine. Die Traurigkeit von gestern ist wie verflogen, sie ist einer gewissen Müdigkeit gewichen, die natürlich am Abend auch wieder verschwunden ist.

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Die Rosenreste

Als ich einen Montag hatte.

Es ist merkwürdig, nach einem bewegten Wochenende dann auch einen hektischen Montag zu haben, an dem meine Arbeit sehr zerstückelt ist, ich drei Dinge miteinander tue und mich kaum für eine Reihenfolge entscheiden kann. Oder eher: Es ist ungut. Ich verbringe den Abend im Garten, die Reste der Rosen betrachtend.

Die Flamingos

Als meine Hand schon wieder kribbelte.

Ich sitze im Garten und alles was ich spüre ist das Kribbeln meiner Hand, das da eine Leere markiert, die ich so unglaublich lange schon spüre. Ich frage mich, wann ich sie das erste Mal gefühlt habe, vielleicht war es in einem Sommerurlaub nach einem Strandbesuch, weinend in einem Bett, das nicht mir gehörte.

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