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Die Nebelwolkenzuckerwatte

Als ich etwas im Finger hatte.

Der Rauch, den ich aus meinen Lungen blase, wird sogleich zu der Zuckerwatte, die mich und die Person, die wir einst Ruth nannten, umgibt. Sie wird immer dichter, kommt näher. Ich blicke nach unten, aber ich sehe nicht einmal mehr meine Füße. Ich kann sie nicht spüren, obwohl ich sicher bin, dass diese Nebelwolkenzuckerwatte mich eigentlich schon berühren müsste. Vermutlich wird bald alles, was ich noch sehen kann, auf ewig eine neblige weiße Suppe sein. Instinktiv greife ich nach der Hand der Person neben mir.

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Vor der Polizei in den Atomschutzbunker geflüchtet

Als ich einen ultra-weirden Traum hatte.

Ich befinde mich in einer mir fremden Stadt, in einem mir fremden Land und übernachte in einem Hostel, einer Jugendherberge oder so etwas ähnliches. Es gibt einen Raum, in dem Leute zusammensitzen, vielleicht ist es auch das Restaurant dieses Hostels oder einfach ein Aufenthaltsraum. Ich soll eigentlich gehen, aber ich werde überredet von einer jungen Klimaaktivistin, doch noch mitzukommen. Was das eigentlich genau ist, wo ich da mitkommen soll, kann ich im Nachhinein nicht mehr so genau sagen.

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Der Nebel (2)

Als der Nebel noch dichter wurde.

Wir stehen beide schweigend im Nebel und rauchen. Der Rauch, der wieder aus unseren Lungen kommt, verdichtet sich ebenfalls zu Nebel. Es ist immer noch so unglaublich kalt. Die Person, die wir einst Ruth nannten, sieht man an und lächelt. Ein ehrliches, beinahe liebevolles Lächeln. Ich erschrecke mich kurz, weil ich das nicht gewohnt bin, nicht von ihr. Außerdem bin ich voller Sorge um meine Finger.

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Der Nebel

Als auch noch Nebel aufzog.

Es ist kalt und dunkel, außerdem neblig. Das ist ein neuer Moment, der Nebel ist so dicht und undurchsichtig, dass ich mir für einen kurzen Augenblick Sorge um mein Augenlicht mache. Die Kälte ist kaum noch auszuhalten, aber ich muss sie aushalten. Ich muss hier stehen und mit der Person, die wir einst Ruth nannten, diskutieren. Ich muss ein Flutlicht aufbauen und den dunklen Nebel ausleuchten, um doch noch eine Antwort auf all meine Fragen zu finden.

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Das Überkochen

Als ich all meinen Mut zusammenfasste.

„Wo waren wir?“
Die Person, die wir einst Ruth nannten, schaut mich etwas verwundert an. Als habe unser Gespräch einfach eine Woche pausiert. Dabei stehen wir seit gefühlten Ewigkeiten in dieser nutzlosen Kälte unter diesem nutzlosen Himmel, im hohen Gras, das nicht sein sollte, bestückt mit Raureif, den ich nicht ausstehen kann, weil ich Angst davor habe, mich daran zu schneiden, so scharf wirkt er in meiner unterkühlten Hand, wenn ich sie gedankenverloren wie ich bin aus der Tasche ziehe und an einem Grashalm entlang reibe.

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Der GSM-Buzz

Als ich etwas vermisste, das mich immer nervte.

Manchmal vermisse ich das Geräusch, das eine ankommende SMS in den Lautsprechern erzeugte. Damals fand ich Klingeltöne noch manchmal gut, ich komponierte sogar einmal selbst einen. So brauchte ich dieses Vorwarnsystem nicht wirklich. Heute, in dem Zeitalter, in dem ich mein Telefon ständig lautlos lasse, wäre es vielleicht manchmal nicht so schlecht, irgendeine Form der Warnung zu erhalten. Am meisten stört mich ohnehin der Vibrationsalarm, weil es sich immer anhört, als würde jemand in der Wohnung über mir einen Tisch oder ein anderes schweres Objekt rücken und dann habe ich gleich wieder den Geruch von Frittierfett in der Nase.

Die Idylle

Als ich durch Dörfer fuhr.

Das Lachen hört nicht auf. Ich erkenne, wie merkwürdig meine Feststellung geklungen haben muss, wie selbstverständlich sie war. Natürlich die die Person, die wir einst Ruth nannten, nicht P. Sie tut jetzt so, als habe sie das nicht selbst in den Raum gestellt, als hätte sie nicht von einem großen Streit gesprochen.

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Die Filterkaffeemaschine

Als ich den Blick zuwandte.

„Schau mich an.“
Ich blicke stur weiter in den Himmel, der tatsächlich lila wurde. Ich möchte meine Gedanken darauf konzentrieren, mich zu fragen, ob das heißt, dass die Sonne bald aufgeht.
„Na los. Trau dich.“
Ich weiß ganz genau, dass ich mich nicht trauen sollte. Aber der Himmel ist so undankbar, er ist einfach nur ein Stück Pappe, das ungleichmäßig und ohne große Lust und Mühe eingefärbt wurde. Ich sehe ganz genau, dass er nur Kulisse ist, dass es sich nicht um einen echten Himmel handelt. Außerdem ist es noch immer kalt.

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