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Die Argumente für Blogs

Als ich mir Gedanken über Informationsweitergabe machte.

Als ich heute zwei Links in meinen Entwurf für den nächsten weekend reading-Eintrag einfügte, fiel mir auf, dass beide Twitter-Threads waren. Ich mag das Format zwar, aber ich find es gleichzeitig sehr unbehaglich, denn es sprechen einige Argumente dafür, solche längeren Texte nicht als Kette von Tweets, sondern als Blogpost zu verbreiten. Ich habe dann – ironischerweise – einen Twitter-Thread über dieses Thema verfasst. Hier dann der Blogpost dazu.

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19 Jahre Bloggen

Als mein Blog Geburtstag hatte.

Foto: Bundesarchiv, Bild 102-00960A / CC-BY-SA 3.0

19 Jahre gibt es dieses Blog schon. Ich weiß noch, wie weird es war, als ich das zehnjährige Jubiläum feierte, und jetzt sind es schon fast doppelt so viele Jahre. Ich spare mir den großen Rückblick mit ausgewählten Artikeln und Überblick über die verschiedenen Layouts, die dieses Blog mal hatte, für nächstes Jahr auf – einerseits habe ich heute den ganzen Tag prokrastiniert, andererseits fühlt sich 20 Jahre einfach passender an. Vielleicht schaffe ich es bis dahin ja, endlich einmal ein neues Theme zu basteln. Trotzdem ein paar Gedanken.

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Das Streaming-Setup

Als ich erklärte, wie ich das mit den Lesungen mache.

Letzte Woche streamte ich – um Menschen davon abzuhalten, ihre Wohnung zu verlassen, bzw. das herumsitzen etwas angenehmer, ein paar Mal Lesungen aus meinem Blog auf twitch (und facebook live) und ein paar Menschen haben tatsächlich zugesehen. Lässt sich übrigens auf diesem youtube-Kanal nachverfolgen. Ich wurde gefragt, wie ich das mache und welches Setup ich dazu benutze und ich werde versuchen, darauf einzugehen. Ich habe recht wenig Erfahrung mit twitch, streame keine Games und hab mir etwas zusammengeklickt, das funktioniert. Will sagen: Das ist alles recht easy und mein Setup ist aus Gründen („Kunst„) eher speziell.

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Die Sache mit dem Pfirsich

Als ich nochmal vorlas.

Ich habe heute abend nochmal vorgelesen, auf twitch und instagram wieder. Das macht Spaß, weil sich dann doch gar nicht so wenige Menschen dazu einfanden und es ist für mich auch eine spannende Erfahrung, meine eigenen Texte, die ich vor einem Jahr geschrieben habe, so nochmal zu erfahren. Vermutlich mach ich das morgen Abend nochmal.
Folgt mir auf twitch, facebook oder youtube, um das (in den beiden ersten Fällen zumindest zeitnah) zu erfahren.

Die Lesung

Als ich für euch Blogtexte vorlas.

Es ist ja nicht so, als ob ich die einzige Person wäre, die diese Idee gehabt hätte. Viele Kunst- und Kulturschaffende haben angekündigt, in Zeiten des Lockdowns eine Art Alternativprogramm anzubieten, um all jenen, die sonst zu Konzerten, Theaterstücken, Lesungen, usw. gekommen wären, ein wenig Kultur ins Wohnzimmer zu bringen. Nun ist es ja nicht so, als gäbe es zu wenig Kulturangebot im Netz, eins muss es eh nur finden. Aber trotzdem schön, dass es jetzt noch mehr gibt.

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Das Gedankenkabinett

Als ich über das Aufschreiben nachdachte.

Ich möchte jeden meiner Gedanken festnageln. Vermutlich ist es schon zu spät, um eine genaue und richtige Rückbetrachtung des Jahres zu bewerkstelligen. Andererseits sollte das in einem Jahr, in dem ich quasi jeden meiner guten Gedanken ins Internet schrieb, auch nicht allzu schwer sein – ich kann also noch ein paar Tage damit warten. Das kommt auch dem Gefühl zu Gute, das ich immer habe, wenn ich Jahressrückblicke sehe, die meiner Meinung nach viel zu früh kommen und sich dennoch anmaßen, das Jahr Revue passieren zu lassen.

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18 Jahre bloggen

Als mein Blog Geburtstag hatte.

Dieses Blog besteht nun seit 18 Jahren. Volljährig also, wenn eins so will. Ich fand es ja schon schwer nachzuvollziehen, als es zehn Jahre waren – und jetzt sind es schon beinahe doppelt so viele Jahre. Die letzten Jahre waren relativ ruhig, aus diversen Gründen, allen voran die Schreibmüdigkeit, die sich irgendwann einstellt, wenn eins gegen Bezahlung auf Tastaturen einhackt.

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Die Unentspannung

Als ich über dieses Experiment nachdachte.

Eine Stahlbrücke vor leicht rosa Sonnenuntergangshimmel

Ich lag den ganzen Tag herum, weil ich dachte, ich würde davon entspannter. Nun bin ich unentspannter, weil ich den ganzen Tag herumlag. Es sind die Überreste des Freelancerlebens, die sich mit dem wunderbar entspannten Leben des Journalisten gepaart haben. Noch zwei Zeichen, dann passt dieser Text nicht mehr in einen Tweet und hat somit die absolute Berechtigung, in ein Blog geklebt zu werden.

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Der Vorsatz

Als ich mich selbst überzeugte, es doch zu probieren.

Alte Schwarzweiß-Fotografie eines Zeppelins.

Ich erwische mich in letzter Zeit immer wieder dabei, alte Blogeinträge zu lesen. Und heute, beim Lesen der Twittertimeline, dann der Einfall: Ich könnte mir ja dieses Jahr vornehmen, jeden Tag zu bloggen. Wir alle wissen, wie das mit Neujahrsvorsätzen so ist und jeden Tag zu bloggen wäre ein Unterfangen, das eigentlich zum Scheitern verurteilt ist, denn ich habe das in der 18-jährigen Geschichte dieses Blogs noch nie gemacht. Außerdem arbeite ich jetzt in einem Beruf, der vor allem darin besteht, jeden Tag zu bloggen. Ich halte mich oft davon ab, zu bloggen, weil ich in der Zeit ja auch an einem Artikel für die woxx (seit Oktober 2017 meine Arbeitgeberin und der Grund, weswegen ich zurück nach Luxemburg gezogen bin) arbeiten könnte.

Vermutlich bringt es jedoch nichts, sich mit einem schlechten Gewissen von der kreativen Selbstentfaltung zurückzuhalten. Immerhin kann ich im Blog schreiben wie ich will, habe keinerlei Zeichenbegrenzungen. Oder um es mit meinen eigenen Worten zu sagen:

Je mehr ich in und mit Medien arbeite, bei denen es (natürlich) Einschränkungen gibt, schätze ich die grenzenlose publizistische Freiheit, die so ein Blog bietet, umso mehr. Beschließe ich morgen, einen Kochchannel auf Youtube aufzumachen, wäre das ebenso wäre das ebenso kein Problem wie ein ganzes Jahr lang nur Haikus zu veröffentlichen. Großartig!

14 Jahre bloggen: mein halbes Leben.

Ich habe nicht vor, einen Kochchannel auf Youtube aufzumachen, noch will ich hier jeden Tag Haikus veröffentlichen. Je mehr ich die Texte vom August 2015 – jenen Monat, in dem ich tatsächlich jeden Tag gebloggt habe – noch einmal gelesen habe, umso mehr schätze ich, was damals unter einem gewissen Druck passiert ist. Die Texte waren untereinander verwoben – nicht nur, die später zu meinem interactive fiction-Spiel „Ausgedachte Träume“ geworden sind, sondern auch die anderen, die eher Stimmungen einfingen. Selbst, wenn dieses Experiment kläglich scheitert, könnten immer noch ein paar Texte entstehen, deren Lektüre sich lohnt. Ich beklage täglich, zumindest innerlich, dass Plattformen wie Facebook, Twitter, Tumblr, usw. in Wirklichkeit ein walled garden sind, aus dem Inhalte kaum rauskönnen und aus denen sie vor allem jeden Moment wieder verschwinden könnten. Das Blog bleibt im Zweifelsfalls für immer.

Wieso also nicht es wagen? Ich habe August 2015 geschafft. Ich habe im November 2016 einen Roman geschrieben. Mein Beruf ist es, Texte zu schreiben, teilweise unter großem Zeitdruck. Ich weiß, dass ich jeden Tag, an dem ich nichts blogge, im Nachhinein bereue. Und wenn ich mich selbst immer mal wieder frage, ob ich noch eine eigene Stimme habe, nachdem ich so viele journalistische Texte geschrieben habe – gibt es einen besseren Ort, um die eigene Stimme zu festigen, auszuprobieren, zu dekonstruieren und wieder zusammenzusetzen als hier, in meinem virtuellen Zuhause, in der Behaglichkeit des großen Seelenzeppelins, das stets hoch über dem stürmischen Atlantik fährt und mir immer Heim und Schutzraum war? Es sprechen mehr Gründe dafür als dagegen. Scheitern kann ich später immer noch.

Ich will gar keinen großartigen Rückblick auf 2018 machen (zumindest nicht heute), aber vielleicht ein paar Notizen für jene, die hier noch mitlesen, aber mich nicht auf anderen sozialen Netzwerken verfolgen. Wie oben bereits geschrieben arbeite ich seit über einem Jahr bei der „linksalternativen“ (so nennen sie uns in der Presserevue im öffentlich-rechtlichen Radio) Wochenzeitung woxx, all meine Artikel finden sich unter diesem Link. Wenn ihr in Luxemburg lebt, kann ich euch ein Abo nur wärmstens empfehlen, ansonsten dürft ihr online gerne gratis mitlesen und vielleicht mal was in den Klingelbeutel werfen.

Ein anderes Herzensprojekt, das im Dezember 2018 gestartet ist, ist ein neuer Podcast namens „irgendwas mit meta“, den ich gemeinsam mit Katja mache. Wir reden einmal die Woche über Popkultur, bereden eine Folge BoJack Horseman und rezensieren einen Käse. Das klingt vielleicht etwas random, ist es auch, macht aber Spaß beim Zuhören. Ihr könnt uns auf soundcloud, spotify, Apple Podcasts oder halt auch irgendwasmit.pizza folgen. Wer dem Podcast helfen will, tut dies auf allen Plattformen und schreibt bestenfalls auch noch Rezensionen oder vergibt Sternchen und so.

Was mir 2018 auf langen Reisen geholfen hat, war Podcasts zu hören. Mein Lieblingspodcast war Big Gay Nerds. Wenn ihr auch nur im entferntesten etwas mit LGBTIQA, Pen and Paper-Rollenspielen oder Podcasts anfangen könnt: Hört mal rein! Sehr liebe Menschen, die ein sehr cooles Format aufgezogen haben und mich auf so mancher langen Reise unterhalten haben. Viel Zeit habe ich auch mit den Youtube-Formaten Shield of Tomorrow („Actual Play“ eines Star Trek-RPGs) und Shadowrun: Corporate SINs (ähnlich, nur mit Shadowrun) verbracht.

Jahreswechsel sind arbiträr und bedeuten eigentlich sehr wenig, aber das sollte uns nicht daran hindern, diese Tage selbst mit Sinn zu erfüllen. In diesem Sinn wünsche ich euch allen ein schönes neues Jahr und alle Kraft, eure Ziele (und die können durchaus auch sein, bis zum nächsten Tag zu überleben) zu erreichen.

15 Jahre Bloggen

vierzehnjahrebloggen

Dieses Blog existiert nun schon 15 Jahre lang. Letztes Jahr habe ich an dieser Stelle vom vergangenen Sommer geschwärmt, weil ich ihn damit verbracht habe, jeden Tag etwas ins Blog einzutragen. Und die Idee, jeden Tag zu bloggen, finde ich immer noch sehr gut. Ich merke, dass je mehr ich gegen Geld Auftragstexte schreibe, umso weniger bekomme ich es hin, zu bloggen. Interessanterweise war das zu meiner Schulzeit nicht so, aber wahrscheinlich bedeutet das einfach nur, dass Schüler_innen eigentlich gar nicht so viel schreiben müssen, wie sie vielleicht glauben. Es kann natürlich auch sein, dass ich alt geworden bin und nichts mehr aushalte, weder lange Partynächte noch wilde Schreiborgien.

Ich könnte jetzt an dieser Stelle auch über den vergangenen Sommer schwärmen, denn er war – bis auf ungefähr einen Monat relativ am Anfang – so ziemlich der beste, den ich je hatte. Das lag aber vor allem an den Menschen, mit denen ich ihn verbrachte und nicht so sehr daran, dass ich sonderlich viel gebloggt hätte. Ich habe diesen Sommer noch überhaupt nicht dokumentiert, was ich schon wieder unglaublich bedauere, denn jetzt sind alle Eindrücke natürlich schon vom herannahenden Winter getrübt. Es ist halt so viel passiert und es passiert ständig etwas. Aber eigentlich geht es ja um die Frage, was macht das mit mir und dem Blog, dass es das Blog jetzt schon 15 Jahre lang gibt? Immer noch fällt mir nichts ein, das ich – wenn auch nicht immer sehr gut – schon so lange mache. Weiterlesen