Ich möchte ein funktionalerer Mensch sein.

Als sie im Radio ein Cover spielten.

Beim Frühstück spielen sie im Radio die Coverversion eines Songs, den ich sehr gut kenne. Er sitzt mir in den Knochen, hat sich durch beständiges Hören in mein Mark eingebrannt. Für das Frühstück habe ich nicht viel Zeit. Der Bus, den ich eigentlich nehmen wollte, verspätet sich um zehn Minuten, und so nehme ich lieber einen Zug etwas früher.

Weiterlesen

Die Fensterbrettleere

Als ich mehr dachte als las.

Eigentlich weiß ich ja, dass ich Ich-Erzähler*in und Autor*in nicht zu sehr vermischen sollte. Ich liege auf meinem Bett und lese und muss immer wieder an k.s Bett denken, auf dem ich einst lag, drei kleine Vögel sah und mir Hoffnung vorgaukelte. Und an das Zimmer, das mir immer so traurig vorkam, obwohl es ganz rational überhaupt keinen Grund dafür gab, traurig zu sein. Ich weiß nicht einmal, ob k. sich als sonderlich traurig wahrgenommen hat oder wenn, ob das dem Zimmer angesehen zu gewesen wäre.

Weiterlesen

Der Jahrzehntanfang

Als ich lange schlief.

Ich schlafe lange, viel länger als sonst. Und überlege mir sogleich, dass das wohl etwas heißt, dass ich den Schlaf wohl wirklich gebraucht haben muss. In Wirklichkeit bedeutet es möglicherweise nur, dass ich gestern nicht so viel Wasser getrunken habe und deswegen nicht früher auf‘s Klo musste. Oder so etwas in der Art.

Weiterlesen

weekend reading 47

Als der zweite Freitag im Jahr war.

Uiui, schon der zweite Freitag heuer? Ich erwischte mich heute, wie ich auf den Kalender schaute und mir dachte, es sei ja schon bald wieder Februar. Diese Woche schrieb ich über die neue Regierung in Österreich und nannte sie einen fauler Kompromiss. Das fraß, neben anderen Arbeiten, das meiste meiner Zeit. Manchmal geht es viel zu schnell. Den Podcast habe ich noch aufgenommen, darin reden wir über das undemokratische Wahlrecht in Luxemburg. Auf Luxemburgisch. Und wo wir schon bei Podcasts sind: Im luxemburgischen Sexpodcast reden wir diese Woche über BDSM.

Weiterlesen

Die unsichtbare Krone

Als ich Kuchen aß.

Ein Donnerstagabend, an dem ich mich nicht über Grammatik streiten muss, ist ein guter Donnerstagabend. Zumindest fühlt sich das so an. Die ganze Woche wollte ich unbedingt einen Dreikönigskuchen, und jetzt wo ich einen habe, fühlt es sich gar nicht mehr so toll an. Ich brauche die Pappkrone auch nicht, immerhin trage ich ständig meine eigene, unsichtbare, ewige Krone. Den Kuchen sollte ich dennoch aufessen, wenn die Welt nicht mehr so schwer wiegt.

Die Nebelwolkenzuckerwatte

Als ich etwas im Finger hatte.

Der Rauch, den ich aus meinen Lungen blase, wird sogleich zu der Zuckerwatte, die mich und die Person, die wir einst Ruth nannten, umgibt. Sie wird immer dichter, kommt näher. Ich blicke nach unten, aber ich sehe nicht einmal mehr meine Füße. Ich kann sie nicht spüren, obwohl ich sicher bin, dass diese Nebelwolkenzuckerwatte mich eigentlich schon berühren müsste. Vermutlich wird bald alles, was ich noch sehen kann, auf ewig eine neblige weiße Suppe sein. Instinktiv greife ich nach der Hand der Person neben mir.

Weiterlesen

Das Tagesfazit

Als ich ein unbefriedigendes Fazit zog.

Am Ende des Tages habe ich alles erledigt, was ich unbedingt tun wollte. Und dennoch fühle ich mich nicht zufrieden, weil ich zu viel auf Twitter geschaut habe, weil ich nicht konsequent genug war, obwohl ich sogar Wäsche gewaschen habe. Irgendwann werde ich lernen, meine Zeit richtig einzuschätzen. Und auch merken, dass nicht immer alles so schnell gehen muss, wie ich es glaube. Ich habe immer noch keine einzige Seite in einem Buch gelesen dieses Jahr. Ich sollte das ändern, ich weiß das, und ich schleppe immerhin auch ständig Bücher von A nach B, um dann immer drauf zu vergessen.

Vor der Polizei in den Atomschutzbunker geflüchtet

Als ich einen ultra-weirden Traum hatte.

Ich befinde mich in einer mir fremden Stadt, in einem mir fremden Land und übernachte in einem Hostel, einer Jugendherberge oder so etwas ähnliches. Es gibt einen Raum, in dem Leute zusammensitzen, vielleicht ist es auch das Restaurant dieses Hostels oder einfach ein Aufenthaltsraum. Ich soll eigentlich gehen, aber ich werde überredet von einer jungen Klimaaktivistin, doch noch mitzukommen. Was das eigentlich genau ist, wo ich da mitkommen soll, kann ich im Nachhinein nicht mehr so genau sagen.

Weiterlesen

Der Brand

Als ich einen ungemütlichen Sonntag hatte.

Das Jahr fängt nicht gut an. Es war wohl zu viel verlangt, sich eine ruhige erste Woche zu wünschen. Oder überhaupt zu glauben, es würde sich irgendetwas ändern, nur weil eine Zahl auf einem Kalender sich ändert.

Weiterlesen