Die Brise

Als ich an Deck stand.

Es ist wie auf einem Schiff. Ich finde den Gedanken tröstend. Es gibt Menschen, die ständig in vergleichbaren Situationen leben und damit klarkommen. Es ist grau, ich laufe in einer virtuellen Welt herum und baue Dinge, die dort Sinn ergeben. Es ist klar, dass eine Situation, in der ich Kontrolle hab, in einer Krisensituation wie dieser erstrebenswert wirkt.

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Die Sache mit dem Pfirsich

Als ich nochmal vorlas.

Ich habe heute abend nochmal vorgelesen, auf twitch und instagram wieder. Das macht Spaß, weil sich dann doch gar nicht so wenige Menschen dazu einfanden und es ist für mich auch eine spannende Erfahrung, meine eigenen Texte, die ich vor einem Jahr geschrieben habe, so nochmal zu erfahren. Vermutlich mach ich das morgen Abend nochmal.
Folgt mir auf twitch, facebook oder youtube, um das (in den beiden ersten Fällen zumindest zeitnah) zu erfahren.

Das Zwitschern

Als ich die Vögel hörte.

Ich stehe morgens im Garten, mit meinem Morgenkaffee und meiner Morgenzigarette, und die Welt wirkt fast so, als wäre sie in Ordnung. Es sind Vögel zu hören, so viele. Mir kommt vor, das wäre sonst anders, aber sonst stehe ich um diese Zeit auch eher selten im Garten, sondern sitze in einem Zug oder Bus und höre keine Vögel, sondern Podcasts. Wenn ich die Augen schließe, werden meine Zukunftsvisionen noch dunkler als sie es ohnehin schon waren.

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Das Knospen

Als sich der Frühling bemerkbar machte.

Ich stehe im Garten und telefoniere und bemerke dabei kaum, wie wunderbar das Licht ist. Es wird Frühling, so tatsächlich und wirklich. Die ersten Blätter und Blüten kommen heraus, die Sonne bleibt am Himmel und ich kann den Abend tatsächlich erleben. Fast möchte ich hier stehen bleiben und zusehen, wie sie langsam untergeht, fast sind alle die Dinge, die sich hinter diesen Bildschirmen abspielen, kaum noch der Rede wert.

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Die Tube

Als ich unter dem Bäumchen saß und es gut fand.

Kein Türknallen. Keine Wut. Die Sonne scheint. Ich sitze draußen und trinke Kaffee. Dann sitze ich draußen und trinke was anderes. Die Sonne scheint nicht mehr, dafür spielt Musik. Das fühlt sich gut an, wenn auch ungewohnt. So wie alles. Eins würde denken, ein beständiges Leben in Krisen würde dazu führen, dass eins Krisen nur mehr als Hintergrundrauschen wahrnimmt, aber dies ist kein Hintergrundrauschen.

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Das Knallen

Als ich mich einrenken musste.

Ich knalle die Tür. Danach schäme ich mich dafür und kann mir eigentlich nicht einmal erklären, warum ich gerade so wütend war. Es hat einen Auslöser gegeben, aber ich finde den eigentlich nicht sonderlich auslösend und verstehe deswegen nicht, warum ich jetzt auf einmal so ein Trampel sein muss.

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Die Lesung

Als ich für euch Blogtexte vorlas.

Es ist ja nicht so, als ob ich die einzige Person wäre, die diese Idee gehabt hätte. Viele Kunst- und Kulturschaffende haben angekündigt, in Zeiten des Lockdowns eine Art Alternativprogramm anzubieten, um all jenen, die sonst zu Konzerten, Theaterstücken, Lesungen, usw. gekommen wären, ein wenig Kultur ins Wohnzimmer zu bringen. Nun ist es ja nicht so, als gäbe es zu wenig Kulturangebot im Netz, eins muss es eh nur finden. Aber trotzdem schön, dass es jetzt noch mehr gibt.

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Die Regalmeter

Als ich die Mehlapokalypse im Biosupermarkt überlebte.

Alles ist wie immer. Auf der Straße beugt jemand in seine Ellenbeuge, das ist auch schon das merkwürdigste. Wir machen einen lustigen Ausflug, zumindest fühlt es sich so an. Als wir nach kurzer Fahrt ankommen, wirkt auch immer noch alles wie immer. Auch im Biosupermarkt sind das Mehl und die Nudeln leergekauft, Fertiggerichte sind allerdings noch viele da. Ich verstehe es nicht ganz, aber auch ich packe mir noch zwei Liter Hafermilch ein, obwohl ich eigentlich genügend Milch für viele Tage in meinem Schrank stehen habe.

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weekend reading 56

Als ich Links postete, auch für‘s social distancing

Ihr wisst es ja eh alle vermutlich: social distancing, also erstmal nicht so viel unter Leute gehen, tut ihr vor allem, um jene Menschen zu schützen, die aus Alters- oder Krankheitsgründen stärker gefährdet sind. Jetzt habt ihr also alle mal Zeit, um die ganzen Links anzuklicken und zu lesen, die ich hier verwurste.

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Das Unbehagen

Als ich dann doch kein so gutes Gefühl hatte.

Es fühlt sich so merkwürdig an, wie in einem Katastrophenfilm, obwohl sich eigentlich nichts geändert hat. Ich warte eine Stunde lang auf eine Pressekonferenz, obwohl ich ohnehin schon ahnen kann, was sie sagen. Das Kratzen in meinem Hals macht mir kurz Sorgen, dann verschwindet es wieder. Vielleicht habe ich nur zu wenig getrunken. Das linke Auge ist sicherlich auch nur trocken, weil ich zu lange in der Heizungsluft saß. Verlegen suche ich die Handcreme, die ich vor einem Jahr einmal kaufte, wieder heraus.