Das Urlaubsgefühl

Als ich Popmusik hören musste, um mich abzulenken.

Blick auf eine Autobahn, einen Parkplatz und eine Baustelle von einem Turm herab. Am Horizont und am Himmel sind viele weiße Wolken zu sehen.

Ich finde mich selbst sehr lächerlich. Dann versuche ich, mich mit Popmusik abzulenken von dem Draußen und dem Drinnen, das mich schon etwas quält. Ich weiß nicht einmal, wie ich meinen Zustand wirklich beschreiben würde. Die bleierne Müdigkeit ist größtenteils verschwunden, das Kribbeln in den Händen ist immer noch da. Ich wage es nicht, meine Vermutung auszusprechen, sie darf nicht genannt werden.

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Das Regenwetter

Als meine Hand kribbelte.

Strahlend blauer Himmel, von unten fotografiert, so dass einige Baumkronen voller grüner Blätter sichtbar sind.

Ich steige aus dem Zug und bemerke, dass meine Hand nicht mehr so merkwürdig kribbelt, was selten irgendetwas Gutes bedeutete. Dafür ist mein Gesäß eingeschlafen – immerhin gibt es Abwechslung im Bereich des Merkwürdigen, des Nicht-Einzuordnenden, des Unkategorisierbarem, das mir zwar nicht den Schlaf raubt, mich aber auf eine merkwürdige Art und Weise beschäftigt.

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Der Cybretraum

Als ich von elektrischen Schafen träumte

ein sehr glitchiges bild eines netzwerk-switches

Ich hatte einen Traum – oder was es nur etwas, worüber ich las? – in dem das Internet noch mit diesen altmodischen Einwahlmodems funktionierte und alle, die sich darin bewegten, kannten sich aus und einander. Retrofuturistisch, aber nur um zwei- oder dreieinhalb Jahrzehnte verrückt. Ich bin zu spät geboren, ich bin zu früh geboren, nie ist mir etwas recht.

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Der ewige Sommer

Als ich mich an ein Badegewässer wünschte

ein Badesee. Es ist nur ein schmaler Streifen Horizont zu sehen, sonst nur Wasser, im Hintergrund ein Boot und eine Boje

Irgendwann wird er kommen, der ewige Sommer
und alle Städte werden an der Donau liegen
oder es wird nur noch eine Stadt geben
und viel wichtiger: Wir alle werden schwimmen gehen
an einem Alt-Arm oder in der Donau selbst
das Wasser wird immer Badewannentemperatur haben
und wir immer zu salzige Pommes.

Die Kernspaltung

Als ich den Kern traf.

Hauling crates of peaches from the orchard to the shipping shed, Delta County, Colo.

Unter Beobachtung schreiben ist immer merkwürdig. Meistens können die Menschen gar nicht auf mein Display sehen, oder nicht in mein Notizbuch. Das ist gut, denn mit Schreiben verhält es sich wie mit dieser merkwürdigen Theorie aus der Physik, dass sich Dinge verändern, sobald sie beobachtet werden. Ich weiß nicht, ob das nicht einfach auf alles zutrifft, was beobachtet wird. Verändere ich mein Verhalten, wenn ich mich selbst beobachte? Ich beobachte mich seit 96 Tagen selbst. In einer Form, die ich so noch nie praktiziert habe. Es ist ein Experiment.

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Knochenloses Glibberwesen

Als ich nicht schon wieder über Müdigkeit schreiben wollte

Eine Landschaft aus dem Zug heraus fotografiert. Grüne Wiesen, baune Wälder, sehr grauer Himmel, sehr triste Stimmung.

Ich möchte nicht schon wieder einen Text darüber schreiben, wie müde ich bin. Aber es ist die eine singuläre Beschäftigung meines Hirns. Ich denke mir oft, dass „heute“ der schwierigste Tag zum Bloggen war, dass ich nur so gerade daran vorbeigeschrammt bin, nichts zu bloggen. Ich weiß auch nicht, ob es wirklich eine gute „Regel“ ist, dass tatsächlich Kalendertage und nicht gefühlte Tage gelten. Ich weiß auch nicht, wer diese Regel aufgestellt hat, ich kann es kaum gewesen sein, aber ich kann es auch kaum nicht gewesen sein.

Ich möchte eintauchen in ein etwas zu heißes Bad und merken, wie die Hitze mein Inneres komplett aufweicht und ich mich dann als matschiges, knochenloses Glibberwesen in mein Bett legen kann. Und schlafen kann, den langen Schlaf der Gerechten und den der Ungerechten.

Die Vögelepisode

Als ich mal wieder meinen Podcast beweihräucherte

Ich bin gerade sehr stolz auf mich. Nicht nur, weil die wirklich schwierige Mammutaufgabe, rund zwei Stunden Aufnahme auf rund 35 Minuten zu schneiden, nach über einer Woche geschafft habe. Nein, obwohl die Themen der Folge aus irgendeinem Grund sehr viel mit Vögeln zu tun haben, ist es mir gelungen, auf jeden einzelnen „vögeln, haha“-Witz zu verzichten. Vielleicht bin ich ja mittlerweile tatsächlich erwachsen.

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