Die Nostalgienostalgie

Als ich Nudelsalat wollte.

Ich kann mich den ganzen Tag nicht konzentrieren, und dann grillen wir. Innerlich wünsche ich mir Nudelsalat, ich hatte seit gefühlten Jahren keinen mehr. Es ist kein sehr klarer Wunsch, er ist unter der Oberfläche meiner Gedanken, taucht immer mal wieder auf, verschwindet dann wieder. Ein körperliches Gefühl, als würde sich irgendeins dieser Organe, die ich mit mir herumtrage, sich wirklich nach Nudelsalat sehnen. Ich habe keinen, und jeder Wunsch der Welt wird daran so schnell nichts ändern.

Weiterlesen

Das Eichhörnchen

Als ich zu viel und nicht genug Kaffee trank.

Ich hatte mir fast gedacht, dass ich das Hoch, das ich am Vortag noch verspürte, auch durch eine Verdoppelung des Koffeinkonsums nicht halten können würde. Es kommt einfach immer der Moment, in dem ich mich viel zu sehr ablenken lasse.

Weiterlesen

Der Kratzer

Als ich Brombeeren pflückte.

Ich entdecke einen Ordner mit Musik. Es ist nicht so, als hätte ich nicht gewusst, dass er existiert, als wäre er nicht ständig in Reichweite gewesen. Aber heute, heute höre ich mich durch die Peinlichkeiten meiner eigenen Musikgeschichte. Nicht alles. Es gibt Dateien, die habe ich ein einziges Mal gehört und ich bin auch nach über elf Jahren nicht bereit dafür, das noch einmal zu tun.

Weiterlesen

Das Wochenende

Als ich in der Sonne stand.

Es ist mein letzter Urlaubstag. Ich könnte darüber nachdenken, was ich alles nicht gemacht habe von den Sachen, die mir vorgeschwebt sind. Ich überrasche mich immer wieder selbst. Nicht nur dahingehend, woran ich wenig Gedanken verschwende, sondern vor allem darüber, worüber ich nachdenke.

Weiterlesen

Die Löcher

Als ich im wilden Süden unterwegs war.

Ich gehe weit, trotz der Hitze. Die Schilder, denen ich folge, führen mich zwar nicht im Kreis, aber in seltsamen Kurven zum Ziel. Da ist es wieder, dieses Wort. Ich gehe einfach, und folge halt den Schildern, weil es einfach ist und weniger anstrengend für meinen entscheidungsunfreudigen Kopf. Ich laufe auch nur zwei oder drei Mal ein kurzes Stück falsch, für den Rest bleibe ich auf dem vorgeschlagenen Weg. Ein recht großer Teil der Strecke führt über Felder und ich liebe es einerseits, andererseits macht es mich müde.

Weiterlesen

weekend reading 67

Als ich gut vorbereitet war.

Ich habe diese Woche nur auf diesem Blog Text veröffentlicht, was einfach daran liegt, dass ich Urlaub hatte. Empfehlen kann ich euch aus der woxx jedoch diesen Text zu Antisemitismus & Corona und diesen zur Medienpluralitätsdebatte in Luxemburg. Ansonsten kommen jetzt Links, die ich vor allem zu dem Moment gesammelt habe, in dem ich meine Tabs aufgeräumt habe. Viel Spaß.

Weiterlesen

Der Elsternbaum

Als ich mit dem Kaffee in den grauen Morgen starrte.

Während mein Müsli sich in der Mikrowelle langsam zu etwas Essbaren verwandelt, stehe ich mit meinem Kaffee am Küchenfenster und sehe in den Garten. Auf dem toten Baum, den wir längst entfernen hätten sollen, springen ziemlich vergnügt drei Elstern. Bisher habe ich sie immer nur auf dem stets frisch gemähten Rasen zwei oder drei Häuser weiter gesehen. Ich freue mich, dass sie an diesem grauen Morgen den Weg zu uns gefunden haben, wenn ich schon sonst nicht viel habe, worüber ich mich freuen kann.

Weiterlesen

Der Regenwald

Als ich eine kurze Runde machte.

Im Regen wirkt der Wald beinahe unbekannt, obwohl er mein Heimatwald, mein Hauswald ist. Wenn ich hier einbiege, fühle ich mich beinahe schon zu Hause, obwohl ich meistens nur deswegen dort einbiege, um noch ein, zwei Kilometer mehr zu machen, denn ich könnte auch einfach die Straße weiter runtergehen. Es ist nicht zu nass, die Blätter halten das meiste auf. Es reicht anders, muffiger, aber auch irgendwie frisch.

Weiterlesen