Der Brei

Als die Normalität einkehrte.

Es fühlt sich sehr normal an. Ich weiß nicht, ob das eine gute Sache ist, oder was genau ich davon halten soll. Als vor zwei Wochen die Schulen geschlossen wurden, stellte ich mir zwei Wochen lustiges Homeoffice vor. Jetzt sind die zwei Wochen so gut wie vorbei und es ist immer noch nicht wirklich absehbar, wann das Ende erreicht sein wird. Der Tag ist gut, beinahe ereignislos. Ich erledige die Arbeit, die ich erledigen wollte, kann früh genug Feierabend machen und setze mich in die Sonne, wo wir Musik hören.

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Das Streaming-Setup

Als ich erklärte, wie ich das mit den Lesungen mache.

Letzte Woche streamte ich – um Menschen davon abzuhalten, ihre Wohnung zu verlassen, bzw. das herumsitzen etwas angenehmer, ein paar Mal Lesungen aus meinem Blog auf twitch (und facebook live) und ein paar Menschen haben tatsächlich zugesehen. Lässt sich übrigens auf diesem youtube-Kanal nachverfolgen. Ich wurde gefragt, wie ich das mache und welches Setup ich dazu benutze und ich werde versuchen, darauf einzugehen. Ich habe recht wenig Erfahrung mit twitch, streame keine Games und hab mir etwas zusammengeklickt, das funktioniert. Will sagen: Das ist alles recht easy und mein Setup ist aus Gründen („Kunst„) eher speziell.

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Das Eis und das Blau des Himmels

Als ich nachzählte.

Ich habe die Tage bisher nicht gezählt, weil ich nicht ganz wusste, wo ich anfangen sollte. Aber wenn ich richtig gezählt habe, sind es zwölf. Ich weiß immer noch nicht, wie ich es nennen soll, vielleicht bleibe ich bei meiner Schiff-Metapher. Mir ist die Richtung, in die das alles segelt, immer noch nicht klar. Es scheint, als gäbe es jeden Tag ein Tau zu reparieren, was gleich wieder die nächste Reparatur nach sich zu ziehen scheint. Ich durchblicke das alles nicht und versuche, mein bestes Selbst zu sein, so lange ich das kann.

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Keine Enklave

Als jemand über das Piano sang.

Ich kann mit dem Piano nichts anfangen, aber ich mag den Song darüber. Eigentlich habe ich persönlich ja gar nichts gegen das Piano, aber mein früheres Ich hatte da eine tiefe Verbindung mit einer Piano-Geschichte, die damals noch nicht so lange her war und deswegen war das Piano unsympathisch – obwohl es ja eigentlich gar nicht das Piano war.

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Der Vorfrühling draußen

Als ich eine Wanderung machte.

Zuerst suchen wir – nicht erfolgreich – am Friedhofes nach Bärlauch. Wo der Hang hinter dem Friedhof, auf dem es welchen gibt, genau sein soll, wie uns gesagt wurde, erschließt sich uns nicht ganz. Die Atmosphäre ist merkwürdig, weil vor dem leeren Friedhof jede Menge Autos stehen, aber die parken vermutlich ständig da. Im Dorf sind ein paar Menschen vor der Tür, meistens mit Hunden oder zum Rauchen. Alle halten Abstand und grüßen sehr freundlich. Während außer uns vor allem Familien oder Paare unterwegs sind, hätte ich fast das Bedürfnis, uns allen ein Schild mit „Es ist okay, wir wohnen zusammen“ umzuhängen.

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Die Brise

Als ich an Deck stand.

Es ist wie auf einem Schiff. Ich finde den Gedanken tröstend. Es gibt Menschen, die ständig in vergleichbaren Situationen leben und damit klarkommen. Es ist grau, ich laufe in einer virtuellen Welt herum und baue Dinge, die dort Sinn ergeben. Es ist klar, dass eine Situation, in der ich Kontrolle hab, in einer Krisensituation wie dieser erstrebenswert wirkt.

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Die Sache mit dem Pfirsich

Als ich nochmal vorlas.

Ich habe heute abend nochmal vorgelesen, auf twitch und instagram wieder. Das macht Spaß, weil sich dann doch gar nicht so wenige Menschen dazu einfanden und es ist für mich auch eine spannende Erfahrung, meine eigenen Texte, die ich vor einem Jahr geschrieben habe, so nochmal zu erfahren. Vermutlich mach ich das morgen Abend nochmal.
Folgt mir auf twitch, facebook oder youtube, um das (in den beiden ersten Fällen zumindest zeitnah) zu erfahren.

Das Zwitschern

Als ich die Vögel hörte.

Ich stehe morgens im Garten, mit meinem Morgenkaffee und meiner Morgenzigarette, und die Welt wirkt fast so, als wäre sie in Ordnung. Es sind Vögel zu hören, so viele. Mir kommt vor, das wäre sonst anders, aber sonst stehe ich um diese Zeit auch eher selten im Garten, sondern sitze in einem Zug oder Bus und höre keine Vögel, sondern Podcasts. Wenn ich die Augen schließe, werden meine Zukunftsvisionen noch dunkler als sie es ohnehin schon waren.

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Das Knospen

Als sich der Frühling bemerkbar machte.

Ich stehe im Garten und telefoniere und bemerke dabei kaum, wie wunderbar das Licht ist. Es wird Frühling, so tatsächlich und wirklich. Die ersten Blätter und Blüten kommen heraus, die Sonne bleibt am Himmel und ich kann den Abend tatsächlich erleben. Fast möchte ich hier stehen bleiben und zusehen, wie sie langsam untergeht, fast sind alle die Dinge, die sich hinter diesen Bildschirmen abspielen, kaum noch der Rede wert.

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Die Tube

Als ich unter dem Bäumchen saß und es gut fand.

Kein Türknallen. Keine Wut. Die Sonne scheint. Ich sitze draußen und trinke Kaffee. Dann sitze ich draußen und trinke was anderes. Die Sonne scheint nicht mehr, dafür spielt Musik. Das fühlt sich gut an, wenn auch ungewohnt. So wie alles. Eins würde denken, ein beständiges Leben in Krisen würde dazu führen, dass eins Krisen nur mehr als Hintergrundrauschen wahrnimmt, aber dies ist kein Hintergrundrauschen.

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