Die Postapokalypse-Kreislaufwirtschaft

Als ich Autobahn fuhr.

Es ist immer noch so still, es hallt immer noch alles. Morgen wird es schon besser sein, in einer Woche wird mir nichts mehr auffallen und in einem Monat werde ich es nicht mehr bemerken. Ich sollte ein Loch in die Wand bohren, um meiner heiligen Wut über alles, was dazu geführt hat, Ausdruck zu verleihen. Ich will es füllen, mit Marmelade, denn irgendwo steht immer Marmelade, die niemand essen will, außer bei großen Sonntagsfrühstücken oder mit Pfannkuchen.

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Die Leere (2)

Als es leer wurde.

Es ist der Anfang vom Ende. Ein weiteres Omen, das auf den unaufhaltsamen Niedergang hinweist. Ich bin hilflos, trinke nur meinen Kaffee und schaue zu, auf den Stiegen zur Haustür sitzend. Es ist so leer und still und überall hallt es, wenn eins zu viele Schritte tut. Ich weiß noch nicht, wie ich das aushalten werde, vermutlich werde ich die Stille zu schätzen lernen und mich wie ein Eremit fühlen.

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weekend reading 104

Als ich nicht viele Links hatte.

Schwierige Woche. Habe trotzdem (oder deswegen?) recht viele Artikel geschrieben, aber nicht viele Links gesammelt. Über Elektromobilität (einmal, zweimal), über eine Website zum Klimaretten und eine Petition über Bienen. Die Artikel meiner Kolleg*innen kann ich auch empfehlen: Über den Wohnungsmarkt in Luxemburg, ein Interview mit der Gleichstellungsministerin, eine Recherche über die Greensill-Bank und ihre Verstrickungen im Großherzogtum.

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Der Hitzerekord

Als ich fertig war.

Ich bin so fertig, alles ist anstrengend und ich weiß nicht, wohin damit. Es ist so warm, sogar ein Hitzerekord für den Monat, es fühlt sich zwischenzeitlich sogar so an, als gäbe es so etwas wie Hoffnung.

Das Soufflé

Als es nicht reichte.

Manchmal reicht alles nicht, die Unzufriedenheit mit der Welt, das generelle Gefühl der Hoffnungslosigkeit und die leise Ahnung, dass irgendetwas nicht stimmt. Das Leben fühlt sich an wie ein Soufflé, und ich habe etwas im Ofen vergessen.

Der Milchschleier

Als mir der Schlaf geraubt wurde.

Mir wird eine Stunde Schlaf geklaut. Nicht viel, nicht schlimm, in Wirklichkeit habe ich eh ohne Wecker geschlafen, warum sich also ohne den Diebstahl, der nicht so richtig stattgefunden hat, aufregen?

Vor dem Vollmond, den Garten erleuchtend, hat sich ein Schleier aus milchigen Wolken gezogen. Es bleibt viel zu lange hell, oder eher: Der harte Cut bringtt mich ganz durcheinander. Autos sind noch zu hören, die Menschen fahren rechtzeitig zur Ausgangssperre heim. In der Ferne quietschen die Eisenbahnwaggons vor dem Stahlwerk.

Der Mond reflektiert in einem Fenster, als wäre dort noch ein Licht an.

weekend reading 103

Als ich nicht viele Links hatte.

Ich habe diese Woche nicht sehr viele Links für euch, was auch daran liegt, dass sie recht stressig war und ich nicht so viele Artikel gelesen habe. Geschrieben auch nicht. Nur über die Subventionen für Elektroautos, die verlängert werden. Und über Elektronische Kommunikation im Confinement. Empfehlen kann ich dieses Edito über den luxemburgischen Rechtspopulismus und den Podcast über Bioethik. Und das Metal-Interview.

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