Linkspam (6)

linkspam6

Ich habe an dieser Stelle einmal wieder einige interessante Links zusammengetragen, zu deren Lektüre ich euch raten möchte. Beim letzten Mal konnte ich noch von nervigen Extremrechten berichten, die mich als „Antifa-Schläger“ bezeichneten, weil ich meinte, dass „Extreme Rechte sind dumm“ keine Kritik an deren menschenverachtender Ideologie sei. Wie dem auch sei: Die neuste Folge „Angscht a Schrecken zu Lëtzebuerg“ habe ich hier noch nicht verlinkt: In Angscht a Schrecken am Summerlach 2015 erkläre ich, wieso das „Sommerloch“ der luxemburgischen Medien ein hausgemachtes Problem ist und dass es journalistisch bessere Antworten auf rassistische offene Briefe gibt, als diese abzudrucken.
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Aérogareportdrome V

Ich träume so gut wie nie oder erinnere mich nie an meine Träume, deswegen denke ich mir selbst welche aus …

aerogareportdrome5

„Wir möchten die Passagiere von [u̢̖̮̗̮̪͂᷈̀̇ͫ̕̕͟͝n̞̣̫᷿͚̩̯̋̀᷅᷾̕͜͜͝v̡͎̯̖̥͎͙̎̀͐́᷾̆ͭ͟͠ͅe᷊̭͈᷅͆̇ͣ̈̀ͫ͊͒᷆͘͝r̥̞᷉ͭ͋͏̨̘͙̹͇̀ͭ͟ͅs̸̭̺̹̃͆᷁᷈ͤ̀̀̅̈́͠͝ţ̲̼̦̣̘᷂̓᷄̀͊ͮ̃̒̄͑᷀̋̕ä̺̺̥̭̘̯᷀͌ͮ͐̀ͧ᷇̍̍n̷̴̡̩̺̘͖᷀͆̀͗͘̚͜ͅd̳ͦ͏̵̠̱̹͕̭̅̀͑͌ͩ̈l̴̬̻͖̪̻̳̲̰̈̈̀͋͋᷉͆͟͝͠i͔̰͓᷊̯͍ͩͧ́̀ͩ̆̅͗ͣc̵̢̪᷊̯͉̓ͯ̀ͫͨ᷆̅᷅͡h̡̜̼᷂᷿̄͆ͪͥ̀̇̉᷉̏᷾̔̚] informieren, dass wir nun bei Gate F542 mit dem Boarding beginnen. Bitte halte sie ihre Tickets bereit“, tönt es aus Lautsprechern. Es ist genau die gleiche Stimme, die schon unzählige andere Passagiere zu unzähligen anderen Flügen aufgerufen hat. Die Aufforderung folgt auf weiteren Sprachen, von denen ich einige nicht verstehe, aber ich muss sie mir dennoch anhören, denn die Realität hat noch keinen Mehrkanalton. Weiterlesen

Interview: Last Summer Dance

lastsummerdance

Ich habe letzte Woche Tessy und Christian von dem luxemburgischen Festival Last Summer Dance interviewt, heute lief das Interview im Radio. Ich bin seit gestern Abend wieder in Wien (und „müsste“ jetzt nicht mehr jeden Tag bloggen, aber so lange wie ich das schaffe, werde ich es weiterhin versuchen) und bereue es tatsächlich ein wenig, dass ich das nächste Wochenende nicht mehr in Luxemburg bin, da ich das Festival so natürlich verpasse. Ich bin eigentlich kein Festivalmensch: die Vorstellung, mit vielen Menschen gemeinsam im Freien Musik zu hören macht mir eher Angst, aber auf das LSD (hihi) würde ich gehen. Neben Musik gibt es auch Workshops, Diskussionsveranstaltungen, eine Kunstausstellung, gefühlt tausende Fressbuden und und und.

Aber hört selbst (indem ihr diesen Link anklickt).

Grenzenlos

ueberdenwolken

Ich lache ja immer darüber, wenn ich in Wien vor einem Tor ankomme, auf dem „Schengen“ steht, weil ich ja aus dem Land komme, in dem Schengen eine Ortschaft ist. Aber in diesen Tagen ist das gar nicht so lustig.

Tuwörter

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Einen Ohrwurm haben und den Text bloggen wollen, weil du dir dadurch Linderung versprichst.
Auf dem Bett statt am Schreibtisch sitzen, weil sich das Schreiben so viel casualer anfühlt, obwohl es eigentlich sogar nerviger ist, weil du unmöglich länger als ein paar Minuten in dieser Position verharren kannst.
Bedauern, dass du keine Katze bist, die nicht nur die unmöglichsten Verrenkungen schafft, sondern auch so gut wie überall und ständig schlafen kann.
Feststellen, dass am Schreibtisch ein Joghurt steht, dass du vor Stunden schon essen wolltest (Erdbeere, gut für die Verdauung, läuft morgen ab).
An die letzten fünf Wochen denken und wenig bedauernswertes finden.
Noch nicht gepackt haben.
Fürchten, dass wer „Was willst du uns damit sagen?“ kommentieren wird.
Einmal im Leben etwas durchgezogen haben.
An Texte in Deutschbüchern denken müssen.
Die Gedichte und Bilder über dem Jugendbett vermissen.
Auf „publish“ klicken.

Virginia Hamilton – Justice and Her Brothers

justiceDie 11-jährige Justice lebt mit ihren Eltern und ihren Zwillingsbrüdern irgendwo auf dem US-amerikanischen Land. Die Kinder haben Sommerferien, während der Vater arbeite, und die Mutter zur Schule (Uni?) fährt und sind so den Tag über auf sich alleine gestellt. Eine Hitzewelle hat das Land erfasst, was die Zwillingsbrüder Levi und Thomas nicht davon abhält, das „great snake race“ zu veranstalten. Justice mag zwar keine Schlangen, trainiert sich den Ekel jedoch ab, weil sie auch mitmachen will. Doch während das Ereignis, an dem alle Jungen des Ortes mitmachen werden, immer näher rückt, bemerkt Justice, dass Thomas und Levi sich immer merkwürdiger benehmen und ersterer seinen scheueren Zwilling zu kontrollieren scheint. Sie bemerkt aber auch, dass sie selbst merkwürdige Kräfte hat, als sie glaubt, sich in einen Stein zu verwandeln. Weiterlesen

Kokon

kokon

Ich möchte mich einspinnen in ein Kokon aus Halbsätzen und Wortfetzen, darin schlafen und wunderbar wirre Träume träumen. Es ist nun schon zu kalt geworden, um den Ventilator laufen zu lassen, so dass ich die Tippgeräusche beim Schreiben wieder gut höre, egal wie sehr ich mich anstrenge, wegzuhören. Das Netbook, auf dem ich seit über einem Monat jeden Abend einen Eintrag für dieses Blog verfasse, ist nur dann laut, wenn es an das örtliche Stromnetz angeschlossen ist. So genieße ich in den Pausen, in denen ich metaphorisch Luft hole, um einen langen Atmen für den nächsten Bandwurmsatz, wie ich sie so gerne schreibe, zu haben. Einen ganzen Absatz schaffe ich nicht am Stück, einen langen Satz schon. Weiterlesen

die besten Nächte.

diebestennaechte

„Ich weiß gar nicht mehr, was mein Stil überhaupt ist!“
„Wusstest du das je?“, fragt sie mich, treffend wie immer. Ich mag ihr keinen Namen mehr geben, denn sobald ich ihr einen Namen gebe, wird ein Mensch mit eben jenem Vornamen in meinem Leben auftauchen und die Leute werden mich fragen, ob ich über sie schreibe und ich müsste dann wie eine Sphinx lächeln, aber stattdessen werden ich rot und sage Dinge wie „Nein, sie ist nur eine Figur, um die Leser_innen zu verwirren, die gar nicht wirklich existiert, aber gewisse Aspekte von gewissen Menschen zu manchen Zeiten repräsentiert, spiegelt oder hologrammiert.“ (Natürlich sage ich nicht „hologrammiert, ein so gutes Verb würde mir beim Sprechen niemals einfallen)

Früher hieß sie Ruth. Es muss auch keine „sie“ sein, das ist im Grunde völlig egal, in welcher Form ich sie imaginiere. Ihre Frage versetzt mir einen kleinen Stich zwischen die zweite und dritte rechte Rippe von unten. Wie mit einer sehr spitzen und sehr dünnen Nadel gesetzt schmerzt mich ihre Aussage kurz und ungeahnt tief. Weiterlesen

Gewohnheiten.

Normalerweise halte ich solche Gedanken ja eher per tweet fest, aber vielleicht ist es, da ich eh bald ins Bett muss und aber nicht Nicht-Bloggen wollte, gang gut, dies mal hier fest zu halten.

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Es ist so merkwürdig, wie manche Gewohnheiten fest in mir stecken, besonders solche, die eigene Vorlieben angeht. Ich mochte sehr lange keine sauren Gurken (oder sonstige eingelegte Gewürzgürkchen). Mittlerweile habe ich mich an den Geschmack gewöhnt, finde ihn nicht mehr eklig und knabbere selten, aber manchmal schon, sogar einfach so eine Gurke aus dem Glas. Es gibt einen Reihe Dinge, mit denen es mir ähnlich geht (schwarzer Kaffee zum Beispiel), aber es geht mir eigentlich um ein anderes Phänomen:

Ich habe mich so sehr daran gewöhnt, diese Dinge nicht zu mögen, dass ich mich immer wieder aktiv daran erinnern muss, dass das jetzt anders ist. Wahrscheinlich ist das einfach so eine Sache des Älterwerdens, dass ich auf einmal zu mir selbst Dinge sagen muss wie: Ich heiße Joël, bin siebenundzwanzig Jahre alt und ich mag jetzt saure Gürkchen, schwarzen Kaffee und übrigens bin ich auch Bachelor of Science.
Immerhin reicht es noch, wenn ich es mir innerlich sage.

HARIKO

Ich habe gestern schon über das Projekt HARIKO des luxemburgischen Roten Kreuzes geredet und den Podcast zu der Reportage, die ich gemacht habe, versprochen. Wenn ihr diesen Link anklickt, kommt ihr zum Podcast. Und hier findet ihr meine ganze heutige Radiosendung.

HARIKO

Ich finde die Idee des Projektes ja supergut und hoffe, dass das so klappt, wie die Initator_innen sich das vorstellen. Die suchen übrigens noch Bands und Musiker_innen, die in Proberäume in den Keller einziehen wollen, falls wer das liest und den Kontakt braucht, gebe ich den gerne weiter.

Hat nichts mit dem Projekt zu tun, aber ich habe das gerade gelesen und fand es lustig: 15 etwas unüblichere Uni-Mottos und die bizarre Syntax von Sexiest Man Alive.