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analog adventures (XIV)

Fischaugen-Foto eines Platzes in Luxemburg-Stadt. Die sonne scheint, der Platz ist aber halb im Schatten eins Pavilions, der Untergrund ist rosarot, im Hintergrund sind Bäume und Menschen auf Bänken zu sehen
Wir sind unterwegs in Luxemburg-Stadt und suchen ein nettes Café. So wie alle anderen auch. Alle sind ständig auf der Suche nach einem netten Café, das nicht total überfüllt ist oder zu laute Musik spielt. Vielleicht ist „suchen“ das falsche Verb, denn wir wissen ja, wohin wir laufen, aber wir wissen nicht, was uns dort erwartet. Hier möchte niemand wie so ein Punk im Park sitzen, wir brauchen ein Café. Und so wandern wir von einem bekannten Lokal zum nächsten, bis irgendwo ein Platz frei ist. Das Leben luxemburgischer Mittzwanziger in den Sommermonaten ist schwer und wir haben viel Mitleid mit uns selbst.

analog adventures (XIII)

Fischaugen-Foto eines Platzes in Luxemburg-Stadt. Die sonne scheint, der Platz ist menschenleer, der Untergrund ist rosarot, im Hintergrund sind Bäume und Menschen auf Bänken zu sehen
Ein sonniger Tag in der Hauptstadt des Großherzogtums. Ich fotografiere aus der Hüfte, so wie es mein Onkel mir gezeigt hat. Der Film ist sehr alt, ich habe ihn in der Fototasche meiner Eltern gefunden, wo er nach der digitalen Revolution vergessen wurde. Ich weiß nicht, was mich erwartet, aber das muss bei einer Lomo ja genau so sein. Vielleicht ist das ein Sinnbild für ein Lebensgefühl: Einfach mal machen und schauen, was dabei herauskommt. Im Zeitalter chronischer Krisen bleibt auch nicht viel anderes übrig.

analog adventures (XII)

Fisheye-Foto einer Bahnstrecke

Ein neuer Film ist wie der Beginn einer Reise. Du sitzt aufgeregt im Zug und fühlst schon, wo dein Rücken am Abend schmerzen wird und weißt schon, dass du dann auch nicht mehr ruhig oder gar gemütlich sitzen kannst. Stehen wird auch nicht mehr gehen, weil du müde bist. Alle verstehen, dass du am Ende einer langen Reise erschöpft bist, aber niemand wird dir erklären können, warum das so ist. Reisen durch das luxemburgische Hinterland erschöpfen nicht, denn sie können so lange gar nicht sein. Einzig die Wiederholung macht müde, wie diese Simpsons-Folge, die du schon gefühlte 10.000 mal gesehen hast und dennoch kannst du nicht wegsehen. Ist es das, was andere „Heimat“ nennen?

analog adventures (X)

Heimfahrt mit dem Bus. Alle versuchen zu schlafen, denn es ging viel zu früh los. Ich stehe nicht gerne früh auf, besonders dann nicht, wenn ich mich dann durch den Wald schleppen muss. Ich kann jetzt nicht schlafen. Ich denke an dieses Lied von Archive. Ich freue mich so darauf, heim zu kommen und in meinem Bett zu versinken und zu schlafen. Morgen ist der zweite Teil der Exkursion, wir werden wieder genau so früh losfahren. Alle lieben Exkursionen.

analog adventures (IX)

Sie fahren uns mit einem Bus raus in die Natur und erzählen dort die gleichen Dinge, die sie im Hörsaal auch erzählen würden. Wir müssen steile Hügel hinaufhasten und schwitzen und können nicht einfach so gehen weil wir irgendwo in einem Wald sind. Im Tal gibt es einen Köhler, der Grillkohle produziert, hier oben hat jemand spezielle Bäume, aus deren Früchte Marmelade und Schnaps gemacht wird. Es ist unglaublich viel Arbeit, die kleinen Beeren zu pflücken und weiterzuverarbeiten. Ich möchte einwenden, dass frühere Menschen aus diesen Gründen Obstbäume gezüchtet haben. Alle lieben Exkursionen.

analog adventures (V)

Die gruselige Atmosphäre des scheinbar verlassenen Vergnügungsparks auf der anderen Uferseite strahlt bis auf die Insel, auf der ich spaziere. Es sieht aus wie in einem Zeichentrickfilm, der gar nicht für Kinder gemacht ist, obwohl er so wirkt. Dahinter wird versucht, eine Skyline aufzubauen. Ich verstehe nicht, warum eine Stadt wie Wien noch eine Skyline braucht. Gar nicht davon zu reden, wie unpraktisch Wolkenkratzer sind.