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Ein Herz für Blogs

photo cc by Steven Kay

Es gibt sie mal wieder, die „Ein Herz für Blogs“-Aktion, diesmal ausgeruffen von uarrr.org.

Kobuk.at ist das österreichische Pendant zum wohlbekannten BILDblog. Hier werden alle Medien der, ich wage das Wort kaum zu schreiben, Alpenrepublik auseinander genommen und Falschmeldungen seziert. Wer dachte, die BILD sei schlimm, möge sich mal ansehen, was die Krone sich alles so leistet. Hut ab vor der Arbeit, die sich hier gemacht wird!

Elisabeth Rank
schreibt nicht nur wundervolle Bücher, die ich während einer Zugfahrt verschlinge, sondern auch ein tolles Blog, bei dem ich immer Angst habe, es früh morgens zu lesen, weil mein Gehirn eventuell noch nicht ganz auf Betriebstemperatur ist. Außerdem Erfinderin des tollsten Meme seit den Schallplattengesichtern.

i heart digital life ist „ein Blog über feminismus, queer, politik und das digitale leben. nrrrdiges bloggen in der heterosexuellen matrix“. Und das ist sehr toll, auch wenn es viele viele Links gibt, die sind aber immer lesenswert.

Die kleine Göttin schreibt Texte, die mich an meine eigene Art, Texte zu schreiben, erinnert. Was ich spannend find. Ach, und ich kenn sie, so aus dem realen Leben und so.

Die Grinsekatze und ihre Crew schreiben manchmal Dinge, die ich nicht immer ganz toll finde. Das kommt allerdings selten vor. Meistens geht es um Sex und Luxemburg, wobei der Sex-Teil überwiegt. Es lohnt sich auf jeden Fall, vorbei zu schauen.

Edit: Oh, und wie konnte ich das nur vergessen! on air von Arvina, der europäischen Freiwilligen bei Graffiti, den Jugensendungen des einzigen freien Radios in Luxemburg. Sehr sehr viel hörbar und -enwertens Material!

State of the onion

photo cc by Darwin Bell

Seit ein paar Tagen Wochen geistert formspring.me, eine Mischung zwischen Kontaktforumlar und twitter vor allem durch die twitterosphäre. Auch viele luxemburgische Netzpersönlichkeiten haben sich den Fragen, die sie vor allem anonym gestellt bekommen haben, gestellt. Die Ungewissheit, wer da eigentlich gefragt hat und die Möglichkeit, anonym Fragen stellen zu können machen den Reiz von formspring.me aus, obwohl es leider so scheint, als habe sich der erste Hype schon wieder gelegt. Ich konnte mich zumindest nie darüber beklagen, uninteressante Fragen gestellt zu bekommen, habe aber auch schon seit einer guten Woche keine Frage mehr beantworten dürfen.

Vor zwei Wochen wurde Chris die Frage gestellt, was in der luxemburgischen Blogosphäre fehlen würde und nachdem er sie beantwortet hatte, stellte er mir die gleiche Frage. Hier und hier sind unsere Antworten. Und die sind durchaus lesenswert. Und so am Jahresende kann man sich schon Gedanken über den Zustand unseres kleinen, feinen Blogklumpens machen. Chris fehlen Kommentare von Nicht-Bloggern, ein gehobenes Niveau in Kommentaren und gute Blogs. Ich wünsche mir einen höheren Frauenanteil, LGBTQ-Blogs, mehr Gendersensibilität, mehr Vernetzung mit MigrantInnenblogs und mehr Blogs. Es nervt mich ungemein, dass viele Geschichte halböffentlich und unausgesprochen in Galerien und Kommentaren auf Facebook herumliegen, wo sie im allgemeinen Blödsinnsstrom untergehen.

Ich würde mir also wünschen, dass mehr Menschen damit anfangen, zu bloggen. Ihre Geschichten erzählen, ihre Meinungen kundtun, ihre Fotos zeigen. Und wenn ein Blog nur einmal im Monat einen kleinen, aber feinen Beitrag hat, dann ist es halt nur einmal im Monat. Besser so, als auf Facebook unter den neusten Highscores von Farmville unterzugehen. Bleibt die Frage, wie man den Leuten das sagt und beibringt. Immerhin ist ein Account auf Facebook immer noch einfacherer als ein Blog bei wordpress.com. Vor allem fehlt bei wordpress.com die Community. Das ist wohl nicht zu unterschätzen, immerhin kann ich mir bei Facebook sicher sein, dass ich zumindest einen „Like“ kassiere, wenn ich Inhalt online stelle. Für ein Blog muss ich mir erst Publikum erarbeiten, das dann auch noch oft genug undankbar oder gar beleidigend ist. Also nicht nur technisch, sondern vor allem was das Publikum angeht ist ein Blog komplizierter und unbequemer. Aber vielleicht kann man ja Möglichkeiten schaffen, das zu vereinfachen? Vor allem im luxemburgischen Blogklumpen, der doch sehr überschaubar ist, fällt es relativ leicht, sich mit vielen BloggerInnen zu vernetzen und somit schneller an LeserInnen zu kommen. Bleibt halt nur die Frage, wie man die Leute ans Bloggen und ans Lesen bekommt.

Was denkt ihr? Was fehlt euch in der luxemburgischen Blogosphäre? Was wünscht ihr euch?

Gute Neuigkeiten

Thierry berichtet über Verstärkung in der luxemburgischen Blogosphäre.
Das sind Non di dj’eu, wo es relativ politisch zugeht und
Yearning, das persönlicher wirkt.
Dass beides Blogs sind, die vor allem auf geschriebenen Inhalt und nicht etwa auf die Verlinkung von Youtube-Videos setzen, ist sehr erfreulich und – denke ich jedenfalls, ohne viel gelesen zu haben, ein Mehrwert für die „luxemburgische“ Blogosphäre.
Gewissse andere Communityblogs, die sich momentan ausführlich und ohne viele Kommentare über die Blogs der vermeintlichen Organisatoren des vorangegangenen Treffens Blogdelux auslassen, können sich da gerne eine Scheibe abschneiden.
Oder es ganz bleiben lassen. Denn das Konzept geht ja offensichtlich nicht auf.
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