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Komm, süßer Schlaf

Als ich ein „Gedicht“ über meinen Schlafrhythmus verfasste.

ein sehr zerknülltes Bett

Am Sonntag nahm ich mir vor, eine halbe Stunde früher aufzustehen
Am Montag blieb ich so lange auf, dass ich die halbe Stunde früher sein ließ
Am Dienstag blieb ich noch länger auf
Am Mittwoch nahm ich mir fest vor, diesmal wirklich früher ins Bett zu gehen
Morgen ist endlich Freitag und ich kann so lange aufbleiben wie ich will.
Und übermorgen schlafe ich aus.

Ein Tier auf meiner Brust, so garstig und schwer

Als ich meine Gedanken über Alpträume unsortiert ließ

Ein Bett im Dunkeln, es sind weiße Laken sichtbar.

Aus Alpträumen aufwachen ist neu. Überhaupt sind Alpträume neu. Nach dem Schreckmoment realisiere ich, dass ich nur geträumt habe und liege fortan sicherlich eine Stunde wach, weil ich mich nicht entscheiden kann, ob ich kurz an die frische Luft will oder ob mich das nur noch wacher macht. Es stellt sich heraus: Darüber – und über sämtliche Dinge, die im Laufe des Tages für ein wenig Stress sorgen können – nachzudenken sorgt nicht dafür, dass ich schnell wieder einschlafen könnte. Letztes Jahr hatte ich das erste Mal Schlafparalyse.

Ich hatte das Gefühl, ein gewaltiges Tier säße auf mir, ich konnte mich nicht bewegen und wusste nicht, ob ich träume, wach bin oder was passiert. Auch danach war ich mir nicht sicher, ob das Erlebnis nur ein Traum oder etwas … anderes gewesen war. Äußerst nachvollziehbar, dass Menschen vor Wikipedia auf dem Smartphone an so etwas wie Dämonen oder Geister glaubten.

Wenige Monate später lese ich alte Blogeinträge nach und stoße auf die literarische Verwertung einer Schlafparalyse-Erfahrung. Womit sich das oben beschriebene Erlebnis im Nachhinein als mindestens das zweite dieser Art herausstellt.

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Einschlafen

Meistens schlafe ich mit einem Hörbuch bzw. Podcasts mit Hörbuchcharakter ein. Ich bekomme nie sehr viel davon mit, höchstens zwei, drei Minuten, weshalb ich mit einer Folge von Dreiviertelstunde sehr lange komme. Allerdings heißt das auch, dass ich die Geschichte nicht unbedingt immer sehr aufmerksam verfolge.
Aber manchmal gibt es Nächte, da mag ich kein Hörbuch hören. Nicht, weil mich die Geschichte langweilt oder ich es nicht mag, mit einer Stimme einzuschlafen. Sondern weil ich mit meinen Gedanken alleine sein will.

Ich lege mir dann meistens ( ) von Sigur Rós auf und meditiere beim Einschlafen und Betrachten der Bilder in meinem Kopf über meine eigene (Nicht)Einsamkeit nach.
Und darüber, dass es schon lange niemanden mehr gibt, an den ich vor dem Einschlafen denken könnte. (Es gibt wahrscheinlich keine Möglichkeiten, irgendwelche schmierigen Witze abzuwenden, deshalb bitte ich euch jetzt einfach so tun, als stünde hier etwas so mächtiges, das alle Zweifel über die Art des “ an-jemanden-denkens“ auflöst.)

Und ich befinde dieses „Traurigsein“, diese Melancholie auf Kommando durchaus befreihend.