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weekend reading 5

Als ich wieder einmal viele Links für euch zusammensammelte

Eine Zeitung

Die Vorbereitung für diese Rubrik passiert im Moment wesentlich flüßiger, also habe ich mir eventuell einen guten Rythmus antrainiert. Das heißt für euch, dass ihr mehr und tendenziell spannendere Links bekommt. Und vielleicht weniger Eigenproduktionen bzw. Werbung für Dinge, die ich anderswo mache. Die woxx solltet ihr sowieso regelmäßig lesen!

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The next Mandy

Eigentlich ist sie mittlerweile eine historische Figur geworden, eine Annekdote, wie so vieles in Luxemburg, das halt immer nur fast groß und wichtig war. Die Rede ist von Mandy, dem Mädchen, das letztes Jahr auf Pro7 Topmodel werden wollte. Kurz danach hatte Luxemburg das Mandyfieber, und sie war nicht nur der Star auf Laufstegen von Einkaufzentrumsmodeschauen, sondern posierte auch für eine Austellung der luxemburgischen Pfadfinder. Da das Land klein ist und Mandy das Nachtleben offenbar liebte, hatte wahrscheinlich jeder schon mal das zweifelhafte Vergnügen, der Gestalt zu begegnen. Ich hätte jetzt sehr viel böser schreiben können, aber eigentlich sollte diese Einführung auf das Thema des eigentlichen Artikels hinaus: Luxemburg sucht jetzt eine Miss Luxembourg. Ich weiß nicht, ob es das schon vorher gegeben hat, ich habe nur von der Miss Portugal Luxembourg und ähnlichen eher subkulturellen Phänomenen gehört. Der Seite nach gab es seit 12 Jahren keine Miss Luxembourg mehr.

Und die Kriterien sind hart und zeugen von einer Borniertheit, die ich bis jetzt so noch nicht mitgekriegt hatte. Man muss, um überhaupt antreten zu dürfen, Luxemburgerin sein, weiblich sein, „nahe an seiner Kultur“ sein (Was auch immer das heißt, vermutlich muss man die Nationalhymne singen können?), einen Sinn für Ethik haben, akkzeptieren, sich in einer humanitären oder sozialen Sache zu engagieren („Ich wünsche mir den Weltfrieden…“ ?).
Und dann darf man weder verheiratet sein, ein Kind haben, irgendwelche Straftaten begangen haben, nicht für Nacktfotos oder Pornos vor der Kamera posiert haben. Und man darf weder über Piercings noch über Tattos verfügen.

Ich finde es lächerlich, bigott und heuchlerisch und diskriminierend. Schönheit bedeutet also, in jedem Sinne makellos zu sein, damit jeder noch so Konservative sich an der Schönheit der „Botschaftlerin ihres Landes“ (sic!) erfreuen kann? Schönheit bedeutet also, sich an Konventionen zu halten, die noch nicht einmal mehr gesellschaftlicher Konsens sind?

Erschreckend, was für ein Weltbild gegenüber Frauen da an den Tag gelegt wird. Und noch viel erschreckender, wieviele berreit sind, sowas zu unterstützen, unter anderem zwei „christliche“ Medien (hat jemand „heuchlerisch“ gesagt?) und das Rote Kreuz (sic!), was ich absolut nicht verstehen kann.