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Watchtower (III)

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Es wird mal wieder Zeit, um alle möglichen Fundstücke, die ich von meinem imaginären Wachturm im Internet erspäht habe, hier auszubreiten.

Bruce Sterling, ein anscheinend berühmter Autor des Cyberpunks, blogt jetzt für wired, auf deren Konto eine ganz schreckliche Übersetzungspassage bei den Simpsons geht. (Das „Wunderlich“-Magazin). Das kommt via anmut und demut, wo Ben auch ein Thompson-Zitat mit einem wohl seltenen Bild des jungen Hunter illustiert hat und diese geniale Gameboywerbung ausgegraben hat. Ich hatte Ben übrigens jünger eingeschätzt, aber ich vergesse immer wieder, dass die Verhältnisse des luxemburgischen Blogklumpen, in dem die potente thirtysomething-Schicht quasi ganz fehlt, nicht auf andere Länder umsetzbar sind. Vielleicht haben twitter und facebook mich aber auch schon so unmoralisch gemacht, dass ich kein Alter mehr einschätzen kann, sondern nur noch potentielle Opfer sehe.

In meinem Geburtsjahr gab es auch schon Musikpiraten. So ganz legal ist Jaydiohead bestimmt auch nicht. Last.fm ist ja auch so ein Tool, das man als Musikliebhaber gerne benutzt. Analog dazu soll jetzt BookArmy das last.fm der Bücher sein. Sollte ich mal ausprobieren, am besten in Kombination mit einem 300$ 30 €-Buchscanner (bzw. 10^100 Zimbabwe-Dollar) Wem das nicht gefällt, kann ja ein Weihnachtslicht verschlucken. Es gibt ja schon glow-in-the-dark-Fische, gibt‘s das auch schon in Froschform?

Nach Trainspotting und Flugzeugstarren kommt jetzt, die Krise lässt grüßen, Polewatching. Wer hingegen lieber seine Kentnisse in Typographie verbessert, dem sei typefacts an‘s Herz gelegt.
Die Spinnen, die letztes Jahr irgendwann auf der anderen Seite des Ärmelkanals aufgetaucht sind, sind jetzt in Tokio. Dass sie in Deutschland alle durchdrehen und das Internet wegsperren wollen, ist nichts neues, aber dieser Vorschlag hier ist noch ein wenig weltfremder. Verdammt krank und so menschenverachtend, dass ich am liebsten das Wort mit „N“ davorschreiben möchte, ist diese CDU-Meinung, dass Homosexualität“ eine Krankheit und „heilbar“ sei. Dann hör ich doch lieber Alan Moore zu, wie er Rorschach liest.

Photomanipulation geht auch ganz leicht ohne Photoshop und Gesichter erkennt man mit Star Trek. Und wenn wir schon im Weltraum sind: Das Zentrum unserer Galaxie nach Himbeeren riecht und die NASA Deep Space Internet testet. Beide Dinge finde ich sehr over the top awesome.

Ein Blog von jenen, die ganz unten sind nennt sich Soziale Manieren und eine Seite über Magazine aus Papier GuteSeiten. Außerdem ist Luxemburg mal wieder Weltmeister, bei etwas, was wir richtig gut können: Rotwein saufen. (Jaja, Tankstellenverkäufe, ich weiß.)

Aus Mexiko, wo gerade die Welt untergeht, Schweinepest und Erdbeben und morgen wird es wahrscheinlich auch schwarzes Sperma regnen, erreichte mich heute eine Postkarte mit dem Bildniss von Subcomandante Marcos, mit diesem weisen Spruch hinten drauf: Wofür auch immer du kämpft, mit welchen Mitteln auch immer … Denk an den Postkartenfotographen! In diesem Sinne: Denkt an die Blogs!

(Photo cc by James Emery)