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Nicht nur Glühwein.

Na endlich. Seit ich meinen ersten Spaziergang durch Wien, genauer durch meinen eigenen Bezirk gemacht hatte, wusste ich, dass diese Stadt unglaublich/verdammt/sehr inspirierend sein kann. Und nachdem ich schon fast angefangen hatte, über einen Asiaten, der in Wirklichkeit ein Vampir oder zumindest ein Mystiker sei, zu schreiben, fing die Uni an zu brennen und ich stürzte mich erstmal in einen Monat voll Protest. (Der übrigens immer noch anhält und über den ich auch gerne mal mehr schreiben werde.) Aber endlich habe ich wieder dieses Kribbeln in den Fingern. Merkwürdig auch, wie das sich ankündigt, wie ich immer wieder öfters in Backend wechsele, nur um mir die Statistiken anzusehen, wie ich darüber nachdenke, zu schreiben, ohne es wirklich zu tun, wie ich dann unwillkürlich auf den Link zum Backende klicke, nur um jetzt darüber zu schreiben, dass ich wieder Lust habe, zu schreiben. Und so was kann man ja einfach „meta“ nennen, es kursiv setzen und anfangen.

nichtnurgluehwein

Hier im Osten wird es viel zu früh dunkel. Ich werde mich daran wohl nie so richtig gewöhnen, genauso wenig wie da hier sein soll und dort da. Aber nicht umsonst komme ich aus dem Land, das den Mörtel für den großen Turm zusammen mischte. Fast unvorstellbar, zurückzukehren. Hier ist eine gute Fliehburg, ein sicherer Hafen für das Luftschiff während des Winters.
Aber ist hier „Zuhause“? Ein Ort, der dir immer noch so fremd ist? Glaubst du überhaupt daran, dass du je ein Zuhause haben wirst? Ist es nicht eher so, dass dein Leben ein ewiges Roadmovie sein sollte? Hast du dir die Flucht vor der Apokalypse nicht auf die Fahnen geschrieben? Sesshaft werden ist für Menschen, die an die Ewigkeit glauben.
Poetische Landschaften entfalten sich vor meinem geistigen Auge, und ich weiß nicht, wie ich sie beschreiben soll, ohne sie zu zerstören. Einfache Worte können unglaublich glücklich machen, sie können aber auch der vernichtende Strahl des Todessterns sein, der Planeten in Milliarden Stücke zerspringen lässt wie billiges Porzellan. An der Bushaltestelle atme ich – wieder einmal, jene Luft ein, die nach Winter und Frost schmeckt und frage mich, wann er wohl endlich kommt und dieser Stadt einen weißen Mantel anlegt. Vielleicht habe ich ihn auf vertrieben mit Fackel und Feder?

Wärme könnten wir gerade alle gut gebrauchen. Nicht nur Glühwein.

photo cc by ethan lindsey