_

Bücher 2012

buecher2011
Anfang 2012 habe ich mir vorgenommen, 25 Bücher zu lesen. Ich habe das tatsächlich geschafft, was mich dann doh ein bisschen erstaunt hat, denn Ende Dezember sah es eher schlecht aus und ich dachte kurz daran, ein Jugendbuch oder ein Comic auszupacken, um die Reading Challenge auf goodreads dann doch noch zu schaffen. Es war nicht nötig, denn das letzte Buch 2012 habe ich geradezu verschlungen, um die klischeehafteste Umschreibung für „Lesen“ zu benutzen, die mir einfällt. Drei Comics sind unter den Büchern, aber ich finde, dass die auch zählen. Für 2013 habe ich mir 27 Bücher vorgenommen; das Wachstumscredo unserer Gesellschaft ist vielleicht das gefährlichste Prinzip, nach dem eine Gesellschaft funktionieren kann, aber gerade was Bücher angeht will ich mir Ziele setzen und nach mehr streben.

Es folgt eine Auflistung und Besprechung der Bücher, die ich 2012 gelesen habe: Weiterlesen

Wolfgang Herrndorf – Tschick

In Österreich und besonders in Wien heißt „Tschick“ Zigarette. Das hat mich anfangs ein klein wenig verwirrt, aber was für Büchercover und die Bewertung des Inhaltes gilt, gilt wahrscheinlich genau so für die Titel und regionale Sprachverwirrung. Tschick, einer der beiden Protagonisten, die einen Lada klauen und damit durch Ostdeutschland fahren, raucht aber ein paar Mal in dem Roman. Könnte also sein, dass sein Spitzname auch ein netter Seitenhieb darauf ist. Diese Interpretation lässt sich zumindest fabelhaft da rein lesen.

Zwei Vierzehnjährige fahren mit einem Lada durch Ostdeutschland. Maik erzählt wie ein Vierzehnjähriger. Oder wie Vierzehnjährige aus Berlin in meiner Vorstellung reden könnten. Der Roman erfüllt die Erwartung, denn Vierzehnjährige schreiben keine Romane, und wenn sie es tun, dann in einer anderen Sprache als Herrndorf. Gut gefallen haben mir auch die Seitenhiebe auf die mediale Welt von Personen, die 2010 Vierzehn waren: Die Frage, ob Steppenwolf nun ein Buch oder eine Band ist kommt genauso vor wie Wikipedia, Facebook und Rihanna.

Maik ist zwar verliebt, aber das spielt nicht die Hauptrolle in dem Buch. Ich weiß nicht, ob das in „Jugendbüchern“ immer so ist, aber in meiner Erinnerung ging es immer entweder um Drogen oder um Liebe. Oder um beides. Maik und Tschick ziehen nicht einmal an einem Joint, werden aber von einer merkwürdigen Familie irgendwo in Brandenburg zum Essen eingeladen und denken über außerirdische Rieseninsekten nach.

Ein Jugendbuch, das ich – jetzt, nachträglich – gerne mit Vierzehn oder Fünfzehn gelesen hätte. Und heute auch allen Erwachsenen nur ausdrücklich ans Herz legen kann.

Tschick bei rowohlt (mit Leseprobe)
Wolfgang Herrndorfer hat ein Blog.
Das Buchcover unterliegt dem Copyright des Verlages.