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Bücher 2011

2010 ärgerte ich mich über meine schlechte Listenführung, 2011 fing ich an, meine Bücher ordentlich aufzuschreiben und bei goodreads einzutragen. Dort gibt es auch jedes Jahr eine reading challenge, ich habe gleich mal großkotzig 40 Bücher eingetragen. Natürlich habe ich keine 40 geschafft, sondern, auf goodreads immerhin 23. Da stehen auch ein paar Mangas und Comics, mit denen ich im September noch hoffte, die Challenge haarscharf gewinnen zu können. Aber: 2010 habe ich knappe 1600 Buchseiten gelesen, 2011 waren es 7080. „Buchseite“ ist nicht der genaueste Maßstab, aber es freut mich, dass dieser Vorsatz, mehr zu lesen, Früchte getragen hat. Ich genieße das wohlige Gefühl, im Bett zu liegen und zu lesen, mich viel ruhiger in eine Geschichte einfinden zu können als z.B. bei einer Fernsehserie. Erstaunlich, dass ich das Gefühl nicht viel mehr vermisst habe!

Es folgt die Besprechung der fünfzehn zu Ende gelesenen Büchern von 2011.

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Jahresrückblick

Eigentlich hasse ich Jahresrückblicke. Momentan kann man sich im Internet vor Top-20-Listen nicht mehr retten. Darauf steht dann immer Musik, von der ich viel gelesen, aber wenig gehört habe. Vielleicht ist das ein Fehler, vielleicht auch nicht. Wenn ich mir meine Jahrescharts ansehe, ist da fast nur altes Zeugs drauf. (Das erste 2007-Album kommt auf Platz 24!) Ich kann bei aktueller Musik also nicht wirklich mitreden. Ein wenig schon, aber nicht wirklich halt. Ich muss also auf etwas anderes zurück blicken. Persönlich mag ich nicht, das wird sowieso eher traurig, obwohl das Jahr an und für sich sehr erfolgreich für mich war.

Sehen wir uns also einfach an, was ich so geschrieben habe. Eine art auto-literarischer Jahresrückblick, also.
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Regentropfen auf deiner Nase

Thierry hat Recht. Wir brauchen ein Manifest.
Ich verstehe nicht viel von Literatur. Und ich will mich selbst nicht Künstler nennen, weil ich zu sehr fürchte, damit falsch zu liegen. Ich bin doch einfach nur ich.
Ich habe das Gefühl, es werden nur noch Sachbücher und schlechte Romane über Geheimnisse der Kirche geschrieben, die aufregen wollen, es aber nicht wirklich tun. Jedenfalls so lange nicht, bis Hollywood darauf aufmerksam wird.
Nun, das ist jedenfalls das, was ich auf dem Büchermarkt sehe. Vielleicht lege ich vollkommen daneben damit. Aber im Internet, so scheint es, werden die wahren Geschichten geschrieben. Jeder Tag eine neue Perle, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden.

Und ich sitze hier und lese die gleichen Blogs. Und jene 36 Feeds, die ich aboniert habe, sind nur ein Bruchteil von all dem, was ich lesen könnte und lesen sollte. Dazu kommen all jene Blogs, die kein Feed haben oder die ich nur sporadisch besuche, immer hunrig, immer auf der Suche nach neuem Lesestoff. Der nicht immer Literatur ist. Der manchmal einfach nur Alltagsgedanken sind.
Aber das ist egal, ein Manifest brauchen wir trotzdem.

Ich will wieder Bettgeschichten schreiben. Und verdammt, ich möchte die wunderbaren Geschichten anderer Leute lesen. Ich will länger aufbleiben wollen, um „nur noch schnell diesen Blogpost“ zu lesen. Ich möchte den Stimmen von Bloggern zuhören, wie sie ihre Geschichten vorlesen. Ich möchte junge Autoren lesen. Ich möchte diese Autoren zu bloggen bewegen. Ich möchte Blogger zum Schreiben bewegen. Ich will nicht, dass die wunderbare therapeutische Wirkung von Schreiben in verstaubten Schubladen in einem verschliessbaren Buch endet. Ich will ein Buch drucken lassen, mit Texten aus Blogs und jungen Autoren und Fotos von Menschen, die wenig Gelegenheit haben, ihre Fotos zu veröffentlichen.
Ich will, das eine Bewegung entsteht. Denn die Feder ist stärker als das Schwert, wie es so schön abgedroschen heißt.
Ich will weiter Geschichten schreiben. Ich habe verdammt viele Ideen, die alle nur darauf warten, geschrieben zu werden. Und ich jedes Buch, das ich mir als Kind ausgedacht habe und nicht geschrieben habe, weil ich dachte: „Das machst du später“, und es nicht geschrieben habe. Ich bereue jede Idee, die ich vergessen habe.
Und ich will nicht, dass es so weitergeht. Sei dies mein Manifest! Es ist ein persönliches, und es mag aus einer unbestimmten Wut heraus geschrieben sein, aber es besteht. Kunst wird erst durch Veröffentlichung zur Kunst. Ein Buch, das niemand je liest, könnte genausogut aus leeren Seiten bestehen. (Ein Schicksal, das Telefonbücher einst erleiden könnten!)
Ich will schreiben.