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De Pianocktail Mixtape Bengel pt. 3

Ech hu mer no der kuerzer Diskussioun iwwer Mixtapes hei geduecht ob een net sollt probéiren dat alt Mixtape-Kettenbréif-System Web 2.0-fäheg ze man. An voilà , hei starten ech dat ganzt. De Prinzip ass einfach: Hei drënner hudd dir en Intro mat engem éischten Lidd. Ech delegéiren un en aanere Blogger weider, do en Lidd drunzehänken. Dien veröffentlecht en Post am Stil vum Text hei drénner, an délegéiert un en aanere Blogger, soulaang bis mer 10 Lidder hun. Dann kritt all Partizipant d’Kassett mat engem flotten Inlay geschenkt. Zousätzlech verlousen mer 5 Mixtapes un all d’Lieser, déi hei nach niiie e Kommentar oofgin hun. Super, ne? Alles wat se dofir mussen man, ass um Post wou dat Finalt Tape viirgestallt gëtt kommentéiren. Toll toll toll!

D’Säit wou den Hues leeft ass hei. Do fannt dir all wichteg Infoen, wou mer dru sin, ob wat dir musst obpassen wann dir gewielt sidd dat ganzt weiderzeféiren etc.
schreiwt den Thorben. An de Chris huet mech nominéiert gehaat fir den dretten Deel vum Bengel, den och elo bei mir ukommen ass.
Ech hunn mir e bessen Zait geloss, fir een Lidd ze fannen, daat och richteg passt. Normalerweis hunn ech domadder eischter weineg Schwieregkeeten, stellen heinsdo ganz Playlisten fir Sendungen an e puer Minuten zesummen. An dann stellt sech d‘Fro, ob ech dann leiwer den Gonzojournalist, den Melancholiker, den Rocker oder den Elektrogefreckelsfan eraushänken well lossen.
Souvill sierf verroden: Ech hunn mech fir den Melancholiker entscheed, mee den Rocker net entäuscht.

pianocktail mixtape

Lidd Nummer Eent…

…kennt vum Thorben
…heescht Je t’emmène au vent vu Louise Attaque
…bedeit him laang Owenter bis moies em véier am Flying mat sou villen Leit an esou villen gudden Momenter.
…an passt heibai

Lidd Nummer Zwee…

…kennt vum Chris
…heescht Skinny Love vum Bon Iver
…bedeit him e wonnerbaren Album, deen en am Dezember 2008 entdeckt huet a bis well rop a rof läuschtert.
…an passt heibai

Lidd Nummer Dräi…

…kennt vum Joël
…heescht There Are Some Remedies Worse Than The Disease vun This Will Destroy You
…bedeit him een Lidd, waat wéi gemaach ass fir dobai ze schreiwen, am Reen mam Auto ze fueren an dobai ze fëmmen, fir d‘Gedanken op d‘Rees iwert groniweleg Länner ze maachen, iwert denen en Zeppelin schwiewt.
…an passt heibai
…an geet weider un de Grommel, well ech nët vill iwert dem sain Museksgoût wees – an méi wessen wëll. Charel. Waat lauschtren Leit, déi sech mat mTOR beschäftegen, fir Musek?

[audio:http://soulzeppel.in/wp-content/uploads/2009/01/baton3.mp3]
baton3.mp3

Entmut.

Meine Buddyliste ist so voll wie sonst was nie, und trotzdem kommuniziere ich mit niemanden. Und zu jeder Person, die da als Kontakt drauf steht, fällt mir ein Grund ein, wieso sie nicht mit mir reden sollte – oder wieso ich nicht mit ihr reden will. Vielleicht will ich auch einfach alleine sein, für einen kleinen Moment der Stille? Ich stelle mir eine Playlist mit melancholischen Liedern zusammen, schreibe eine Away-Message, die nur ich lustig finde und stelle Pidgin auf »Do not disturb«. Das gibt einem das Gefühl, nicht selbst Schuld an der Kommunikationslosigkeit zu sein.

Als die Musik im Radio plötzlich umschlug, drückte er die Kassette, die noch im Laufwerk stecke, wieder hinein. Sie leierte ein wenig, aber das war ihm egal. Das, was er da hörte, war ihr Mixtape, das sie ihm – oder ihnen, aufgenommen hatte. Es erzählte eine Geschichte, aber er konnte sich nicht mehr an sie erinnern. Zu sehr hatten sich die Erinnerungen an die Dinge, die während dem Hören dieses Mixtapes passiert waren, in sein Gedächniss eingebrannt. Zuweilen kam es vor, dass er ein Lied, das auf der Kassette war, einzeln hörte und danach die ersten Takte des nächsten erwartete.
Er musste sich auf die Straße konzentrieren, um nicht mit Weinen anzufangen. An jedem Baum, an jeder Viehweide, an jedem Wegkreuz, an jedem Haus, das er passierte, hafteten Erinnerungen an gemeinsame Zeiten, an diesen wunderbaren Sommer, der endlos geschienen hatte. Dies war ihr Land. Dieser Satz hallte in seinem Kopf als wäre er eine Kathedrale, in die jemand eben diesen Satz schreien würde. Er hatte etwas mythologisches. Es war nicht so, als ob ihr das Land gehören würde, – er konnte keinen anderen Gedanken als diesen mystischen verwenden, aber es stand unter ihrem Bann.
Rain on car cc by rachel a. rogers

Der Regen liess nach. Die Nacht began bereits heller zu werden. Er wagte nicht, auf die Uhr zu sehen, festzustellen, wie lange er wie ein Verrückter durch diese Einsamkeit gefahren war, wieviele Kilometer an erinnerungsträchtiger Strecke er zurückgelegt hatte. Seine Hände schmerzten, nicht von dem langen Fahren, sondern… psychosomatisch. Als Jugendlicher mit christlicher Erziehung hatte er sich in den Situationen, wo seine Händen wegen seelischen Qualen mit schmerzen anfingen, oft mit dem stigmatisierten Jesus verglichen. Heute tat es einfach nur noch weh, an gewisse Dinge erinnert zu werden.

Die Sterne wichen einem verwaschenen Dunkelblau, das von dem neuen Tag kund tat, der wohl genauso grau sein würde wie die Woche vor ihm. Ohne sie schien sowieso alles grau zu sein, selbst dieses Land, das sonst immer wie voller Wunder gewirkt hatte. Mit dem neuen Tag verliess ihm auf einmal der Mut. Der Plan, zu ihr zu fahren, bei Sonnenaufgang im goldenen Licht vor ihrer Tür zu stehen, ihr alles zu sagen, was er zu sagen hatte, erschien jetzt nur noch verrückt. Sie würde ihn abweisen, anschreien, und er würde sich halberforen wieder zurück ins Auto setzen und ohne Musik zurück fahren.

Eine einzelne Schneeflocke fiel auf seine Windschutzscheibe.

(Image cc by rachel a. rogers)