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Nicht ohne.

Ich kann nicht mehr ohne. Es geht einfach nicht. Ich kann mir ein Leben ohne Schreiben nicht mehr vorstellen. Wenn ich beide Hände verlieren würde, das wäre so schrecklich, da könnte ich auch gleich meine Lungen verlieren.
Ich habe heute erfahren, dass ich als Embryo einmal Kiemen hatte. Wie übrigens ein jeder von uns. Das ist eine wundervolle Information. In meinem früheren Leben war ich ein Fisch, heute bin ich ein Wal. Wir sind Wale im Ozean des Belanglosen.
Und wenn ich heute aufschreibe, wie es mir geht, dann tue ich dies, weil ich irgendwann wieder diesen Eintrag lesen werde und mich errinneren kann, dass der 7. Dezember 2006 ein völlig verregneter Tag in dem viel zu warmen Dezember 2006 war.

Nehme ich meine Umwelt so war, wie ich könnte? Lebe ich mit all meinen Sinnen? Was ist der letzte Geschmack in meinem Mund, an den ich mich erinnere? Der letzte Duft in meiner Nase? Das letzte Bild, das ich wirklich betrachtet habe? Das letzte Lied, das ich nicht nur zur Berieselung gehört habe?
Wenn ich den Regen so betrachte, könnte ich alles andere einfach vergessen.