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Homophobie in Luxemburg: Normalzustand

stitchery of the writing homophobia is a choice(Dieser Artikel ist aus Sicht eines weißen cis-männlichen Luxemburgers mit Hetero-Privilegien geschrieben. Beachtet auf jeden Fall auch die Linktipps.) In Luxemburg wird in den nächsten Tagen eine neue Regierung vereidigt werden. An ihrer Spitze werden aller Voraussicht nach zwei schwule Minister stehen, den liberalen Xavier Bettel als Premierminister und den Sozialdemokraten Etienne Schneider als sein Vize. Schon im Vorfeld wurde bekannt, dass das Te Deum als offizieller Festakt anlässlich des Nationalfeiertages künftig durch eine nichtreligiöse Feier ersetzt werden wird.

Den frischgebackenen Abgeordneten der rechts-außen ADR Roy Reding fand das Anlaß genug, einen homophoben Witz auf Facebook zu posten, der offensichtlich darauf abzielte, Bettel und Schneider als „homosexuell, und deswegen Kirchengegner“ zu brandmarken. Weiterlesen

heiter scheitern

heiterscheitern

Ich bin vor einiger Zeit durch einen Link von Nele über den Podcast heiter scheitern gestolpert. Ein queeres Stößchen aus den Zonen der Unbewohnbarkeit beschreiben die drei Podcasterinnen aus Hamburg ihr Projekt. Es erinnert ein wenig an den wohl bekannteren Spreeblick-Podcast. Leute sitzen irgendwo und reden über Zeugs und das wird aufgenommen. Während Johnny und Tania Spreeblick meistens über ihr Privatleben und lustige Begebenheiten daraus erzählen und dabei von Thema zu Thema springen, so haben Marlen, Steff und Joke immer schon ihr Grundthema Queer. Und jeder Podcast behandelt einzelne Facetten bzw. mehr oder weniger spezifische Themen aus queerer Sicht.

Horizonterweiterung ist garantiert, so leben die Drei z.B. in einer funktionierenden, Dreierbeziehung. Und man verzeihe mir meine Unwissenheit, aber auch wenn ich das Konzept Polyamory kannte, so wusste ich einfach bis vor kurzem nicht, dass es sowas gibt und wie das funktioniert. Auch wenn ich empfehlen würde, bei der ersten Folge anzufangen, wenn man keine/wenige Vorkentnisse hat, so fand ich die Folge über Beziehungen und die über I kissed a girl am interessantesten.

Absolute Hörempfehlung.
Übrigens merkwürdig, wie sehr meine Anforderungen an Radiosendungen und an Podcasts varieren. Ich finde solche Gesprächspodcasts toll und überlege schon, in einer eventuellen WG einen einzuführen, während ich sowas im Radio niemals hören würde bzw. Musikpausen einbauen würde. Aber funktionieren beide Medien tatsächlich so unterschiedlich? Oder könnte man auch eine anderthalbstündige Diskusionssendung im (freien) Radio ohne Unterbrechungen senden?

Photo cc by celesteh