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Radiocamp 2014

Fähre am Bodensee. Blauer Himmel mit einigen WolkenSeit neun Jahren fahre ich jedes Jahr – mit einer Ausnahme 2009, als ich für mein Abschlussexamen büffeln musste – zum Radiocamp der freien Radios bei Merkelfingen am Bodensee. Freie Radios sind nicht-kommerzielle Radios mit einem politischen (linken) und emanzipatorischen Anspruch. Es gibt auch sogenannte Offene Kanäle oder Bürger_innenfunk, die mehr nach dem Prinzip „Offenes Mikrofon“ funktionieren und keine so klare politische Ausrichtung haben. Aber warum fahre ich eigentlich jedes Jahr zu diesem Camp? Was mache ich dort? Weiterlesen

Radiocamp Nachlese

Der Bodensee von Bregenz aus gesehen. Himmel und See machen einen Großteil des Bildes aus, beide in strahlendem Blau. Der Himmel nimmt zwei Drittel des Bildes ein, ein schmaler, grüner Uferstreifen trennt ihm vom grünblauen See.

Es ist spannend. Je mehr internetfähige Geräte ich mit an den Bodensee zum Radiocamp schleppe, umso weniger blogge ich von dort. Dabei habe ich damalsâ„¢, als es nur drei internetfähige Rechner auf dem ganzen Camp gab, sogar livegebloggt. Heuer hatte ich ein Smartphone und mein Netbook mit und habe nicht einmal wirklich getwittert. Das kann aber auch zu einem guten Teil daran liegen, dass die meisten Teilnehmer_innen ähnlich ausgestattet waren und das Camp-WLAN das nicht so prickelnd fand und das Internet daraufhin mehr oder weniger streng rationiert wurde („Workshop X braucht von 9 – 14h Internet, bitte schaltet das WLAN auf euren Telefonen aus„).

Ich habe ziemlich spontan einen Workshop mit dem lustigen Titel „Wie mache ich Jugendradio?“ übernommen. Zwei Stunden haben wir über Jugendradio in seinen verschiedensten Formen geplaudert, dann sind wir dazu übergegangen, zwei Hörspiele zu produzieren. Wie das passiert ist, habe ich im Radiocampblog aufgeschrieben.

Anhören könnt ihr euch die Hörspiele hier:

Die Mückenmafia
[audio:http://www.freie-radios.net/mp3/20130516-diemckenma-56026.mp3] Download

Die Rückkehr
[audio:http://www.freie-radios.net/mp3/20130516-dierckkehr-56024.mp3] Download

Ich würde gerne mehr in Richtung Hörspiel machen. Mir schwebt eine Serie vor, mit vielleicht 15 Minuten pro Folge, vielschichtige Story, halbwegs gut produziert. Vielleicht ja sogar auf Luxemburgisch.

Der junge Mann und der See

Wie sehr ich diesen See vermisst hatte, wusste ich erst, als ich wieder an seinem Ufer stand. Dem einen Ufer. An dem schon so unglaublich viele Dinge passiert sind, dass ich kurz überlegte, ob ich es nicht küssen sollte, weil Pathos doch manchmal etwas unterbewertet wird. Und diesmal konnte ich auch meinen lang gehegten Traum, den See mit dem Schiff zu erkunden, wahr machen. Ich war von den Bergen über den See gekommen. Und nun stand ich an diesem Ufer, das in meiner persönlichen Mythologie ein hochheiliger Ort ist. Und selbst wenn es heute so sehr regnet, dass es scheint, als fiele der See selbst vom Himmel, so atme ich dennoch mit jedem Zug den Stoff alter und neuer Legenden ein.

Es ist schön, hier zu sein, nach all der Zeit.Nach all dem Vermissen. Nach all dem Gram um verpasste Gelegenheiten. Nach all den Träumen. Es gibt keinen Ort, an dem ich gerade jetzt lieber wäre. Auf meinem Mobiltelefon ein Anruf in Abwesenheit von Ruth. Ich kümmere mich nicht darum. Ich könnte mir sogar vorstellen, mich irgendwann hier zur Ruhe zu setzen, wie der Nebel gerade über dem See ruht.

Podcast: Angst und Schrecken am Bodensee (für Fortgeschrittene)

Wie allgemein bekannt fahre ich jedes Jahr mit Graffiti, den Jugendsendungen von Radio ARA aufs Radiocamp bei Markelfingen und am Bodensee. Der See war wie immer sehr schön anzusehen, die Leute noch immer und wieder oder noch nicht radioaktiv, und es gab mal wieder Workshops. Und einen davon habe ich gehalten. Das Output ist die erste Folge dieser Serie mit meheren Sprecherinnen, einer Tsunamiwarnung und Luxusproblemen an dem Eisbuffet:

[audio:http://media.switchpod.com//users/angschtaschrecken2008/angschtaschrecken67.mp3]
MP3-Download Podcast: Angscht und Schrecken am Bodensee (für Fortgeschrittene)

Die Musik stammt von Revolution Void und steht unter einer cc-Lizenz.

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Wieder einmal Bodensee

Ich reise mittlerweile ja ständig herum, schreibe merkwürdige Text über meine Reisen, benutze ausserhalb meines Podcastes drogenspezifische Themen – was ist nur los mit mir? Ich kann euch das nicht so wirklich sagen, ich hatte einfach Lust darauf, so zu schreiben, und finde es nicht mal so schlecht, vom Stil her. Fingerübung oder mehr? Ist mir auch egal. Deshalb habe ich ein Blog.

Ich bin auf jeden Fall schon wieder einmal am Bodensee, auf dem Radiocamp in Markelfingen. Wie immer gibt es Zelte, Radioverrückte, Internet, viel zu viel Bier (oh méi!) und, dieses Mal neu, Uno-Spielen. Falls man mich übrigens mal richtig schlimm bei einem Spiel verlieren sehen will, muss man nur Uno mit mir spielen. Ich weiss nicht, wie ich es mache, aber ich verliere da ständig. Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings auch hinzufügen, dass wir mit verschärften Regeln gespielt haben.

Und dann halte ich morgen einen Workshop zu Angst und Schrecken. Wozu auch sonst?
Bin momentan ein wenig internetfaul, was wohl an dem gigantisch geilem Wetter und netten sozialen Kontakten liegt.

Podcast: Angst und Schrecken am Bodensee

Übersicht über sämtliche „Angscht a Schrecken“-Folgen

Dieses Mal ist „Angscht a Schrecken“ auf Deutsch. Für das Campradio, dh. die Abschlussshow, bei der die produzierten Beiträge, Jingles, etc. vom Workshop gezeigt werden, habe ich diese Folge auf Deutsch gemacht. Es geht wie immer um Drogen, den Rastamann und Angst und Schrecken. Aber auch die Temperatur des Sees, die feucht-fröhlichen Nächte und gewisse Länder werden thematisiert.

Angst und Schrecken am Bodensee (mp3, 9,37 MB)

Ich habe das ganze im Zelt aufgenommen, wobei das Mikro ca. 10 cm über mir hing und ich auf meinem Feldbett lag. Die Resonanz am letzten Abend war enorm, die Folge ist wirklich gut angekommen. Ich hatte sehr viel Angst vor diesem „direktem“ Feedback vor Radio-Affinen-Publikum, aber an und für sich war es toll zu sehen, wie die Leute reagiert haben.
Am letzten Tag konnte ich über nichts anderes mehr reden, bzw. niemand redete mehr über was anderes mit mir. Aber das ist schon OK. Radiocamp rockt. VIIIIIIICHTEN!!!

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Fire live at Bodensee (revisted revisited) VII

Ich bin heute gegen 5 Uhr schlafen gegangen, habe mir dann den Wecker eine Stunde zu früh gestellt und insgesamt 3einhalb Stunden geschlafen. Wenn ich das so überlege und dann auch noch rechne, wie anstrengend und schlafarm die letzten Tage von Mittwoch an waren, wundert es mich, wie wach ich noch bin.

Vielleicht liegt es auch ein wenig an den Mückenstichen, die meinen Körper übersähen. Ich sehe aus wie ein Klingone, da sich allein auf meiner Stirn 4 Mückenstiche sammeln. An den Armen sind es jeweils 4-5, und wo sonst noch überall welche sind, will ich überhaupt nicht wissen. Ach, und es waren hauptsächlich Schnacken und nicht Mücken, grausamerweise, denn Schnackenstiche schwellen besonders schön an. Da über dem Auge ist besonders toll.

Heute Abend ist Party angesagt. Ich weiß nicht, ob es für mich eine Steh oder eine Sitzparty wird und wie lange ich mich auf den Beinen halten kann, aber ich kenn mich ja.

Nix über potentielle Musen heute. Ich geh mich jetzt noch auf die Wiese legen und chille bis zur Party noch ein wenig rum. Oder so. (Hier kommt eh immer alles, wie man denkt, also hat es überhaupt keinen Zweck, Pläne zu schmieden, aber ich tue es trotzdem. Kopfüber in die Hölle.)

Fire live at Bodensee (revisted revisited) V

Die Nacht war kalt, allerdings habe ich davon nicht so viel gespürt, weil ich dem Trugschluss, man müsste halbnackt schlafen, einfach nich erlegen bin. Es geht auch in Klamotten. Vor allem aber half meine mit heißem Wasser gefüllte PET-Flasche, die dann quasi als improvisierte Wärmeflasche diente.

Dann war die Nacht auch wunderschön, jedenfalls der See, der Mond, und die Reflexionen, und überhaupt, ich hab selten einen so goldgelben, fertiggebackenen Mond gesehen wie hier. Ich frage mich, woran das liegt, über den grauen Dächern von E. ist der Mond immer sehr bleich und eher käsig. Und dann die Sterne über dem See, und die glitzerneden Städte auf der anderen Seite, wunderbar.

Fire ist noch sehr müde, besonders vor dem flimmernden Bildschirm und wweil er gerade bequascht wird, in einen bestimmten Workshop zu gehen, und eigentlich will er in einen anderen, aber so richtig sicher ist er sich noch nicht, und überhaupt, ach, die Welt ist so ungerecht und die Auswahl so groß, und ach, ach, ich verfall wieder in Weltschmerz.

Aber: Wieder potentielle Fans gewonnen, gestern Abend. Vielleicht werden ja Groupies daraus.

Fire live at Bodensee (revisted revisited) IV

„bloge sex“ ist momentan Nummer Eins bei den Suchanfragen die auf mein Blog führen. Die Seite, die dabei herauskommt, ist dennoch sehr sehr unspektakulär. Dass ich „J'ai blogé tout le temps“ auch als Resumé meiner Bodenseeaktivitäten verwenden könne, könnte der geneigte Leser vielleicht auch denken, wenn er sich so die reine Produktion ansieht. Jedoch tue ich nichts anderes als bloggen, Mails lesen und ein wenig herumschauen, was sich so in der Blogosphäre tut, nicht, dass noch ein weiter „Opelstreit“ entbrennt und ich es wieder nicht mitbekomme.
(Nicht mitbekommen will ich irgendwelche WM-Dinge, darauf habe ich ehrlich gesagt keinen Bock und das einzige Engagement in Punkto Fußball ist für mich das Lesen von Semmels Blog und das Tippen bei ihm, und eigentlich ist schon das viel.)

Heute war dann der theoretische Workshop über Radiogeschichte und die Wahrnehmung des Produzierenden, das ging über NS-Radio-Intendaten über Orson Wells bis hin zu Brecht und dann zu einer philophischen Diskusion der Zukunft des Radios im Allgemeinen und des freien Radios im Speziellen. Teilweise war es etwas ermüdend (was aber auch am Klima gelegen haben kann), aber sehr interessant.

Das Wetter ist wunderbar, es hat sich während ein paar Minuten ein wenig zugezogen, aber mittlerweile ist es schon wieder wunderbar sonnig und die Sonne neigt sich langsam Richtung Horizont. Wo wir schon bei Licht sind: Vielleicht noch nicht gerade Licht am Ende des Tunnel, aber zumindest ein Glitzern ist in Punkto meiner ominösen ja, vielleicht sollte man es wirklich „Softporno, aber sehr literarisch und wertvoll und künsterlich“-Geschichte zu sehen. Dh. mittlerweile sind die Protagonisten nackt, wenn auch noch nicht körperlich miteinander verbunden und auch der Koitus ist noch weit entfernt (was auch immer das heißt, realle Stunden, Zeichen, Seiten?). Und wie ich schon zu der danach recht verwirrt dreinblickenden potentiellen Muse sagte: „Hätte ich eine Muse, ging das Schreiben wesentlich besser und schneller…“

Womit das auch mal gesagt und somit genügend persönlicher Weltschmerz für zumindest diese Woche, vielleicht auch diesen Monat, herausgelassen wäre.

Ich geh jetzt mal das Wetter raus geniessen und, ja!, vielleicht ein wenig weiterschreiben.