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Tränen

Die Luft war erfüllt mit Tränen
eines explodierten Wales
der sein Ende hoch über der Stadt gefunden hatte
während ich drinnen gesessen und Tee getrunken hatte
Es war kalt und ich spürte
es war kein Engel mehr da, der mich beschützte
Allles war totenstill und ohrenbetäubend
Ich lief wie kalt durch die Stadt
die der Nebel verschluckte
Es war kein Engel mehr da, der mich beschützte

Depression Rainbows

Es ist kalt und windig. Ungemein kalt und nicht mehr so windig wie davor, aber dennoch windig. Und kalt.
Ich mag Kälte nicht. Ich schwitze viel lieber als das ich friere. Kälte und Regen sind von drinnen betrachtet, sehr hübsche und schöne Phänomene. Gegen einen netten Winterspaziergang oder einen Nachhauseweg im Regen kann ich auch nicht wirklich viel sagen, aber es sollte nicht andauernd vorkommen.

Und mein Zimmer sollte nicht kalt sein. Manche Leute mögen kalte Schlafzimmer. Ich gehe davon aus, dass diese Leute sich wirklich nur zum Schlafen in ihr Bett legen und dort auch noch viel Kleidung tragen. Ich arbeite in meinem Zimmer, halte mich lange darin auf. Da sollte es schon etwas wärmer sein als diese Dachbodentemperaturen, die hier gerade herschen. Zitter.

Nicht ohne.

Ich kann nicht mehr ohne. Es geht einfach nicht. Ich kann mir ein Leben ohne Schreiben nicht mehr vorstellen. Wenn ich beide Hände verlieren würde, das wäre so schrecklich, da könnte ich auch gleich meine Lungen verlieren.
Ich habe heute erfahren, dass ich als Embryo einmal Kiemen hatte. Wie übrigens ein jeder von uns. Das ist eine wundervolle Information. In meinem früheren Leben war ich ein Fisch, heute bin ich ein Wal. Wir sind Wale im Ozean des Belanglosen.
Und wenn ich heute aufschreibe, wie es mir geht, dann tue ich dies, weil ich irgendwann wieder diesen Eintrag lesen werde und mich errinneren kann, dass der 7. Dezember 2006 ein völlig verregneter Tag in dem viel zu warmen Dezember 2006 war.

Nehme ich meine Umwelt so war, wie ich könnte? Lebe ich mit all meinen Sinnen? Was ist der letzte Geschmack in meinem Mund, an den ich mich erinnere? Der letzte Duft in meiner Nase? Das letzte Bild, das ich wirklich betrachtet habe? Das letzte Lied, das ich nicht nur zur Berieselung gehört habe?
Wenn ich den Regen so betrachte, könnte ich alles andere einfach vergessen.